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(„Meitantei Konan: Tengoku no Countdown“ directed by Kenji Kodama, 2001)

detektiv-conan-5-countdown-zum-himmelEs hätte eigentlich ein ganz normaler Campingausflug für die Detective Boys werden sollen. Aber wie immer, wenn Conan und seine Freunde unterwegs sind, es kommt mal wieder anders. Als sie auf dem Rückweg die neu erbauten Zwillingstürme des größten Hochhauses von Japan besichtigen, fällt ihnen bald wieder eine Leiche vor die Füße. Und es soll nicht bei dieser einen bleiben. Dass die Morde irgendwie zusammenhängen, wird schnell klar, schließlich finden sie an jedem der Tatorte eine zerbrochene Sake-Schale. Aber was hat es mit dieser auf sich? Und wer könnte es nur auf diese Menschen abgesehen haben? Währenddessen hat Ai Haibara ganz andere Sorgen: Durch eine Unachtsamkeit hat sie die Aufmerksamkeit der Schwarzen Organisation auf sich gezogen, die ihr noch immer nach dem Leben trachten.

Es ist schon ein wenig zum Verzweifeln: So regelmäßig wie die Detective Boys ihren Alltag durch skrupellose Verbrecher versaut sehen, so regelmäßig werden die auf einer Mangareihe von Gosho Aoyama basierenden Filme durch haarsträubende Entscheidungen versaut. Dabei fängt Countdown zum Himmel wie die meisten Abenteuer um die kleinwüchsigen Ermittler eigentlich sehr vielversprechend an: Wenn die Jungs und Mädels in dem viel zu kleinen Auto zum Camping fahren und anschließend das Hochhaus erkunden, dann hat das diesen typischen, ein wenig altmodischen Charme der Reihe. Man mag diese Figuren einfach, wie sie in ihrer Mischung aus kindlichem Staunen und abgebrühter Cleverness auf Mörderjagd gehen.

Und zumindest während der Ermittlungen macht der fünfte Film rund um die etwas anderen Detektive einiges richtig. In schöner Regelmäßigkeit stirbt ein anderer der Verdächtigen weg, sodass das Publikum kontinuierlich weiterrätseln darf, was sich hinter den Serienmorden versteckt. Auf eine wirkliche Lösung wird es dabei jedoch wohl kaum kommen, da Countdown zum Himmel wie leider oft bei Detective Conan zwar nette Szenarien aufweist, als Krimi aber nahezu unbrauchbar ist. Das liegt zum einen daran, dass hier wieder sehr stark mit japanischen Wortspielen gearbeitet wird, die sich nicht ins Deutsche übertragen lassen. Vor allem hapert es aber an den Grundvoraussetzungen eines guten Krimis: Das Motiv des Mörders ist an den Haaren herbeigezogen, am Ende löst Conan den Fall, ohne dass den Zuschauern die dafür notwendigen Hinweise zuvor gegeben wurden.

Mindestens ebenso absurd ist das Finale, wenn der Krimiteil zugunsten eines Wechsels ins Thriller- bzw. Actiongenre aufgegeben wird. Dass Conan ganz gern mal technische Gadgets einsetzt, ist bekannt, gehörte von Anfang an zur Reihe. Nur finden die Macher einfach nicht das richtige Maß dafür: Für einen ernsten Thriller ist das Ganze viel zu übertrieben, für eine Komödie nicht übertrieben genug. Und so irrt Countdown zum Himmel auf einem unbefriedigenden Mittelpfad herum, ist aufgrund seiner zu bemühten Coolness nicht so spannend, wie der Film sein will, auch wenn es das Stammstudio Tokyo Movie Shinsha (Das Schloss von Cagliostro, Akira) ordentlich krachen lässt – wortwörtlich.

Pluspunkte sammelt der Anime dafür wieder bei den Figuren: Das Ensemble ist inzwischen auf eine beachtliche Größe angestiegen, die Verhältnisse untereinander werden komplexer. Neben den üblichen Komplikationen zwischen Conan und Ran, die nicht wissen darf, dass hinter dem brillanten Jungen ihr aufgrund eines Giftes zusammengeschrumpfter Freund Shinichi steckt, bahnen sich weitere amouröse Verwicklungen an. Schön ist auch, dass Haibara nun ein bisschen mehr Profil erhält und die Schwarze Organisation endlich aus dem Schatten der Unterwelt tritt. Sonderlich weit kommt Countdown zum Himmel dabei zwar noch nicht, stimmt aber doch hoffnungsvoll für die nächsten Filme. Einsteiger brauchen übrigens keine Angst zu haben: Wie üblich gibt es auch hier eine knappe Einführung, die das Nötigste zu dem etwas anderen Freundeskreis erklärt.

Detektiv Conan – 5. Film: Countdown zum Himmel
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Detektiv Conan – 5. Film: Countdown zum Himmel
Business as usual. Wie immer stoßen die Detective Boys auf eine unerwartete Leiche, wie immer folgt eine höchst willkürliche Mördersuche ohne vernünftiges Motiv oder hilfreiche Ermittlungen. Da das Finale zudem mal wieder völlig übertrieben ausfällt, ohne sich der eigenen Komik bewusst zu sein, ist „Countdown zum Himmel“ nur für Fans der sympathischen Figuren zu empfehlen. Krimifreunde ersparen sich den Frust lieber.
5von 10

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