(„Ehi amico… c’è Sabata, hai chiuso!“ directed by Gianfranco Parolini, 1969)

SabataNachdem ich erst neulich über den falschen Sabata berichtete, konnte ich nun endlich einen Blick auf das Original werfen und ein weiteres Mal konnte mich Gianfranco Parolini köstlich unterhalten.
Sein Revolverheld, Sabata (Lee Van Cleef) kommt in die Kleinstadt Dougherty wo gerade eine Gruppe von Banditen die örtliche Bank um 60.000 Dollar erleichtert hat. Ohne viel Worte zu verlieren verfolgt er die Ganoven und bringt sie zur Strecke. Zurück in Dougherty übergibt er das Geld an die Behörden und kassiert das Kopfgeld. Er beschließt noch etwas Zeit in diesem Städtchen zu verbringen und stößt im Saloon auf einen alten Bekannten, Banjo (William Berger). Man erfährt nicht woher sie sich kennen aber irgendetwas scheint da im Busch zu liegen. Es bleibt jedoch keine Zeit dieses Mysterium zu verfolgen, denn Sabata bekommt über den Mexikaner Carrincha (Ignazio Spalla) und dessen stummen Indianer-Freund Indio (Aldo Canti) brisante Informationen was den Raubüberfall angeht: die eigentlichen Drahtzieher sollen der Großgrundbesitzer Stengel (Franco Ressel), Richter O’Hara (Gianni Rizzo) und der Saloonbesitzer Ferguson (Antonio Gradoli) sein. Diese sind schon fleißig dabei alle Mitwisser des Überfalls zu beseitigen doch mit Sabata konnten sie nicht rechnen.
Dieser beginnt nämlich ein gefährliches Spiel indem der die Halunken um eine stattliche Summe erpresst. Anfangs glauben Stengel und seine Männer den Fremden mit ein paar angesetzten Killern loszuwerden doch als Sabata diese ohne große Mühe eliminiert und seine Geldforderungen erhöht beginnt quasi ein Wettkampf zwischen den beiden. Pro Attentat oder Intrige die der Outlaw überlebt verdoppelt er sein „Schweigegeld“. An seiner Seite dienen ständig und loyal der alkoholkranke Carrincha und der akrobatische Indio. Sogar Banjo kommt irgendwann ins Spiel. Da diesem aber in erster Linie nur das Geld interessiert wechselt er bald zu Stengel’s Seite über. Als Sabata sogar diesen wohl gefährlichsten Gegner beiseite räumt beginnt der finale Showdown in Stengels Anwesen.
Gut gefüllte 111 Minuten Laufzeit warten hier auf den Spaghetti-Western-Fan die man auf keinen Fall verpassen sollte. Alleine schon Lee Van Cleef mit seinem Schauspiel ist ein Blick wert. Aldo Canti übte hier schon mal brav für das ebenfalls 1969 produzierte und von Parolini gedrehte „Todeskommando Panthersprung„. Seine Hüpfeinlagen samt Katapultsystem im Roadrunner-Stil lagen dem italienischen Regisseur anscheindend am Herzen.
Neben diesen verrückten Zirkusnummern gibt es  auch hier natürlich ungewöhnliche Waffen und schräge Einfälle. So trägt Banjo seinen Namen nicht zufällig. Das Musikinstrument das er ständig bei sich trägt ist natürlich ein Banjo. Das Besondere daran ist aber dass es sich als getarntes und modifiziertes Winchester-Gewehr entpuppt mit dem er blitzschnell seine Gegner umnietet. Auch Sabata, der ja der eigentliche Star hier ist, hat seine Spezialkanone. Sie ist zwar klein aber oho: der Geek erfreut sich nicht nur über das im Sockel gepresste „S“ (für Sabata) sondern vor allem über die Spezialfunktion dieses Revolvers. Durch einen ruckartige Bewegung klappt nämlich ganz einfach der Fuß des Sockels nach unten und es erscheinen noch mal zusätzlich drei Läufe (zu den bereits bestehenden vier). Keine Ahnung wo in so einem kleinen Ding dann noch die Munition platz haben soll, aber wen interessiert das schon wenn Lee Van Cleef in seinem genialen Outfit zum Mexican-Standoff antritt?
Ich würde sagen „Ehi amico… c’è Sabata, hai chiuso!“ kann man ohne weiteres zu den großen Vertretern des Genres einreihen auch wenn ganz objektiv betrachtet den Großteil des Filmes eben nur durch Lee Van Cleef getragen wird. So fand ich dann auch die musikalische Untermalung von Marcello Giombini nicht sonderlich berauschend, sie reichte aber aus.
Die bisher gesehenen Western von Parolini gehen schon ziemlich in die ironische Richtung und vor allem „Sabata“ weist viele Parallelen zu seinem Italo-Kriegsstreifen „Cinque per l’inferno“ auf. Das Sabata-Sequel ist bei mir also schon so gut wie eingeplant.



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