(„Starship Troopers“ directed by Paul Verhoeven, 1997)

Starship TroopersZugegeben, der Titel klingt nach billigem 2D Computerspiel, dahinter steckt jedoch etwas völlig anderes. In „Starship Troopers“ wird eine futuristische Welt, die unserer ähnelt, bedroht. Nicht von typischen Alien oder einem anderen Volk, nein, riesige Killer-Bugs (große Insekten) bedrohen die Erde. Aus ihrem eigenen Planetensystem befördern sie in regelmäßigen Abständen riesige Asteroiden in Richtung Sonnensystem, um unsere Welt zu zerstören. Die großen Felsbrocken stellen allerdings keine Gefahr mehr für das automatische, intergalaktische Abwehrsystem dar. Die Menschheit lässt dennoch nicht locker, sendet ihre Truppen aus um den feindlichen Hauptplaneten Klendathu zu zerstören. In erster Linie erzählt der Film die Geschichte eines jungen Mannes, Johnny Rico (Casper van Dien) und seiner Freundin Carmen Ibanez (Denise Richards). Als Carmen beschließt Weltraumpilotin zu werden, folgt Rico ihr gegen den Willen seiner Eltern in die Armee, allerdings zur Mobilen Infanterie.
Nach der Grundausbildung werden die beiden sofort in die Kampfgebiete geschickt, Carmen als Pilotin und Rico, sich immer mehr hocharbeitend als Gruppenführer, später Leutnant. Die Angriffe auf den Heimatplaneten der Bugs scheitern gnadenlos, die Verluste auf menschlicher Seite sind enorm. „100.000 Tote in einer Stunde!
Nach unzähligen, gut inszenierten Schlachten, gelingt es schließlich den Anführer der Ungetüme, den sogenannten „Brain-Bug“, gefangen zu nehmen. Somit ist die Menschheit, wenn auch erheblich dezimiert, gerettet. Grundlage zu diesem Film lieferte der gleichnamige Science-Fiction Roman von Robert A. Heinlein aus dem Jahre 1959.
Paul Verhoeven („RoboCop„, „Basic Instinct„) drehte den Film, mit einigen Unterschieden zur Romanvorlage, außerordentlich spannend und im wahrsten Sinne des Wortes „fetzig“. In den Schlachten um die Insektenplaneten wird jede Menge Blut vergossen, die Szenen sehr glaubwürdig dargestellt. Die Story ist flüssig erzählt, sowie die 124 Minuten bemerkenswert gestaltet, unter anderem mit immer wieder kehrenden Nachrichten-Einspielern, die einem das Gefühl vermitteln selbst Bürger in dieser Zeit und Gegend zu sein. Durch den Film erstrecken sich viele computeranimierte Effekte, allein für die Gestaltung der „Bugs“, sowie der Raumschiffgestaltung, die allesamt detailreich im Auge des Betrachters eintreffen. Einzig die schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarsteller, aber besonders Denise Richards, wirken teilweise lustlos, und „blöde“. Denise Richards eben in ihrer Paraderolle als verzogene, verwöhnte Göre und Casper van Dien gleich hinterher, als vor unergründlicher Liebe erblindeter, Sunny Boy.
Fazit: Lasst euch nicht von den Kritikpunkten abschrecken. Der Film ist sauber inszeniert, wird mit Sicherheit keine Langeweile aufkommen lassen und zudem noch alle „Blut- und Sci-Fi-liebende“ begeistern. Die Gewaltszenen sind teilweise nichts für zarte Gemüter. Es existieren zwei verschiedene Versionen dieses Films. Zum Einen, die gekürzte TV-Version, in der die blutigsten Szenen weggekürzt wurden, zum Anderen die ungekürzte DVD-Fassung, die nicht freiverkäuflich ist. Verhoeven selbst sieht seinen Film als Satire auf den Faschismus und Militarismus, welches in vielen Dialogen, sowie Szenen zur Geltung kommt. Der Gewaltgrad ist stellenweise so hoch, dass diese skurril, beinahe harmlos wirkt (besonders während der kompromisslosen Grundausbildung). 5 von 6 Sternen, unbedingt anschauen!

Starship Troopers
3.67 (73.33%) 6 Artikel bewerten

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11 Responses

  1. tumulder

    Ganz großes Sci-Fi Kino. Paul Verhoeven hat da einen echten Brüller hingezaubert, die Gewalt hat dann ja auch eine ganz andere Wirkung. Einfach ein klasse Film.

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  2. Parker

    Hmm, ein Film bei dem sich die Geister scheiden. Als ich zum ersten mal im vorpupertären Alter (Im Kino) diesem Streifen sah, war ich von der martialischen, coolen Darstellung der Charraktäre begeitert. Beim zweiten mal, ein paar Jahre später, erkannte ich die Satire und fand sie einerseits treffend, andererseits aber dann doch zu „versteckt“. Da ich aber Science-Ficton liebe konnte ich drüber hinwegsehn.

    Habe S.T. zwar schon lange nicht mehr gesehn, kann aber dennoch sagen, dass es ein guter Film ist wenn man ihn nicht zu ernst nimmt und von überzogener Gewalt unterhalten werden kann (vielleicht am besten mal eine Folge von HappyTreeFriends probieren).

    Eine Szene die den Film vielleicht am besten beschreibt, und die viele schon Filmgeschichte ist, ist die: Der brutale Zugsführer (dessen Name ich vergessen hab) kommt mit seinen Männern an einen Ort auf dem Bug-Planeten der mit Leichen von menschlichen Soldaten übersäht ist und hebt den Kopf eines Gefallenen auf aus dem ein rießen Loch in der Schädeldecke klafft, fährt mit seinen Fingern rein, holt einen Bazen Schleim raus und sagt dann voller Verachtung: „DAS GANZE GEHIRN WEGGELUTSCHT“ 😉

    Muss ich echt wieder mal sehn.

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  3. Candide

    Hab den Film damals auch im „vorpubertären Alter“ gesehen und konnte ihm damals nichts abgewinnen.
    Seitdem habe ich ihn nie wieder angeschaut, weiß aber dass viele ihn aufgrund der Satire als genial empfinden. Vielleicht wäre es also mal an der Zeit die DVD auszuleihen 😉

    Übrigens: Stimmt es dass man die zwei Sequels total vergessen kann?

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  4. Breakout

    Obwohl der Film aus unverständlichen Gründen noch auf der Liste der von mir noch nicht gesehenen Filmen steht, finde ich es durchaus legitim einen Film nur aufgrund von Sätzen wie „The only good bug is a dead bug“ gut zu finden.
    Der Unterhaltungswert bemisst sich ja nicht zwangsläufig an der intelektuellen Herausforderung. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass es vielleicht noch eine zweite Ebene gibt, auf die ich achten kann, wenn ich ihn denn mal ansehen sollte.

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  5. movie-struck

    Ich habe den zweiten und dritten Teil leider noch nicht gesehen. Der Zweite soll allerdings mehr als überflüssig sein, wohingegen es der Dritte mit dem Ersten wieder ein wenig aufnehmen kann. Ich werde sie mir zu Gemüte führen.

    Man soll sich ja nun auch keinen Film anschauen, der für seine Altersklasse nicht bestimmt ist. Kein Wunder das er dir damals nicht gefiel Candide 😉

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  6. Candide

    Nunja ich war schon immer gegen Zensur und die Altersbeschränkungen gingen bzw. gehen mir auch meistens am Arsch vorbei.
    Werde mir den ersten Teil auf jeden Fall bei Gelegenheit und Stimmung ansehen. Was die Sequels angeht erwarte ich mir noch eine Rezension von dir 😛

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  7. Inspector Santini

    Ich mag eigentlich alle Filme von Verhoeven, so auch „Starship Troopers aber die dt. Fassung ist ein Graus und damit mein ich nicht nur die zahlreichen Schnitte der Zensur, selbst bei der dt. Synchro wurde massiv eingeriffen und verstümmelt.

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  8. movie-struck

    Was den Militarismus im Tonschnitt betrifft, ja da wurde ordentlich nachgeholfen um diesen zu dezimieren. Doch ausgerechnet der macht einen Großteil von Verhoevens „auf die Schippe nehmen aus!“ Dennoch würde ich die deutsche Fassung nicht als Graus bezeichnen, solange man sich darüber im klaren ist, was denn eigentlich fehlt.

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  9. Candide

    Ok endlich kann ich „richtig“ mitreden 😉
    Soeben gesehen (die deutsche Uncut-Version, wirklich interessant was – wie der Inspector schon andeutete – Schnittberichte zur Synchronisierung zu sagen hat).

    Herrliche Satire die aber natürlich auch unterhält und überraschenderweise wirklich spannend war.
    Vor allem die Propaganda-Spots die dem Zuschauer in eine Art News-Flash auf dem Laufenden halten sind köstlich.

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