(„Ruhm“ directed by Isabel Kleefeld)

Sechs verschiedene Geschichten mit sechs ganz normalen Menschen. Das Mobiltelefon spielt bei mehreren Handlungssträngen eine bedeutende Rolle. Für den Techniker Joachim Ebling (Justus von Dohnányi) bedeutet es die Flucht aus dem Alltag und weg von seiner eingefahrenen Ehe. Für Maria Rubinstein (Gabriela Maria Schmeide) hingegen wird der leere Akku ihres Handys zum Anfang einer ungewollten, unerfreulichen Reise durch die Sowjetunion. So entsteht eine Verknüpfung von verschiedenen, skurrilen Geschichten.

Trotz der schauspielerischen Top-Aufstellung mit Heino Ferch, Senta Berger, Justus von Dohnányi und Julia Koschitz, schafft es die um drei Geschichten kürzere Literaturverfilmung des Romans von Daniel Kehlmann nicht zu überzeugen. Was zu Beginn noch recht amüsant und zügig ist, wird schnell langweilig und teilweise unübersichtlich. Der stete Zwang Bücher auf die Leinwand bringen zu müssen scheint hier seine negativen Spuren hinterlassen zu haben.

Die Darsteller von denen man viel Besseres gewohnt ist, vor allem Heino Ferch und Dohnányi, scheinen oft unterfordert und spielen verloren durch die potenziell gute Story. Denn der Titel Ruhm spiegelt sich in jeder der kleinen Erzählungen wieder, immer auf eine andere Art und Weise. Allein den Grips dabei zusammenzuhalten verhindert die Tiefschlafphase und lädt zum interagieren ein. Leider spielt Ferch zu Beginn auch den besten Part des Films, als er in seiner Doppelrolle, mit seinem Doppelgänger über die Kunst der Imitation debattiert und sich sicher ist, dass der echte Star überhaupt nicht wie das Original ausschaut und er ihm aber auch keine Nachhilfestunden geben werde, um diesen, also sich selbst, besser nachahmen zu können.

Ruhm ist seit 26. Oktober auf DVD erhältlich



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Ruhm
3.67 (73.33%) 3 Artikel bewerten

Ruhm
Leider habe ich den Roman nicht gelesen, doch ich bin mir sicher, dass die vollständige Geschichte besser in Textform hätte bleiben sollen, zumindest wenn dieser Film das bestmögliche Ergebnis dabei ist. 109 Minuten ohne spritzige Unterhaltung, aber viel Wirr Warr.
4von 10

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