(„Brother Bear 2“ directed by Ben Gluck, 2006)

Baerenbrueder 2Frühlingszeit ist Paarungszeit! So zumindest erscheint es den beiden Bären Kenai und Koda, als sie aus ihrem Winterschlaf erwachen. Selbst die Elche Benny und Björn wandeln neuerdings auf Freiersfüßen. Kenai macht hingegen die gegenteilige Erfahrung: Nita, seine Freundin aus Kindheitstagen, der er einst ein spezielles Amulett geschenkt hat, ist im Begriff zu heiraten. Bevor sie das tun kann, müssen die beiden jedoch eben jenes Amulett in einer Zeremonie verbrennen, um so das damalige Versprechen aufzulösen. Kenai ist weniger von dem Gedanken angetan, hegt er doch noch immer Gefühle für die zu einer jungen hübschen Dame herangereiften Nita, lässt sich dann aber doch noch auf die Reise ein.

Bärenbrüder 2 ist ein Film, den es eigentlich gar nicht hätte geben dürfen. 250 Millionen Dollar hatte drei Jahre zuvor der Vorgänger Bärenbrüder an den Kinokassen eingenommen. Für Disney war das zu wenig, das Ende der eigenen Zeichentrickabteilung war anschließend besiegelt. Aber doch gut genug, um noch ein bisschen Geld aus der Geschichte quetschen zu wollen. Und so durften die für ihre zahlreichen billigen Fortsetzungen und Spin-offs berüchtigten DisneyToon Studios neben den großen Klassikern auch das weniger berühmte Bärenabenteuer zweitverwerten.

Im Gegensatz zu den vielen anderen Direct-to-Video-Produktionen muss Bärenbrüder 2 den Vergleich zum ersten Teil nicht wirklich fürchten, was gleichzeitig für die Fortsetzung, aber auch gegen den Vorgänger spricht – die Fallhöhe war einfach geringer als etwa bei Die Schöne und das Biest oder Cinderella. Von Vorteil war hierbei sicher auch die recht geringe Zeit, die zwischen beiden Filmen lag. Wo Jahre oder gar Jahrzehnte zwei Teile voneinander trennen, da hat sich die Technik so stark gewandelt, dass sie allein deshalb schon unzusammenhängend wirken – siehe Bambi und Bambi 2. Die beiden Bären-Filme sind da schon deutlich näher beieinander, wirken trotz des sichtlich geringeren Budgets des Nachfolgers aus einem Guss. Echte Wow-Momente wird man hier zwar vergeblich suchen, nett anzusehen ist Bärenbrüder 2 aber.

Auch inhaltlich ist die Fortsetzung durchaus passabel, wenngleich der Schwerpunkt etwas anders ist als noch zuvor. Dieses Mal spielt die große Freundschaft zwischen den Bären nur eine Nebenrolle, dafür mischt die Liebe kräftig mit. Das ist angesichts der bei den Videoproduktionen anvisierten jungen Zielgruppe zwar etwas seltsam, von dem befremdlichen Ende ganz zu schweigen, stört aber trotz kitschiger Schwächeanfälle auch nicht weiter. Die heimlichen Stars sind ohnehin erneut die beiden Elche, die durch ihre Tollpatschigkeit für den nötigen Witz sorgen. Leider bekommen sie bei ihrer Rückkehr aber nicht mehr ganz so viel zu tun. Und auch die spirituellen Elemente sind etwas weniger geworden, sieht man einmal von den Amuletten ab.

Ein Vorteil ist das nicht gerade. Schon Bärenbrüder war zu formelhaft gewesen, um es mit den großen Konkurrenten aus dem eigenen Mäusehaus aufnehmen zu können. Das ist bei Bärenbrüder 2 noch einmal verstärkt der Fall, der Film ist so wenig bemerkenswert, dass man sich kaum an ihm erfreuen oder stören kann. Neue Fans kann die Fortsetzung so natürlich nicht überzeugen. Aber den Anspruch hat der ohne großen Anspruch produzierte Zeichentrickfilm ohnehin nicht, will gar nicht mehr sein als ansprechende Zerstreuung für zwischendurch.

Bärenbrüder 2
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Bärenbrüder 2
„Bärenbrüder 2“ ist eine solide Fortsetzung ohne größere Ansprüche, die optisch zwar nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten kann, insgesamt aber qualitativ recht nahe kommt – auch wenn Humor und Freundschaft zugunsten eines Romanzethemas reduziert wurden.
5von 10

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