(„Queen’s Blade: Utsukushiki Tōshi-tachi“ directed by Kinji Yoshimoto, 2010)

Queens Blade Beautiful WarriorsDas große Turnier „Queen’s Blade“ mag nun vorbei sein, Zeit für Ruhe bleibt jedoch keine. Während sich bereits das nächste Kapitel andeutet, sind die Kämpferinnen noch damit beschäftigt, Wunden zu lecken, alte Spuren zu verfolgen oder auch neue Wege zu suchen. So ist die frühere Königin Aldra nach wie vor in Gedanken bei ihrer verschwundenen Schwester, Engel Nanael eckt erneut im Himmel an. Und Elina, die von Echidna gefangen wurde, wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr ihrer Schwester Leina.

Man muss das Eisen schmieden, so lange das Feuer noch heiß und die Frauen unbekleidet sind. Nur wenige Monate mussten japanische Fans der Spielbuch-Adaption Queen’s Blade darauf warten, dass ihre Heldinnen sich nach Staffel 2 in neue Abenteuer stürzten. Und auch in Deutschland hieß es im Februar ein Wiedersehen mit den Protagonistinnen der Animeserie. Ob freudig oder nicht, liegt im Auge des Betrachters: Wer die Vorgänger mochte, bekommt hier mehr von dem Bekannten geboten. Wer mit der Mischung aus mittelalterlicher Fantasy und viel nackter Haut nichts anfangen konnte, den dürften auch die sechs neuen Nebengeschichten kaum interessieren.

Gesehen haben sollte man die beiden Fernsehstaffeln nach Möglichkeit schon, um die Direct-to-Video-Produktion verstehen zu können, eine richtige Einleitung oder Vorstellungsrunde gibt es nicht. Andererseits: Der Inhalt war noch nie so richtig das Anliegen von Queen’s Blade gewesen. Vielmehr ging es schon immer darum, eine große Zahl von Frauen, die sich nur in der Haarfarbe und der Körbchengröße unterscheiden, nackt oder in Unterwäsche zu zeigen. Das zeigt sich besonders in den Kämpfen, die nicht unbedingt mit Dynamik oder Spezialeffekten glänzen, im Zweifelsfall ist ein sichtbares Höschen wichtiger als Spannung.

Auch sonst ist die Serie recht sparsam, was optische Schmankerl angeht. Schafft man es einmal, an den ständig durch den Bildschirm hüpfenden Brüsten vorbeizuschauen, entdeckt man nicht allzu viel. Die Hintergründe und Objekte sind ohne größere Details, ein von Computern berechnetes Schiff sieht so aus, als würde es gleich auseinanderfallen, so billig ist es zusammengeschustert. Bei den Animationen sieht es nicht besser aus, dafür fehlte beim Studio Arms (Elfen Lied, Samurai Girls) entweder das Geld oder das Talent, vielleicht auch einfach das Interesse.

Das kann manchmal lustig sein, Frauen in den absurdesten Situationen nackt zu sehen, je dreister, umso größer ist immerhin der Trashfaktor. Aber auch da ist Beautiful Warriors eher enttäuschend. In Erinnerungen bleiben da maximal wiederholte Tentakelangriffe auf nackte Frauen, was einen an unselige 80er-Jahre-Animes für „Erwachsene“ erinnert. Vielleicht noch die obligatorische Strandfolge, der zufolge selbst im Fantasy-Mittelalter Volleyball gespielt wurde. Und die erste Folge. Da in der Welt von Queen’s Blade ja grundsätzlich keine Männer zu existieren scheinen, obliegt es den Frauen miteinander sexuell aktiv zu werden. Was zur Not eben zwei leibliche Schwestern sein können, die auf verstörende Weise noch im Erwachsenenalter zusammen baden und miteinander im Bett kuscheln. Nackt natürlich. Wem dieser Gedanke Freude bereitet, dürfte an den sechs voneinander unabhängigen Folgen seinen Spaß haben, teilweise auch ein bisschen mehr über die Protagonistinnen erfahren. Der Rest kann sich das langweilige Beautfiul Warriors sparen: Da gibt es selbst im Ecchi-Bereich Spannenderes.



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Queen’s Blade: Beautiful Warriors
Die sechs Folgen von „Beautiful Warriors“ erzählen, wie es mit den Protagonistinnen aus „Queen’s Blade“ anschließend weiter ging. Antwort: wie immer. Die Geschichte spielt nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle, wichtiger ist der optisch dürftigen Fantasy-Serie die Entkleidung zahlreicher junger Frauen.
3von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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