Sergeant Rex
© Ascot Elite

Sergeant Rex – Nicht ohne meinen Hund

„Megan Leavey“, USA, 2017
Regie: Gabriela Cowperthwaite; Drehbuch: Pamela Gray, Annie Mumolo; Musik: Mark Isham
Darsteller:
Kate Mara, Ramon Rodriguez, Tom Felton

Sergeant Rex
„Sergeant Rex – Nicht ohne meinen Hund“ ist seit 12. Januar 2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich

Megan Leavey (Kate Mara) hat nach dem Verlust ihres besten Freundes den Sinn des Lebens aus den Augen verloren. Sie lebt in den Tag hinein, empfindet keine Freude und Ehrgeiz. Um sich aus dieser Spirale von Depression und Trauer endlich zu befreien, beschließt sie sich dem US Marine Corps anzuschließen. Die dortige Hundestaffel bringt Megan zurück auf den Weg und gibt ihr eine schwierige Aufgabe; sie soll den aggressivsten Spürhund der Staffel, Rex, zähmen. Die beiden freunden sich langsam an und wachsen während ihres gefährlichen Auslandeinsatzes im Irak zusammen. Wieder in der Heimat angekommen wartet die nächste schwierige Aufgabe auf Megan – der Kampf um ihren Rex.

Die Hauptdarstellerin glänzt neben dem Vierbeiner
In vielen Filmen, in denen ein Schauspieler gegen einen liebenswerten Vierbeiner „anspielen“ muss, steht der Mensch im Schatten des Hundes. Er dient nur als Beiwerk, während sich das tierische Pendant zum Publikumsliebling mausert. Anders ist es bei Kate Mara (Der Marsianer – Rettet Mark Watney), die durchweg die Oberhand behält und durch den Schäferhund Rex perfekt ergänzt wird. Die deutsche Betitelung des Filmes Sergeant Rex bezieht sich nur auf das Tier und ist daher unglücklich gewählt. Der Originaltitel Megan Leavey verdeutlicht, dass es sich um eine Biographie über eine besondere Frau handelt und diese auch im Mittelpunkt des Filmes steht. Verkaufen lässt sich ein Film mit einem Hundenamen im Titel sicher besser, wertet ihn und die wahren Begebenheiten aber leider etwas ab.

Ausbildung – Kriegseinsatz – das Leben danach
In diese drei Teile ist Sergeant Rex aufgeteilt. Wir erleben erst eine junge und kindliche Megan ohne Perspektive, die zurück ins Leben findet und plötzlich einen außergewöhnlichen Ehrgeiz entwickelt, um Hundeführer werden zu dürfen. Sie fürchtet sich anfangs vor dem aggressiven Rex, überwindet ihre Angst aber schnell und genießt schließlich das volle Vertrauen des Vierbeiners. In diesem ersten Teil lernen wir Megan und Rex kennen, schmunzeln über ihre ersten Begegnungen und freuen uns über die ersten gemeinsamen Erfolge. Ihre Beziehung ist geprägt von Respekt und Vertrauen. Der Spannungsbogen ist im zweiten Teil an seinem Höhepunkt, dem Kriegseinsatz im Irak. Megan und Rex müssen sich beweisen und entgehen dem Tod nur haarscharf. Die beiden sind nun nicht mehr voneinander zu trennen. Auf jeden Fall der spannendste und aufregendste Part des Films.

Nach ihrer Heimkehr sind beide verändert. Megan verlässt die Marines und versucht Rex zu adoptieren. Ein langer Weg liegt vor ihr und ihr werden einige Steine in den Weg gelegt. Lange Zeit sind die beiden voneinander getrennt, Megan muss in Therapie, um mit Vergangenem fertig zu werden. Hier erinnert der Film wieder an den Anfang. Megan ist lustlos und zutiefst verbittert. Doch sie schafft es ein weiteres Mal sich aufzuraffen und ihr Leben in die Hand zu nehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt zieht sich die Story ein wenig, die Spannung baut sich ab. Das Ende ist vorausschaubar, sehr amerikanisch emotional, aber nicht zu übertrieben.

… aber stimmt das auch alles?
Abgesehen vom Ende des Films ist die Story im Ganzen unaufgebauscht und nachvollziehbar. Natürlich wissen wir nicht, wieviel „Hollywood“ in die Geschichte eingebaut wurde, um sie auszuschmücken. Allerdings unterscheidet sich der Film zu anderen Hundefilmen insofern, dass mehr Mensch als Hund gezeigt wird. Die Beziehung zwischen Megan und Rex ist keine übertriebene Kuschelei und schwanzwedelndes Rumgehüpfe. Megans Kampf um Rex ist Beweis genug, wie stark die beiden zueinander gehören.

Der dritte Teil ist wie gesagt etwas in die Länge gezogen worden, was die Spannung und Aufmerksamkeit abschwächt. Teil eins und zwei sind super spannend und interessant, Kate Mara macht einen super Job, sie ist in jeder Situation sympathisch und überzeugend. Der Film setzt nicht zu sehr auf die „Tierkarte“ und ist daher auf jeden Fall sehenswert.



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"Sergeant Rex" erfindet das Rad nicht neu - der Film ist relativ vorausschaubar, dennoch sehr emotional und nicht übertrieben. Tiere, Liebe, Action - von allem ist etwas dabei.
7
von 10