Inhalt / Kritik

Trespass

„Trespass“ // Deutschland-Start: 28. Februar 2012 (DVD/Blu-ray)

In seinem Geschäft, dem Handel mit Diamanten, macht Kyle Miller (Nicolas Cage) so schnell keiner was vor, weshalb er es über die Jahre zu einem gewissen Ruf in der Branche gebracht hat. Der viel beschäftige Geschäftsmann konnte sich und seiner Familie, seiner Frau Sarah (Nicole Kidman) und der gemeinsamen Tochter Avery (Liana Liberato), ein Leben in Luxus gönnen, was sich schon an ihrem Haus, einer großzügigen Villa in Shreveport, Louisiana zeigt. Jedoch haben die Geschäfte und die zahlreichen Reisen ihren Tribut gefordert, denn für seine Familie ist Kyle mehr eine Art Fremder geworden, der immer mal wieder in ihrem Haus auftaucht, nur um dann nach wenigen Stunden wieder zu gehen. Nach einem Streit mit ihrer Mutter flieht Avery aus dem Haus und zu einer Party eines Schulkameraden, wodurch sie nicht mitbekommt, dass für ihre Eltern derweil daheim ein wahrer Albtraum in Erfüllung geht, als sich eine Bande Einbrecher Zugang zum Haus verschafft. Schnell haben die Angreifer sowohl Sarah wie auch Kyle in ihre Gewalt gebracht und fordern den Inhalt von Kyles Bürosafe, in dem sie Diamanten vermuten, doch auch nach massiven Drohungen will der Geschäftsmann diese nicht öffnen.

Immer mehr wird Kyle klar, dass die Angreifer über seinen Alltag wie auch den seiner Familie Bescheid wissen, kennen sie sich doch nicht nur im Haus sehr gut aus, sondern wissen auch, wo sich Sarahs Schmuck befindet und wie viel dieser wert ist. Durch sein Verhandlungsgeschick gelingt es Kyle die Diebe hinzuhalten, in deren Reihe sich ein gefährliches Ungleichgewicht deutlich macht, eine Art Konkurrenzkampf zwischen dem vermeintlichen Anführer (Ben Mendelsohn), seinem Bruder Ty (Dash Mihok) sowie ihrem hünenhaften Begleiter (Cam Gigandet), der am liebsten mit Gewalt seinen Willen durchsetzen will.

Das trügerische Gefühl von Sicherheit

Auch wenn das künstlerische Schaffen von Regisseurs Joel Schumacher Titel wie Falling Down und The Lost Boys umfasst, muss man doch attestieren, dass sich seine Karriere nach seinen beiden Batman-Filmen nicht wirklich erholt hat. Viele der nachfolgenden Projekte erhielten entweder direkt eine Videoauswertung oder liefen erfolglos in den Kinos, so auch Schumachers letzter Film Trespass – Auf Leben und Tod. Auch die Kritik ließ kein gutes Haar an dem Home Invasion-Thriller, was vielleicht auch an einer gewissen Übersättigung des Genres in den 2010 Jahren gelegen haben mag. Dennoch ist Trespass keinesfalls eine reine Auftragsarbeit, wie viele Kritiker dem Film vorwarfen, sondern ein spannender Thriller um Besitz, Sicherheit und Familie, der alleine schon wegen seiner Darsteller sehenswert ist.

Darüber hinaus erfuhr Trespass die zweifelhafte Ehre für viele Goldene Himbeeren nominiert zu sein, was vielleicht der Mitwirkung von Nicolas Cage geschuldet sein mag, auf den es die Jury dieses Filmpreises bereits seit vielen Jahren abgesehen hat. Das ist nicht nur falsch, sondern auch in vielerlei Hinsicht kurzsichtig, ignoriert es doch, wie passend Cages Darstellung eines Mannes ist, dessen Leben aus den Fugen geraten ist und der immer unter Strom zu stehen scheint. Die Aufgedrehtheit sowie das unaufhaltsame Verhandeln, selbst unter Lebensgefahr, sind natürliche Elemente eines Lebens und eine Bestätigung dessen Sicherheit. Immer mehr gerät jedoch diese Wahrnehmung ins Wanken, als Kyle verstehen muss, wie instabil sein Leben wirklich ist und wie sehr er sich von seiner Familie durch sein Handeln distanziert hat.

Besitz und Illusion

Die Welt, die Schumachers Film zeigt, ist eine, in welcher Sicherheit gleichbedeutend mit Besitz ist. Die fast schon antiseptische Reinheit, die Formen und immer wieder dieses Leere des Familienanwesens implizieren die totale Überwachung und einen Schutz, gewährleistet durch hohe Mauern und Kameras. Interessant ist dabei, wie auch dieses Konstrukt zerfällt, wie sich selbst vermeintliche Sicherheiten in Luft auflösen und beide Ehepartner, doch auch die Einbrecher, ihr Bild dieser Demonstration von Wohlstand überprüfen müssen.

Wenn auch vom Schnitt her sehr chaotisch, stellt Schumacher dar, wie sie Familie immer mehr zusammenzuwachsen scheint, während sich eine Dynamik des Verdachts und der Zwietracht in die Gemeinschaft der Einbrecher einschleicht. Überflüssigerweise werden hier noch Rückblenden gezeigt, welche diesen etwas mehr Substanz geben sollen, was aber in der Folge den Fluss des Filmes nur aufhält.

Credits

OT: „Trespass“
Land: USA
Jahr: 2011
Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Karl Gajdusek
Musik: David Buckley
Kamera: Andrzej Bartkowiak
Besetzung: Nicolas Cage, Nicole Kidman, Cam Gigandet, Jordana Spiro, Ben Mendelsohn, Liana Liberato, Dash Mihok

Bilder

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Trespass
„Trespass“ ist ein durchaus spannender Home Invasion-Thriller, dessen Ruf als Reinfall ungerechtfertigt ist. Auch wenn nicht jeder Handgriff sicher ist und nicht jede Idee zündet, ist Joel Schumachers letzter Film dennoch unterhaltsam, was nicht zuletzt seinen Darstellern geschuldet ist.
6von 10

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