(„The Daisy Chain“ directed by Aisling Walsh, 2008)

„Sie will nur spielen“

Nach dem überraschenden Tod ihrer Tochter wollen Martha (Samantha Morton) und ihr Mann Tomas Conroy (Steven Mackintosh) die Erinnerungen hinter sich lassen und ein neues Leben in seinem Heimatort in Irland beginnen. Doch das kleine Nachbarskind Daisy treibt in der nahen Umgebung ihr Unwesen und versetzt Familie und Nachbarn in Angst und Schrecken. Die hochschwangere Martha ist erschrocken über die Umstände, in welchen das junge Mädchen lebt und verbringt in der Hoffnung, dass aus ihr ein friedliebendes Kind wird, viel Zeit mit ihr. Als schließlich die Eltern der Kleinen bei einem Hausbrand qualvoll verbrennen, beschließt die werdende Mutter, ohne das Wissen ihres Mannes, Daisy bei sich aufzunehmen und für sie zu sorgen. Dies sollte jedoch nicht das Ende der Tyranneien der Göre sein, sondern erst der Anfang. Doch sie will nur spielen. Mit verheerenden Folgen …

Nachdem Inhaltsangabe und Cover des irisch-britischen Filmes einen äußerst interessanten Eindruck hinterließen, entpuppten sich die Reihe der Bilder als Ansammlung gähnender Langeweile. Wer bei Titel und Genre einen Horrorfilm inklusive Schockeffekten, eine angsteinflößende Bösewichtin bzw. Protagonistin erwartet, wird sehr enttäuscht sein, denn von Atmosphäre, gruseligen Überraschungen & Co. ist hier weit und breit keine in Sicht, wie Sie in den folgenden Zeilen lesen werden. Zwar dürfe man von einem Low-Budget-Film dieser Art natürlich keinerlei Vergleiche zu Werken ähnlichen Genres aus dem fernen Hollywood ziehen, doch Filme wie der überraschende Publikumserfolg Paranormal Activities und andere, schaffen es alleine durch die Atmosphäre, den Zuschauer da zu beeindrucken, wo dieser Film kläglich scheitert. Ebenso lassen die schauspielerischen Leistungen sehr zu Wünschen übrig, denn glaubwürdige Emotionen der Darsteller sehen anders aus. Dialoge werden hinunter gerattert und Gesichtsausdrücke spiegeln das Gesagte nicht wieder.

Der Terror des kleines Mädchens äußert sich nur dadurch, dass sie im Garten der Nachbarn umhertollt und auf Bäumen klettert, welches eine Wut der Betroffenen hervorruft, was auf Dauer eintönig, einfallslos und keinesfalls in Schrecken versetzt. Übersinnliche Kräfte des Mädchens mögen der Grund für die Verabscheuung seitens des alten Mannes von Nebenan sein, denn z.B. mit einem einzigen Fingerschnipsen stürzt die Dame des Jugendamtes mit ihrem Auto die Klippen hinunter und mit einem frechen Anspucken entwickelte sich auf der getroffenen Stelle eine Art Geschwür auf der Wange des Nachbarn.

Der einzige Punkt, mit welchem es sich lohnt, den Film zu gucken, ist die beeindruckende irische Landschaft. Viel zu sehen bekommt der Zuschauer jedoch nicht, da sich das Schauspiel auf wenige Orte zentralisiert, doch trotzdem ist dies schön anzusehen. Die Küstenlandschaft wurde gut in das Geschehen eingebaut, wodurch z.B. die Klippen und das Meer, Ort eines tragischen Todes werden und somit als Teil der Geschichte dargestellt werden.

Blick des Bösen erscheint am 10.03 auf Blu Ray und DVD

Blick des Bösen
4.17 (83.33%) 12 Artikel bewerten

Blick des Bösen
Im großen und ganzen ein Film ohne viel Aufwand, ohne bemerkenswerte Effekte, mangelndem schauspielerischem Talent und dem typischen Charakter eines C-Movies. Wer bei mindestens zwei dieser Kriterien ein Zucken in den Finger verspürt, sollte dringendst die Finger von diesem Werk lassen.
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