Red Dawn
© Leonine

Red Dawn

Red Dawn
„Red Dawn“ // Deutschland-Start: 27. Dezember 2012 (Kino) // 16. Mai 2013 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Eigentlich wollte der Marine Jed Eckert (Chris Hemsworth) bei seinem Heimaturlaub etwas mit seinem Vater Tom (Brett Cullen) und Bruder Matt (Josh Peck) entspannen. Doch das Zusammenleben gestaltet sich schwierig, so ist Matt noch immer wütend darüber, dass Jed nach dem Tod der Mutter weggegangen ist und ihn dabei zurückließ. Den beiden bleibt aber keine Zeit, um ihre Differenzen zu überbrücken, da die Stadt kurze Zeit später angegriffen wird. Dabei stellt sich heraus, dass das nordkoreanische Militär einen Angriff auf die USA begonnen hat. Auf Anraten ihres Vaters fliehen die beiden Brüder mit einigen anderen in den Wald, wo die Familie eine Jagdhütte hat. Doch die Invasoren unter der Leitung von Captain Cho (Will Yun Lee) sind ihnen bereits auf den Fersen …

Remake eines fragwürdigen Action-Hits

Grundsätzlich spricht natürlich nichts dagegen, Remakes älterer Filme zu drehen. In den meisten Fällen geht es darum, von dem Erfolg vergangener Zeiten profitieren zu wollen. Manchmal werden aber auch unbekanntere Werke einem neuen Publikum vorgestellt. Aber man muss nicht jedes dieser Remakes nachvollziehen können. Weniger Verständnis muss man beispielsweise Red Dawn entgegenbringen. So war das Original Die rote Flut, bei dem es um eine Invasion durch kommunistische Länder kam, zwar erfolgreich, geht aber kaum als Klassiker durch. Die Kritiken waren seinerzeit mäßig. Außerdem war die Vorstellung 2012 reichlich absurd, dass Staaten einfach so woanders einmarschieren können, zumindest außerhalb der ewigen Krisengebiete.

Mehr als zehn Jahre später hat die Neuverfilmung eine unheimliche bis unangenehme Relevanz gewonnen, umso mehr, wenn man sich die Nationalitäten der Invasoren anschaut. Ursprünglich ging es darum, dass China und Russland sich zusammentun, um andere Länder zu unterwerfen. Das ist in Zeiten vom Ukrainekrieg und einem drohenden Angriff auf Taiwan plausibler, als es damals gewesen ist. Allerdings zeigte man sich dann doch nicht mehr ganz so mutig. Nachdem China verständlicherweise protestierte, wurden nachträglich mit viel Aufwand aus den chinesischen Soldaten nordkoreanische gemacht. Red Dawn sollte schließlich im Reich der Mitte starten und auf diese Einnahmen wollte man nicht verzichten. Der Hurra-Patriotismus scheitert daran, dass man sich an den „Feind“ verkaufte – was angesichts des Inhalts ein wenig zynisch ist.

Plump und langweilig

Nicht dass man allgemein von dem Inhalt irgendetwas erwarten sollte. Die Geschichte ist plump, die Figuren sind es auch. Da wird zu Beginn lieblos eine Familienkonstellation entworfen, für die man sich später nicht mehr interessiert. Bei den anderen Figuren wurde erst gar nicht versucht, ihnen Charaktereigenschaften oder Hintergrundgeschichten mitzugeben. Ein paar sind durch die Relationen etwas hervorgehoben, Stichwort Love Interest. Bei den meisten weiß man erst gar nicht, wer sie sein sollen. Das Ensemble wurde dann auch nicht der schauspielerischen Fähigkeiten wegen ausgesucht, sondern dass es die entsprechende Optik mitbringt. Wobei man ihnen kaum zum Vorwurf machen kann, wenn Red Dawn ein uninteressanter Film ist. Sie machen keine schlechte Arbeit. Sie sind einfach nur irgendwie da.

Unterhaltsam ist das Ergebnis nicht, zumindest nicht direkt. Dann und wann ist der Film unfreiwillig komisch und sorgt so für ein bisschen Spaß. Dass zum Beispiel eine Ansammlung von Leuten, die eher nach Seifenoper aussehen, auf einmal zu Super-Guerillas mutieren, ohne dass viel Arbeit investiert würde, ist schon albern. Konsequent umgesetzt, als Parodie oder Satire, hätte das funktionieren können. So aber bleibt ein lediglich dümmlicher Reißer, der nicht einmal wirklich mitreißt. Dafür sind die Actionszenen in Red Dawn auch einfach zu schwach. Es gelingt Regisseur Dan Bradley nicht, diese Kämpfe packend in Szene zu setzen. Man verliert einfach das Interesse, da bringt ein Blick in die täglichen Nachrichten mehr Nervenkitzel.

Credits

OT: „Red Dawn“
Land: USA
Jahr: 2012
Regie: Dan Bradley
Drehbuch: Carl Ellsworth,Jeremy Passmore
Musik: Ramin Djawadi
Kamera: Mitchell Amundsen
Besetzung: Chris Hemsworth, Josh Peck, Josh Hutcherson, Adrianne Palicki, Isabel Lucas, Connor Cruise, Jeffrey Dean Morgan, Will Yun Lee

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Red Dawn
fazit
Knapp drei Jahrzehnte nach „Die rote Flut“ versuchte sich „Red Dawn“ an einem Remake des umstrittenen Actionhits. Die Geschichte um eine nordkoreanisch-russische Invasion in den USA ist aber alles andere als spannend, allenfalls die unfreiwillig komischen Szenen können für etwas Unterhaltung sorgen.
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