(„Dark City“ directed by Alex Proyas, 1998)

Dark CityDie doch recht hohe Bewertung bei IMDb hat mich dazu gelockt einen Blick zu riskieren, allerdings bieten meiner Meinung nach die 100 Minuten Laufzeit nicht allzu viel.
Der Hauptdarsteller John Murdoch (Rufus Sewell) erwacht sichtlich verwirrt und erschrocken in einer Badewanne, das Gedächtnis scheint er verloren zu haben. Er erkundet den düsteren Raum und die dazugehörige Wohnung und entdeckt dabei plötzlich eine ermordete Frau. Daraufhin klingelt das Telefon, ein gewisser Dr. Schreber (Kiefer Sutherland) ist am Apparat und warnt ihn er möge schnellstmöglich verschwinden denn sie seien bereits auf dem Weg um ihn zu holen.
Die Szene hat ein ganz eigenartiges Flair und vermittelt dem Zuschauer ein beklemmendes Gefühl, das ihn bis ans Ende begleiten wird. Es kam mir vor in die 80er zurückkatapultiert zu werden. Das Dark-Theme erinnerte mich sehr stark an „The Crow„, kein Wunder denn auch hier saß Alex Proyas im Regiestuhl.
Nach dem mysteriösen Telefonat verlässt also Murdoch die Wohnung und taucht in die trostlos und hektisch wirkende Stadt ein. Es gibt so gut wie nie Sonne und auch sonst scheint etwas nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Sehr schnell erfährt man dass hinter den Kulissen Außerirdische die Menschheit als Experiment nutzen. Sie scheinen zwar intelligenter als herkömmliche Erdbewohner zu sein, sie wollen aber herauszufinden ob es tatsächlich so etwas gibt was die Menschheit Seele nennt. Jeden Tag wenn die Uhr zur Mitternacht schlägt versetzen die Aliens die Stadtbewohner in eine Art Trance-Zustand und frieren das emsige Treiben auf den Straßen wortwörtlich ein. In dieser Zeit führen sie ihren Test aus: sie manipulieren und vertauschen die Erinnerungen der Menschen, schreiben somit gesamte Biographien neu und wollen dadurch herausfinden ob tatsächlich jeder Mensch einen einzigartigen Animus besitzt oder ob im Grunde jeder mit jedem austauschbar ergo identisch ist.
Murdoch spielt dabei eine wichtige Rolle, da er anscheinend die Fähigkeit entwickelt hat dem Schlafzustand in den ihn die Aliens versetzen wollen zu widerstehen. Gemeinsam mit Inspektor Frank Bumstead (William Hurt) versucht er nun den dunklen Machenschaften der Eindringlinge entgegenzuwirken.
Von den Socken konnte mich das Ganze allerdings nicht hauen. Die CGI-Animationen wirken teilweise richtig altbacken und wie schon mal erwähnt fühlte ich mich eher in den Eighties als gegen Ende des vorigen Jahrtausend. Die Thematik an und für sich erinnerte mich hingegen stark an den ersten Teil der Matrix-Trilogie der auch in diesem Zeitraum entstanden ist. Insgesamt ein dunkler SiFi-Streifen der eine ungünstige Vision für die Menschheit parat hält jedoch mit einem schwachen Cast aufwartet. Die meiner Meinung nach durchaus begabte Jennifer Connelly („Requiem For A Dream„, „Hulk„) bekam nur eine mickrige Nebenrolle in der sie nicht viel beitragen konnte und Rufus Sewell wirkt total fehl am Platz. Auch die Aliens die auf mich wie eine überdimensionierte Armee von Billy Corgans wirkten, stießen bei mir auf leeres gähnen.
Die Moral von der Geschichte: man sollte sich auf keine Bewertungen und Rezensionen – das gilt auch für diesen Blog – verlassen sondern sich am besten immer ein eigenes Bild von der Sache machen.

Dark City
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