(„Pixies“ directed by Sean Patrick O’Reilly, 2015)

Pixies

„Pixies“ erscheint am 10. März auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray

Schon im normalen Leben ist Joe nicht unbedingt von Glück verfolgt: Er hat weder eine Freundin noch eine berufliche Perspektive, ist noch immer gezwungen, in der Werkstatt seines Vaters auszuhelfen, weil er nichts anderes findet. Und dann fährt eines Morgens die Müllabfuhr auch noch direkt vor seiner Nase weg! Um seinen Abfall doch noch loszuwerden, fährt er zu einer etwas abgelegenen Stelle in der Natur und wirft ihn dort einfach weg. Wird schon niemand sehen. Irrtum: Just an diesem Ort lebt nämlich ein Pixiesvolk, das so gar nicht von dem stinkenden Regen begeistert ist, zumal Königssohn William auch noch schwer verletzt wird. Um diesen Frevel zu rächen, wird dessen Bruder Sam auserkoren, zusammen mit zwei Helfern Joe das Leben durch Missgeschicke und kleine Unfälle zur Hölle zu machen.

Dass kleine menschenähnliche Völker, die im Verborgenen leben, als Protagonisten von Animationsfilmen groß rauskommen können, haben in den letzten Jahren Epic und die Tinkerbell-Reihe (zuletzt Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest) bewiesen. Es mit diesen finanzkräftigen Studios aufnehmen zu wollen, das zeugt dann schon von Mut, schließlich ist gerade der Bereich der Animation einer, der sehr von den Geldmittel lebt: Je höher das Budget, umso schöner oft das Ergebnis. Schön ist bei Pixies, welches auf einer Comicreihe von Sean Patrick O’Reilly basiert, der nicht nur Kanadas größten Comicverlag besitzt, sondern hier auch noch Regie führt, jedoch so gut wie nichts.

Schon die Designs sind mit gewöhnungsbedürftig noch nett umschrieben: Die Pixies haben sehr markante Züge, die einen eher an die Gremlins erinnern als an Cousine Tinkerbell und die ihnen in Kombination mit den grausamen Streichen etwas Diabolisches geben. Die Hintergründe haben so gut wie keine Details, die wenigen Objekte sind klobig, auch die Animationen sind sehr grob gehalten. Allein die angenehme Farbgebung rettet hier einiges. Ansonsten aber ist Pixies ein visuelles Debakel, welches schon vor zehn Jahren so nicht mehr hätte erscheinen dürfen, geschweige denn im Jahr 2016.

Das würde man der kanadischen Miniproduktion noch verzeihen, wenn dafür wenigstens der Inhalt interessant wäre. Aber auch hier enttäuscht der Film auf ganzer Linie. Zwei Botschaften sind es, die dem anvisierten jüngeren Publikum mit auf den Weg gegeben werden: 1. Respektiere die Umwelt. 2. Rache ist nie eine Lösung. Beides rückt hier aber über weite Strecken völlig in den Hintergrund, stattdessen sehen wir eine endlose Aneinanderreihung von bösen Streichen, die Joe gespielt werden. Und böse heißt hier tatsächlich böse: Der tumbe Mensch darf schon mal ein paar Meter in die Kanalisation stürzen, da kennt ein Pixie nichts.

Das ist angesichts der später propagierten Moral nicht nur recht fragwürdig, es ist nicht einmal besonders komisch. Gemeine Slapstickeinlagen sind im Animationsbereich ja Tradition, Klassiker wie Tom & Jerry und Wile E. Coyotes Jagd auf den Road Runner leben zu einem beträchtlichen Teil von der Schadenfreude, wenn dem Gegenspieler mal wieder alles um die Ohren fliegt. Mit denen kann es der kanadische Urenkel aber nicht aufnahmen, ist dafür einfach zu behäbig und abwechslungsarm. Dass in dem Segment Animation für Kinder eine Menge Geld zu holen ist, ist klar, auch dass nicht jede Veröffentlichung ein Meisterwerk sein kann. Warum jedoch ein Film wie Pixies seinen Weg nach Deutschland schafft, während deutlich schönere und unterhaltsamere wie The Painting oder A Cat in Paris draußen bleiben müssen, das will einem dann aber doch nicht einleuchten.



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Pixies – Kleine Elfen, großes Abenteuer
„Pixies“ ist sowohl inhaltlich wie auch optisch eine ziemliche Enttäuschung: Die Slapstickeinlagen sind behäbig und abwechslungsarm, die Figuren hässlich, Hintergründe wie Animationen grob. Nicht einmal die positive Grundaussage des Films überzeugt, da sie kaum zu den bösen Streichen der Pixies passen.
3von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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