In Deutschland haben Animationsfilme ja seit jeher mit einigen Vorurteilen zu kämpfen. Viele sehen in ihnen reine Kinderunterhaltung mit geringerem Anspruch. In Belgien ist das ein klein wenig anders, wohl auch weil die frankobelgische Comicszene Weltruhm genießt. Es wundert dann auch nicht, dass in Brüssel schon seit 1982 das Anima Festival veranstaltet wird, eines der wichtigsten Animationsfestivals in Europa. Das Festival will nicht nur das Ansehen von Animationsfilmen steigern, sondern auch den Austausch zwischen Fans und professionellen Filmemachern fördern.

Die 37. Ausgabe beginnt am 9. Februar 2018 mit einem echten Knaller: The Breadwinner. Der für einen Oscar nominierte Film ist das neueste Werk des Studios Cartoon Saloon (Das Geheimnis von KellsDie Melodie des Meeres) und erzählt die Geschichte eines afghanischen Mädchens, das sich als Junge ausgibt, um Geld für die Familie zu verdienen. Weitere Geheimtipps sind die durchgeknallte französisch-japanische Comicverfilmung Mutafukaz, die etwas andere Märchensammlung Es war einmal … nach Roald Dahl, das animierte Gemälde Loving Vincent sowie die beiden neuen Filme des Anime-Ausnahmeregisseurs Masaaki Yuasa. Unterteilt in drei verschiedene Altersgruppen (3 Jahre, 5 Jahre, Jugendliche/Erwachsene) warten so mehrere Dutzend Kurz- und Spielfilme auf ihre Entdeckung.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, ein bisschen was über die Kunst der Animation zu lernen, beispielsweise das in Teheran Tabu verwendete Rotoskopie-Verfahren, oder auch das Stop-Motion-Urgestein Peter Lord persönlich zu treffen. Apropos Urgestein: Unter den geehrten Animationskünstlern befindet sich auch der Belgier Picha, der sich in den 80ern mit derb-satirischen Zeichentrickfilmen wie Das fehlende Glied auf sich aufmerksam machte. Zusätzlich dürfen wir in diesem Jahr mehr über die estnische Animationsszene erfahren. Mehr Infos unter www.animafestival.be.

Unsere Rezensionen vom Anima Festival 2018

Anima Festival 2018 (9. – 18. Februar 2018)
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