(„11-11-11“ directed by Darren Lynn Bousman, 2011)

Der 11.11.11 wird das Leben des erfolgreichen, atheistischen Romanautors Joseph Crone (Timothy Gibbs) gravierend verändern. Die Anzeichen darauf erhält er in den letzten Tagen vor diesem historischen Datum. Alles ergibt plötzlich einen erschreckenden Sinn, seine Frau, sein Sohn und seine Mutter sind jeweils an einem 11.11. ums Leben gekommen und auch sein im Sterben liegender Vater scheint an dieser imaginären Schwelle nicht vorbeizukommen. Als sich die Situation im Hause seines Bruders Samuel (Michael Landes) zuspitzt und dessen Leben in akuter Gefahr ist, beginnen sich die Dämonen zu manifestieren und nicht nur sie zeigen plötzlich ihr wahres, finsteres Gesicht.

Es ist immer wieder schön zu sehen, was man mit Zahlen so alles anstellen kann. Ob Number 23 mit Jim Carrey oder der merkwürdige Thriller The Nines, es gibt einfach unzählige Möglichkeiten der numerischen Fantasie freien Lauf zu lassen. Auch das magische Datum 11.11.11 muss hierfür natürlich bearbeitet werden und was eignet sich dazu besser, als die altbekannte Bibelklamotte wieder auszupacken. Der zeitlose Kampf Gut gegen Böse, Gott gegen Teufel, Gläubige gegen Ungläubige…

Der Thriller plätschert irgendwie vor sich hin, getrieben von einem körperlich und seelisch verknitterten Hauptdarsteller, der mit seiner düsteren deutschen Stimme ganz gut ausgewählt ist und das Mysterium aufrecht erhalten kann. Den Rest der Darsteller kann man eigentlich in die Tonne kloppen, denn diese sind so unscheinbar und somit außerordentlich schnell wieder vergessen, wie der gesamte uninspirierende Plot des Streifens. Ein paar gute Ansätze sind erkennbar und man merkt auch, dass der SAW-Regisseur kein Neuling ist, wenn es um Kameraführung, Set oder Geräuscheeffekte geht, doch alles nur mit halber Intensität, als wollte man nur mal eben einen Film präsentieren um nicht ganz in Vergessenheit zu geraten oder aus dem Rampenlicht zu verschwinden.

Die recht unerwartete Wendung zum großen Finale war schließlich noch das Einzige, was mich wieder aus meiner bequemen Liegeposition gebracht hat, da sich endlich einmal Dinge in flotterer Abfolge präsentierten und man sich ein wenig bemühen musste alles mitzubekommen. Man hätte hier sicherlich prima eine Kurzgeschichte draus machen können und diese sogar für die qualitativ minderwertige Mysteryproduktion X-Factor – Das Unfassbare verwenden können, ohne optische Verschlechterungen vornehmen zu müssen.

11-11-11 – Das Tor zur Hölle ist seit 23. März auf Blu Ray und DVD erhältlich

11-11-11 – Das Tor zur Hölle
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11-11-11 - Das Tor zur Hölle
Was am Ende bleibt sind 90 Minuten ohne viel Spannung, Schreckmomente oder sinnhafte Tiefgänge. Die Idee ist ganz nett und hätte mit besseren Dialogen oder glaubwürdigeren Nebendarstellern wohl auch ziemlich gut funktionieren können. Aber wenn der Regisseur schon keine Lust hat, wie soll der Funke da auf seine Crew überspringen?
4von 10

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2 Responses

  1. M92

    Hi,
    eigentlich war der Film ganz ok, aber was hatte die Frau am Schluss auf den Bildern gesehen, dass sie sie verbrennen musste ?

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  2. Sebastian Krause

    *SPOILER*
    Die Dame am Ende gehört mit zu dem düsteren Plan des miesen Bruders und war eingeweiht.
    Deshalb war das Dargestellte auf den Fotos für sie auch keine Überraschung. Ganz im Gegenteil, dass die Frau die Bilder abholen sollte passte perfekt, um die letzten belastenden Beweise zu vernichten. Unser lieber Joseph Crone wurde also die ganze Zeit über in die gewünschte Richtung getrieben und der irre Mann mit der Pistole, der zu dämlich war Joseph die Wahrheit plausibel zu erklären, war theoretisch gesehen einer der „Guten“.

    Schön, dass dir der Film trotzdem gefallen hat, mir war er einfach zu dünn in jeder Hinsicht.

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