Freunde der langlebigen Halloween-Reihe haben heute gleich doppelten Anlass zur Feier. Nicht nur, dass hierzulande der neueste Teil an den Start geht, der nunmehr elfte (!) Film des Dauerbrenners. Es ist auch noch auf den Tag genau 40 Jahre nach dem ersten Film Halloween, mit dem am 25. Oktober 1978 das Grauen in die amerikanischen Vorstädte Einzug erhielt. Und damit auch in die Herzen der Fans.

Ein Relikt seiner Zeit
Aus heutiger Sicht ist der Oldie dabei gar nicht so ungewöhnlich. Menschen, die rumlaufen und andere abstechen? Das ist inzwischen Alltag. Und auch die Morde, die weder besonders zahlreich, noch allzu blutig sind, würden heute niemanden mehr wirklich schocken. Aber das war damals noch anders. Mehr noch, die Geschichte um den geisteskranken Michael Myers, der erst seine Schwester und später eine Gruppe von Freundesclique tötet, legte viele Standards fest, die noch heute in dem Slashergenre gern verwendet werden.

Myers wurde dabei schnell zur Identifikationsfigur der Reihe. Das mussten auch die Macher feststellen, als sie ihn 1982 durch eine neue Bedrohung ersetzen wollten. Denn das wollte niemand sehen, Halloween III floppte seinerzeit. Also durfte der unbekannte Mann mit der ikonischen Maske sechs Jahre später zurückkehren. Überhaupt ist die Reihe für ihr ständiges hin und her bekannt. Immer wieder wurde versucht, sich von der Vorlage zu lösen, neue Elemente einzuführen, die Geschichte von Myers auszuweiten. Am Ende kehrte man aber doch wieder zu den Anfängen zurück, strich manche Einfälle, tat so, als hätte es diverse Teile nie gegeben.

Ich schreie um mein Leben!
Einer dieser Rückkehrer: Jamie Lee Curtis. Die wurde 1978 mit ihrem Schauspieldebüt zur Ur-Scream-Queen und das zweite Aushängeschild der Reihe. Ein Halloween ohne die von ihr gespielte Laurie Strode? Das ist irgendwie nichts. Also holte man die später zum Star avancierte Darstellerin immer wieder zurück, genauer im 20-Jahre-Rhythmus. Erst wirkte sie in Halloween H20 (1998) mit, 2018 auch als wehrhafte Großmutter im Jubiläumstitel. Beide Male verhalf das der Reihe auch zu einem Comeback, der aktuell gestartete Teil legte den erfolgreichsten Start aller bisherigen elf Teile hin.

Jemand anderes ist hingegen bei allen Teilen dabei gewesen, zumindest indirekt: John Carpenter. Der entwarf nicht nur als Co-Autor die Figuren, welche Horrorgeschichte schrieben, und inszenierte das Ganze. Von ihm stammt auch die Erkennungsmelodie, die nicht nur unmissverständlich klar macht, dass wir es mit einem Halloween-Teil zu tun haben. Er signalisiert damit auch, dass sich gerade Unheil anbahnt – ohne dass die Figuren etwas davon wussten natürlich. Denn auch das gehört zu Halloween dazu, von Anfang an: Das Grauen des Slashers bestand darin, dass der Alltag von dem personifizierten Bösen heimgesucht wird, das keinen Grund für sein Morden braucht, keinen Anlass. Der amerikanische Albtraum besagt, dass es jeden zu jeder Zeit erwischen kann, selbst im vermeintlich sicheren Zuhause.

Unsere Rezensionen zu Halloween

Noch mehr Halloween

Wer noch ein bisschen mehr über die Filme erfahren möchte: Wir haben mit Schauspielerin Judy Greer und Komponist Cody Carpenter über Halloween Kills gesprochen und stellen auch den Soundtrack vor.

Judy Greer [Interview]

Cody Carpenter [Interview]

Halloween Kills (Soundtrack)



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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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