(„Falling Down“ directed by Joel Schumacher, 1993)

Ein wirklich gut gemachter Thriller von Joel Schumacher, der die Wut eines Normalbürgers wiederspiegelt.
William „D-Fense“ Foster (Michael Douglas) ist ein durchschnittlicher, weißer amerikanischer Bürger der Mittelschicht. Er steckt mit seinem Wagen im Stau. Unter der prallen Hitze von Los Angeles beginnt er langsam aber sicher nervös zu werden. Die Klimaanlage seines Autos ist kaputt, ebenso die Fensterkurbel. Eine nervtötende Fliege macht es dem Hauptcharakter noch anstrengender und die anderen Autofahrer fluchen vor sich hin aufgrund des nicht enden wollenden Chaos. Dabei möchte Foster nur eines: Nach Hause.
Plötzlich wird es ihm zu viel, er steigt aus und rennt zu Fuß weiter. Er kommt nach South Central, dem Ghetto von LA, wo er sich zu Abkühlung eine Coca Cola kaufen möchte. Der koreanische Ladenbesitzer, Mr.Lee (Michael Paul Chan), verlangt laut Foster viel zu viel für das Getränk und zerstört deshalb kurzerhand den Lebensmittelladen mit einen Baseballschläger. Er verlässt den Laden und wird von zwei Latinos verfolgt. Sie wollen seinen Aktenkoffer, aber Foster wehrt sich und schlägt sie mit dem Baseballschläger in die Flucht. Einer der beiden hat ein Butterfly-Messer fallen lassen, das sich Foster sofort zu Eigen macht. Die beiden Latinos aber gruppieren sich mit ihren Homies und wollen per Drive-by den durchgeknallten Weißen fertig machen. Es gelingt ihnen nicht, es kommt hingegen noch viel schlimmer: Sie geraten in einen tödlichen Autounfall. Foster der sich nicht mal über den Mordversuch aufzuregen scheint, bemächtigt sich der Schusswaffen die, die Latinos in ihrem Unfallwagen hatten und zieht weiter. Seine Spur der Verwüstung wird bei der Polizei bemerkt doch haben diese keine konkreten Indizien für die Zwischenfälle. Nur ein vor der Pensionierung stehender Schreibtisch-Polizist, Detective Martin Prendergast (Robert Duvall) sieht die Zusammenhänge und kommt Foster auf die Spur. Dieser hat inzwischen per Waffengewalt in einem Fastfood-Restaurant ein Menü bestellt, einem Neonazi umgelegt und dessen Laden verwüstet, einen Golfplatz unsicher gemacht und ist in eine Villa eingedrungen. Dabei liegen all diese Schauplätze auf dem Weg nach Hause zu seiner Ex-Frau und ihren gemeinsamen Kind, das an diesem Tag seinen 4. Geburtstag feiert.
Schlussendlich findet der Showdown zwischen Prendergast und Foster statt, in dem letzterer ganz überrascht feststellen muss, dass er als „Bösewicht“ angesehen wird. Er, der nur seine Rechte in Anspruuch nehmen wollte Er, der sich vom System ausgenutzt und benachteiligt fühlt. Der Film endet mit dem Tod Foster’s, der eher einem Suizid ähnelt.
Der Film verarbeitet auf intelligente Art und Weise das Thema „Wut“. In nur 110 Minuten Laufzeit schafft es Joel Schumacher seinen beiden Hauptcharaktere (Foster und Prendergast) Tiefe zu verleihen. Foster’s Reaktion wird zwar nicht gebilligt, aber verstehen wird ihn wohl jeder Zuschauer der den Film aufmerksam verfolgt. Einer der gesellschaftskritischsten Filme die ich kenne, mit brillanten Leistungen von Michael Douglas und Robert Duvall.

Falling Down
3.75 (75%) 4 Artikel bewerten

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Ehemaliger Autor

Eine Antwort

  1. parker

    Hab ihn vor kurzem wieder mal gesehen und finde die schauspielerische Leistung von Douglas hervorragend. Sonst kann ich ihn und seine Rollen eher nicht leiden, aber es scheint fast so als wäre Falling Down für ihn geschrieben worden.

    Der Film behandelt aber noch viel mehr Themen als die, die du ansprichst. Es geht auch um die Rolle der Frau in der Gesellschaft, und wie Männer ihre „Macht“ ausnützen um zu ihre Interessen durchzusetzen.

    Außerdem war „D-Fens“ nicht nur ein spießiger Mittelschichtsbürger sondern ein Psycho der offenbar irgendeinen Frauenkomplex hatte (sagte sogar seine Mutter). Nach dem der kalte Krieg vorbei war wurde sein Job als Ingenieur in der Rüstungsindustrie gestrichen und er war sozusagen nutzos obwohl er doch vorher „geholfen hat America zu verteidigen“.

    Der Film geht meiner Meinung nach den schmalen Grad zwischen Rache und Gerechtigkeit, Wahn und Wahrheit. Auf jeden Fall in eine Riehe zu stellen mit Filmen wie Taxi Driver und Natural Born Killers, wobei ich die Leistung von Schumacher auf jeden Fall höher bewerten würde.

    Absolut geniale Kameraperspektiven und Filmmusik!!!!

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