(„The Last Witch Hunter“ directed by Breck Eisner, 2015)

The Last Witch Hunter DVD

„The Last Witch Hunter“ ist ab 10. März auf DVD und Blu-ray erhältlich

Seit einigen Jahrhunderten schon beschützt der Krieger Kaulder (Vin Diesel) die Menschen vor den Machenschaften böser Hexen. Auch in der Gegenwart gibt es sie noch, aufgrund eines Abkommens haben sich die magiebegabten Frauen jedoch dem Frieden verpflichtet. Als ein für die Überwachung zuständiger Priester (Michael Caine) kurz nach seinem Rücktritt im Schlaf stirbt, wittert der unsterbliche Kaulder jedoch, dass da jemand seine unredlichen Hände im Spiel hatte. Zusammen mit dem Nachfolger des Verstorbenen (Elijah Wood) und der jungen Hexe Chloe (Rose Leslie) muss der Hexenjäger nun herausfinden, was hinter der Sache steckt – und wird bald in seinen schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

Zombies, Vampire, selbst Werwölfe – auch im Jahr 2016 haben die Schreckgespenster von früher einen festen Platz in unserer Filmwelt. Hexen jedoch, die sind wohl nicht zuletzt aufgrund politischer Korrektheit heute kein echtes Thema mehr. Wenn sie doch mal eine größere Rolle bekommen, dann ist das meist mit Humor verbunden. Siehe Witching & Bitching, siehe Hänsel und Gretel: Hexenjäger. Bei The Last Witch Hunter ist das anders. Wenn sich Vin Diesel als obercooler Methusalemkrieger ins Kampfgetümmel wirft, dann ist das alles andere als komisch. Nicht einmal unfreiwillig.

Eigentlich möchte man hier ja eine ernste Geschichte erzählen. So ist es ein Fluch, ausgesprochen von Kaulders persönlicher Erzfeindin, der Hexenkönigin, der ihn zur Unsterblichkeit zwingt. Und natürlich hat diese dabei auch noch seine Familie ermordet, damit das mit dem Rachemotiv auch wirklich funktioniert. So richtig fühlbar wird davon aber nichts, Vin Diesels Rolle versteht sich zwar aufs Schwertschwingen, bleibt ansonsten aber völlig blass. Bei den anderen sieht es nicht viel besser aus, eigentlich läuft weder auf der Menschen- noch der Hexenseite jemand rum, für den man sich ernsthaft interessieren würde – obwohl der Film mit Elijah Wood und Michael Caine durchaus prominente Mitstreiter zur Verfügung stellt.

Es wird allerdings zu wenig mit ihnen angefangen. Auf der Suche nach Hinweisen stolpert das Team von einer Situation zur nächsten, liefert sich zwischendurch ein paar Kämpfe. Ein großer „Dungeons & Dragons“-Fan soll Vin Diesel ja sein. Und ein bisschen wirkt The Last Witch Hunter dann auch so, als wurde hier wie beim Rollenspiel unterwegs improvisiert, was denn der nächste Schritt ist. Der Weg ist das Ziel. Spielt man ein solches Szenario selbst, kann das sehr spaßig sein, als passiver Zuschauer bzw. Zuhörer ist das ziellose Durcheinander aber weniger spannend: Dem Film fehlt sowohl das Trashige wie auch das Epische, landet dafür irgendwo im dezent langweiligen Mittelfeld. Ein paar interessante Ideen gibt es, etwa den Erinnerungstrank von Chloe oder das Traumwandeln. Das ist aber eher die Ausnahme, von einem späteren Twist mal abgesehen begnügte man sich hier mit dem unbedingt Notwendigen.

Immerhin sieht das Ganze oft nicht schlecht aus, etwa wenn es kämpferisch zur Sache geht oder die Stadt kurz vor der obligatorischen Apokalypse steht. Wer effektgeladene Actionfilme mag, der wird dann vielleicht auch über den arg konventionellen Inhalt hinwegsehen können. Der Rest findet jedoch nur wenige Gründe, hier über 100 Minuten bei der Sache zu bleiben.



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The Last Witch Hunter
3.95 (79%) 20 Artikel bewerten

The Last Witch Hunter
Wenn sich Vin Diesel durch Hexen und andere Kreaturen metzelt, sieht das teilweise ganz gut aus, ist letzten Endes aber weder witzig noch spannend genug, um über die gesamte Laufzeit das Interesse hochzuhalten, zumal auch die Figuren recht nichtssagend sind.
5von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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