(OT: „Dawn of the Planet of the Apes“, Regie: Matt Reeves, USA, 2014)

Planet der Affen RevolutionNachdem eine tödliche Seuche ausbrach, der ein Großteil der Weltbevölkerung zum Opfer viel, haben die Überlebenden in den Ruinen alter Städte Siedlungen errichtet. Der Funkkontakt zu anderen Kolonien ist jedoch schwierig. So sind die Menschen in San Francisco von der Außenwelt weitestgehend abgeschnitten. Als der Strom auszufallen droht, ist die einzige Hoffnung ein Elektrizitätswerk an einem Staudamm, der sich im Wald nahe der Stadt befindet. Eine kleine Expeditionsgruppe, angeführt von Malcolm (Jason Clarke), stößt dort draußen unverhoffterweise auf eine Zivilisation von hochintelligenten Affen, die sich unter der Führung von Caesar (Andy Serkis) im Wald eine eigene Kolonie aufgebaut haben. Caesar vertraut den Menschen, die den Affen zahlenmäßig weit unterlegen sind. Doch Koba (Toby Kebbell), der als Labor-Affe vielen Experimenten unterzogen wurde, ist ihnen gegenüber feindseliger eingestellt, und er ist bereit alles zu tun, um ihnen das heimzuzahlen, was sie ihm angetan haben.

Prequels, die viele Jahre nach den Originalteilen erscheinen, haben den Vorteil, dass sie den technischen Fortschritt für sich nutzen können. Allerdings können sie auch durch zu exzessive Nutzung desselbigen Gefahr laufen, den Charme ihrer Vorgängerfilme zu verlieren – so geschehen zum Beispiel bei Star Wars und Der Hobbit. Natürlich muss die Geschichte es auch wert sein, erzählt zu werden, sodass sie eine Daseinsberechtigung in dem filmischen Universum hat. Allerdings darf auch nicht zu viel gezeigt werden, da eine Entmystifizierung oftmals für Unmut bei den Fans sorgt. Planet der Affen umschifft all diese Gefahren, ist allerdings auch kein Prequel im eigentlichen Sinne, sondern kann ohne weiteres als eigenständige Filmreihe gesehen werden.

Stimmiger Übergang von Drama zu Krieg
Und zwar als eine, die ganz genau weiß was sie will, als sei sie am Reißbrett geplant worden. Vieles von dem, was nun in Planet der Affen: Revolution eine wichtige Rolle spielt, wurde in Planet der Affen: Prevolution vorbereitet. Dies geschah jedoch eher im Hintergrund, in kleineren Nebengeschichten, ohne dass der Zuschauer dabei von der großen Haupthandlung allzu sehr abgelenkt wurde. Im Ergebnis fühlt sich dadurch alles stimmig an. Es ist nachvollziehbar, da sich nichts davon anfühlt, als würde es plötzlich passieren, da alles nahtlos ineinander übergeht. Und dennoch sind es zwei grundverschiedene Filme. Wo Teil 1 ein berührendes Drama mit Coming-of-Age-Elementen war, ist sein Nachfolger deutlich düsterer und dystopischer, und er spricht sehr viel ernstere Themen an.

Denn auch wenn er nicht das klassische Setting dazu hat, ist Planet der Affen: Revolution in seinem Kern ein hervorragender Anti-Kriegsfilm. Er schlägt dem Zuschauer seine Botschaft nicht ins Gesicht, dennoch ist sie beim Behandeln der zwei nicht ganz unähnlichen Kulturen und dem Thema der friedlichen Koexistenz unübersehbar. Glücklicherweise ist dies noch nicht allzu früh erkennbar, sodass auf den Zuschauer im Laufe des Films noch die ein oder andere Überraschung wartet. Spannend ist aber nicht nur der Film an sich, sondern vor allem die einzelnen Szenen, in denen eine großartige Atmosphäre voller Vorsicht, Misstrauen und Feindseligkeit geschaffen wurde. Auch die kreierten Welten, vor allem die der Affen-Kolonie, sehen sehr eindrucksvoll aus, wenngleich ein paar mehr Details dem Ganzen nicht geschadet hätten.

Technik: erste Klasse
Vom Aussehen her ist an ihnen aber nichts auszusetzen. Genauso wenig wie am gesamten Film, denn die Technik ist auf einem großartigen Niveau. Das ist vor allem für das Motion-Capture-Verfahren, mit Hilfe dessen man die Gesichtsausdrücke der Darsteller in die der Affen verwandelt, sehr wichtig. Dieses hat seit Planet der Affen: Prevolution noch einmal einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Das Ergebnis ist umwerfend. Die am Computer entstandenen Tiere verschmelzen mit ihrer Umwelt und wirken zu keinem Zeitpunkt wie ein Fremdkörper. Körpersprache und Mimik kommen perfekt rüber, sodass die Affen, auch bedingt durch ihr Verhalten und ihre Motive, menschlich wirken und für den Zuschauer dadurch leicht greifbar sind. Leider vergisst der Film bei all dem die wirklich menschlichen Charaktere, die allesamt recht flach und austauschbar sind. Das gilt sowohl für die Hauptfiguren als auch, sogar noch einmal etwas extremer, für den von Gary Oldman gespielten Dreyfus, dessen Rolle als Gegenspieler viel zu gewollt und nicht ausreichend motiviert ist.

Planet der Affen: Revolution
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Planet der Affen: Revolution
"Planet der Affen: Revolution" ist ein technisch brillanter Anti-Kriegsfilm, der sehr viel richtig macht, bei seinen menschlichen Figuren allerdings den nötigen Tiefgang vermissen lässt.
8von 10

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