(„The LEGO Batman Movie“ directed by Chris McKay, 2017)

„The LEGO Batman Movie“ läuft ab 9. Februar 2017 im Kino

Auch ein Bösewicht hat ein bisschen Respekt verdient. Seit Jahren schon bekämpfen sich der Joker und Batman, ohne dass Letzterer groß Kenntnis von seinem ewigen Erzfeind genommen hätte. Aber damit soll nun Schluss sein: Der Schurke hat einen perfiden Plan ausgeheckt, mit dem er ganz Gotham in Schutt und Asche legen und es somit dem ignoranten Helden richtig zeigen will. Der hat momentan aber eigentlich ganz andere Sorgen. Da wäre zum einen, dass sein langjähriger Mitstreiter Commissioner Gordon in Rente geht und durch seine superscharfe Tochter Barbara ersetzt wird. Und dann ist da noch das Waisenkind Dick, welches Batman alias Bruce Wayne in einem unachtsamen Moment adoptiert hat – was für einen überzeugten Einzelgänger schon eine größere Herausforderung darstellt.

Es gibt ja Witze, die sich eigentlich ganz von selbst erzählen. Das DC Cinematic Universe zum Beispiel. Batman V Superman: Dawn of Justice und Suicide Squad waren vielleicht nicht ganz so katastrophal, wie manche sie machen wollten. Wer dem narrativen Murks aber etwas abgewinnen wollte, der sollte ihm schon mit viel Humor begegnen. Kein Wunder also, dass es auch filmisch dankbare Abnehmer gibt, die das Ganze genüsslich durch den Kakao ziehen. Neben der amerikanischen Kultpuppenserie Robot Chicken DC Comics Special 1-3 haben sich vor allem die Macher der diversen Lego-Filme dadurch profiliert, Schwachstellen großer Vorbilder mit kleinen Figuren zur Schau zu stellen. Im Home-Entertainment-Bereich sind Beiträge zu DC Comics ja schon eine feste Größe, zuletzt erschienen hier Cosmic Clash und Gefängnisausbruch in Gotham City. So sympathisch und witzig die Superhelden-Parodien aber auch waren, sie krankten meist an zwei Punkten: sparsame Optik und ein sich zu sehr wiederholender Humor.

Beide Schwachstellen wurden nun beim ersten großen Auftritt ausgemerzt oder zumindest deutlich verbessert. So sind die Bilder von The LEGO Batman Movie über jeden Zweifel haben. Kunststück: Das Budget des Kinofilms lag deutlich über dem der üblichen Direct-to-Video-Produktionen. Und dieses Budget wurde nicht nur in zahlreiche namhafte Sprecher investiert, sondern auch in ein beeindruckendes Effektgewitter, welches der Leinwand gerecht wird. Dabei schaffte es das Team jedoch, dem an und für sich billigen Spielzeuglook dennoch treu zu bleiben. Das bedeutet, dass große Computerexplosionen neben festen unbeweglichen Flammen existieren, sich die Figuren trotz des bombastischen Umfelds manchmal wie in einem Stop-Motion-Film bewegen. Und auch die Natur der Spielzeuge wurde nicht verleugnet, wenn in besonders brenzligen Situationen mal schnell neue Fahrzeuge gebaut werden müssen oder spezielle anatomische Vorrichtungen der Puppen genutzt werden.

Neben diesen auf Lego allgemein gemünzten Scherzen besteht ein Großteil der Witze aber aus liebevollen Attacken auf die Besonderheiten der DC Comics. Wer oben genannte DVD-Veröffentlichungen gesehen hat, dem wird das eine oder andere schon bekannt vorkommen. Diesmal durfte man sich aber noch ein bisschen mehr austoben. Und das nutzte Seth Grahame-Smith, den man als Vorlagenlieferer von Stolz und Vorurteil & Zombies oder als Drehbuchautor von Dark Shadows kennt, vor allem als kontinuierliche Reminiszenz an vergangene Werke. Da ist von Tim Burtons Batman bis zu The Dark Knight Rises alles dabei, auch die 60er-Jahre-Serie wird bei der komischen Rückschau nicht vergessen.

Kennen sollte man die alten Teile daher schon. Anders als das universellere und insgesamt doch noch etwas bessere The LEGO Movie verliert die Klötzchenvariante des Dunklen Ritters einiges an Reiz, wenn man die diversen Anspielungen auf die eigene Saga und später auch andere Filme nicht versteht. Aber selbst ohne diese kann das Publikum hier einiges an Spaß haben, vor allem das etwas jüngere. Ständig passiert etwas, kaum eine Szene, in der nichts explodiert oder sich die Pro- wie Antagonisten kleine Gemeinheiten an den Kopf werfen. Und immer wenn man dachte, man hätte nun alles gesehen, kommt etwas neues Absurdes. Das meiste davon ist natürlich recht albern, auch nicht wirklich intelligenter, als was die großen Realverfilmungen da treiben. Unterhaltsam ist es aber schon, wenn der Film dazu verwendet wird, das doch recht spezielle Verhältnis zwischen Batman und Joker näher zu beleuchten und die Frage zu stellen, wofür zum Teufel wir derart lächerliche Superhelden eigentlich brauchen. Und an vielen Stellen auch so schön bescheuert, dass man selbst als Erwachsener hier unbesorgt das Kino betreten kann. Denn bei The LEGO Batman Movie bekommt jeder das, was zuvor versprochen wurde. Und den Helden, den wir tatsächlich mal verdient haben.



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The Lego Batman Movie
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The Lego Batman Movie
„The LEGO Batman Movie“ führt die eingeschlagene Parodienrichtung fort, macht sich unentwegt über die bekannten Figuren der DC Comics lustig. Ohne Vorkenntnisse der Vorbilder ist der Spaß naturgemäß deutlich geringer, das hohe Tempo und die feine Optik versüßen den Animationsausflug aber.
8von 10

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