(„Shinmai Maō no Tesutamento BURST“ directed by Hisashi Saito, 2015)

„The Testament of Sister New Devil BURST“ ist auf zwei Volumes verteilt auf DVD und Blu-ray erhältlich

Im Haushalt von Basara ist Ruhe eingekehrt. So viel Ruhe, wie man von einem Haushalt erwarten kann, der Dämonen und Helden beinhaltet. Die Konflikte zwischen den beiden Parteien sind beigelegt, aus den Kontrahentinnen sind Freundinnen geworden. Und natürlich auch Gespielinnen, denn die lustvolle Interaktion mit Basara verleiht den beiden große Kräfte. Und die können sie auch brauchen, schließlich gibt es da diverse Mitglieder der Dämonenwelt, die nicht ganz so glücklich über diese Vereinigung sind.

Eine Fortsetzung, die (fast) keiner gebraucht hat
Richtig viele Glücksgefühle verleiht The Testament of Sister New Devil BURST aber auch auf der Zuschauerseite nicht. Was nicht heißen soll, dass der Anime keine Fans hat. Die hat er. Die hatte auch Staffel eins. Die hatten wohl auch die Light Novels von Tetsuto Uesu, (Aesthetica of a Rogue Hero), auf denen die Serie basiert. Denn sonst wäre wohl niemand auf die Idee gekommen, dass man hier unbedingt eine Fortsetzung gebraucht hätte. Gut ist die Idee damit aber dennoch nicht geworden.

Nein, qualitativ hochwertig ist dieser spezielle Bereich der japanischen Unterhaltungsindustrie ja selten, der leicht bekleidete Damen in Scharen auf einen unbedarften Jüngling loslässt. Ob sie nun High School DxD oder Demon King Daimao heißen, Daimidaler: Prince v.s. Penguin Empire oder Queen’s Blade, die Geschichten und Figuren der sogenannten Ecchi-Sparte sind austauschbar – sofern man sie überhaupt Geschichten nennen mag –, der „Reiz“ liegt vielmehr darin, prächtig ausgestattete Protagonistinnen bei jeder sich bietenden Gelegenheit nackt zu zeigen.

Selbst innerhalb dieser peinlichen, pseudokomischen Pixelfleischbeschau war The Testament of Sister New Devil jedoch eines der schwächsten Beispiele. Ein bisschen wurde zwar an der Formel gedreht, indem die männliche Hauptfigur Basara ausnahmsweise tatsächlich mal mehr als ein notgeiler Vollidiot sein durfte. Ansonsten war die Fantasy-Hölle aber aus so vielen bekannten Elementen zusammengeklaut, dass man sich im Anschluss kaum mehr an etwas erinnern konnte. Allenfalls die Inzestanleihen – die Dämoninnen sind schließlich Stiefschwestern des Helden – hinterließen einen unangenehmen Nachgeschmack in dieser faden Suppe.

Erkenntnis des Tages: Es geht immer noch schlechter
Das ist bei den zehn Folgen, welche Staffel 2 ausmachen, nicht besser geworden. Genaugenommen schaffte die barbusige Belanglosigkeit das Kunststück, sich noch einmal selbst zu unterbieten. Beispielsweise wurde die zuvor immerhin noch solide Optik von Production IMS weiter abgewertet, sieht oftmals ziemlich billig aus. Die Handlung, welche sich diesmal auf Wettbewerbe konzentriert, kommt nie wirklich in die Gänge. Schließlich muss regelmäßig der Fortgang durch die plumpen Sexszenen unterbrochen werden, die nicht einmal mehr so tun, als wären sie in irgendeiner Form für die Geschichte relevant. Die Unterwürfigkeit der Frauen in Verbindung mit Damsel-in-Distress-Szenarien nimmt dabei so absurde Formen an, dass man hierüber zuweilen lachen möchte. Und das ist etwas, was die als Witze getarnten Dümmlichkeiten nicht schaffen. Wer auf Zeichentrick-Softporno steht, darf hier natürlich mit Gottes und Teufels Segen seinen Spaß haben. Der Rest wird aber seine liebe Mühe haben, einen Anime zu finden, der langweiliger ist als The Testament of Sister New Devil BURST.



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The Testament of Sister New Devil BURST
3.9 (78%) 10 Artikel bewerten

The Testament of Sister New Devil BURST
„The Testament of Sister New Devil“ war eine ausgesprochen schwache Animeserie, die Fantasy, Humor und Softporno auf eine denkbar langweilige Weise kombinierte. Die Fortsetzung tut das auch, ist dabei aber noch einmal schwächer und wird während der zehn Folgen zu einer unbeschreiblichen Qual.
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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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