Teen Titans GO to the Movies
© Warner Bros
Teen Titans GO! to the Movies
„Teen Titans GO! To the Movies“ // Deutschland-Release // 16. August 2018

Sie kämpfen jeden Tag für das Gute, haben so coole Moves drauf und sogar einen richtig tollen eigenen Song! Und doch will niemand die Teen Titans ernstnehmen. Was sie auch tun, sie stehen immer im Schatten der größeren Superhelden. Vor allem Robin leidet ziemlich darunter, dass er überall nur als Sidekick auftreten darf. Ein eigener Film muss her, und das so schnell wie möglich. Nur dann werden er und seine Freunde den nötigen Respekt bekommen. Aber das ist einfacher gesagt denn getan. Hollywood ignoriert die kleinen Helden einfach. Und dann wäre da noch der miese Slade, der immer wieder die Pläne der Teen Titans zunichtemacht.

Man kann von den Bemühungen der DC Comics halten, was man will, ein Cinematic Universe im Stile von Marvel gegen alle Widerstände durchzudrücken, im Bereich Animation haben sie eindeutig die Nase vorn. Während die Konkurrenz sich um diesen Markt nie so richtig gekümmert hat, schießt man im Haus DC hier wirklich aus allen Rohren: Von kindlich bis düster ist alles dabei, von Action bis Comedy. Allein die Reihe DC Universe Animated Original Movies umfasst bereits mehr als 30 Teile. Hinzu kommen diverse Spin-offs, TV-Serien und natürlich die beliebten Lego-Crossovers, von denen mit The Lego Batman Movie letztes Jahr sogar eines in die Kinos kam.

Lach doch mal wieder!
Teen Titans GO! To the Movies leistet dem Kollegen dort nun Gesellschaft. Und auch sonst verbindet die Filme so einiges. Während die regulären Animationsfilme von DC in der Regel eher ernst gemeint sind – von kleinen Fangeschenken wie Batman vs. Two-Face einmal abgesehen –, steht hier eindeutig der Humor im Vordergrund. Ein bisschen gekämpft wird zwar auch, sei es mit besagtem Slade oder anderen gigantischen Bossen. In erster Linie werden hier aber die Lachmuskeln ins Visier genommen, wie auch schon bei der zugrundeliegenden, inzwischen fünf Staffeln umfassenden Serie Teen Titans GO!. Mit einem gewaltigen Dauerfeuer obendrein.

Einiges davon ist für ein sehr junges Publikum gedacht, etwa wenn es um das Erzeugen unanständiger Körpergeräusche geht. Und auch der Toilettenhumor hat eher Kinder im Humor oder zumindest Erwachsene, die sich ihre kindliche Seite bewahrt haben. Gleichzeitig dürfen aber auch ältere Zuschauer sich auf eine gute Portion Gags freuen, die schon ein bisschen mehr verlangen. Vorkenntnisse zum Beispiel.

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Wie bei den Lego-Ablegern ist Teen Titans GO! To the Movies vollgestopft mit irgendwelchen Verweisen und Anspielungen. Größtenteils macht sich der Film über die Live-Action-inhouse-Kollegen lustig, etwa Batman V Superman: Dawn of Justice. Aber auch konkurrierende Comicfiguren werden in das Gagdauerfeuer einbezogen, mal mehr, mal weniger offensichtlich. Vor Angriffen auf die Vierte Wand schreckte man ohnehin nicht zurück. Anspruchsvoll ist das normalerweise nicht, auch wenn manche Punkte durchaus über pure Unterhaltung hinausgehen – etwa Kommentare zu der Superheldenflut oder einer Streamingwelt, in der alle nur noch auf den Bildschirm glotzen. Was auch deshalb ironisch ist, weil DC selbst an einem Streamingdienst arbeitet.

In erster Linie wollte man das Publikum aber unterhalten. Das klappt auch gut, über weite Strecken zumindest. Manchmal ist die Gag-Dauersalve etwas anstrengend oder auch repetitiv. Der Versuch, das ganze Spektrum abzudecken führt zudem immer wieder zu kleineren Fehlschüssen. Insgesamt macht der Film aber jede Menge Spaß, weshalb es schade ist, dass er vom eigenen Verleih so wenig beachtet wird. Er ist nicht nur besser als viele „echte“ Filme von DC Comics, sondern auch kurzweiliger als ein Gros der Animationswerke, die dieses Jahr in die Kinos kamen.



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Ein echter Geheimtipp: Wie die zugrundeliegende TV-Serie auch macht sich „Teen Titans GO! To the Movies“ über alles und jeden lustig, der irgendwie mit der DC Comics Welt zusammenhängt. Auch wenn der Wechsel von kindlichem Klohumor, parodistischen Elementen und sogar Meta-Kommentaren nicht immer ganz reibungslos verläuft, die Versuche der unterschätzten Superhelden, einen eigenen Kinofilm zu bekommen, machen über weite Strecken richtig Spaß.
7
von 10