(„The Salvation“ directed by Kristian Levring, 2014)

Salvation

„The Salvation – Spur der Vergeltung“ ist seit 24. Februar auf DVD und Blu-ray erhältlich

Der Western, eines der größten Filmgenres aller Zeiten. Regisseure wie Sergio Leone, John Ford oder Clint Eastwood drückten ihm ihren Stempel auf. Nachdem er zwischendurch nahezu am Aussterben war, erlebt er zurzeit eine Renaissance. Zuletzt waren es Filme wie True Grit oder Django Unchained, die das Herz von Westernfreunden haben höher schlagen lassen, und mit The Hateful Eight und Jane Got a Gun erwarten uns demnächst zwei weitere Werke, die sich mit dem wilden Westen und dem damaligen, dort geführten Leben befassen. Mit The Salvation haben wir hier einen dänischen Vertreter dieses altehrwürdigen Genres, gespickt mit größtenteils europäischen Darstellern, der sich jedoch im Grundmuster nicht groß von den amerikanischen Vertretern unterscheidet.

Im Mittelpunkt steht der dänische Soldat Jon (Mads Mikkelsen), der, wie viele seiner Landsleute, nach der Niederlage gegen die Preußen in die USA flieht, m sich dort ein neues Leben aufzubauen. Sieben Jahre später folgen seine Frau Marie (Nanna Øland Fabricius) und sein  Sohn Kresten (Toke Lars Bjarke). Doch das gemeinsame Familienglück ist nur von kurzer Dauer. Zwei Banditen vergewaltigen Jons Frau und töten diese danach zusammen mit ihrem Sohn. Kurz darauf erschießt Jon die Mörder seiner Familie und kehrt nach Hause zurück. Blöd nur, dass einer der getöteten Banditen der Bruder des Bandenanführers Delarue (Jeffrey Dean Morgan) war, welcher nun die Bewohner der Kleinstadt Black Creek dazu zwingt, ihm den Mörder seines Verwandten auszuhändigen. Im weiteren Verlauf des Films geht es nur noch um eins: Lex talionis. Auge für Auge.

Nach dem Film James Bond 007 – Casino Royale und der Serie Hannibal ist Mads Mikkelsen nun endgültig in Hollywood angekommen. Dabei ist es schön zu sehen, dass er sich immer wieder „kleineren“, europäischen Projekten, wie zum Beispiel Die Jagd, Walhalla Rising oder Michael Kohlhaas widmet. In The Salvation spielt er einen eigentlich friedlichen Mann, mit kriegerischer Vergangenheit, der unter gegebenen Umständen dazu gezwungen wird seine kämpferischen Fähigkeiten wieder aufleben zu lassen. Trotz dieser doch nun schon bekannten Struktur schafft es Mikkelsen seiner Figur ein wenig Tiefe zu geben, was aufgrund der wenigen Informationen, die wir über ihn bekommen, eine bemerkenswerte Leistung ist.

Viel gesprochen wird während des ganzen Films nicht. Stellvertretend dafür steht die von Eva Green dargestellte Madelaine, der im Kindesalter von Indianern die Zunge abgeschnitten wurde, und die deshalb während der ganzen Zeit nicht einen Ton von sich gibt. Regisseur Kristian Levring setzt in seinem neuesten Werk nicht nur auf die Mimik und die darstellerische Leistung seiner Darsteller, sondern auch auf ein beeindruckendes Setting (in der Wüste Südafrikas hat man eine prachtvolle Landschaftskulisse gefunden).

Obwohl die Story nicht gerade neu ist, und an manchen Stellen vorhersehbar wirkt, ist der Film doch größtenteils spannend und unterhaltsam anzusehen. Vor dem Hintergrund des gerade aufkommenden schwarzen Goldes, wird der Zuschauer Zeuge einer Gesellschaft, in der fast jeder nur an sich selber denkt. Selbst wenn der Sherif vorgibt, einen zum Wohl aller anderen zu opfern, dann kommt man nicht umhin zu glauben, dass er das aus reinem Eigenschutz macht. Es wirkt geradezu symbolisch, dass der Bürgermeister von Black Creek auch gleichzeitig der örtliche Bestatter ist.

The Salvation – Spur der Vergeltung
3.76 (75.24%) 21 Artikel bewerten

The Salvation – Spur der Vergeltung
The Salvation ist ein spannender gut inszenierter Western, mit einer tollen Darstellerriege.
8von 10

Über den Autor

Eine Antwort

  1. Lorenz Mutschlechner

    Volle Zustimmung, was für ein toller Neo-Western aus Dänemark! Die Story ist im Grunde banal, aber das macht überhaupt nix, denn die Stimmung und die Bilder wurden hervorragend eingefangen und es kommt praktisch nie Langeweile auf. Mads Mikkelsen macht einmal mehr einen ausgezeichneten Job und auch die Musik passt ebenfalls hervorragend zur Thematik. Bitte mehr davon

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