(„El Mariachi“ directed by Robert Rodriguez, 1992)

El Mariachi

Nach seinem Kurzfilm Bedhead ist El Mariachi das Spielfilmdebüt von Robert Rodriguez. Der Streifen erzählt von einem mexikanischem Gitarristen, einem sogenannten Mariachi, der auf der Suche nach einer Anstellung von Bar zu Bar zieht. Es ist nicht leicht für ihn eine Anstellung zu finden und als dann durch einen dummen Zwischenfall sein Gitarrenkoffer verwechselt wird, heften sich mexikanische Killer an seine Fersen: im neu erhaltenen Koffer befindet sich nämlich keine Gitarre mehr, sondern ein ganzes Waffenarsenal eines Profikillers.

Man kann El Mariachi nur schlecht mit den darauf folgenden Filmen von Rodriguez messen, da das Budget hierfür gerade mal 8000 US Dollar betrug und der Regisseur sogar gezwungen war Verwandte und Freunde als Schauspieler einzusetzen, was sich natürlich im laienhaften Schauspiel der Protagonisten widerspiegelt. Bei Actionszenen wie zum Beispiel der Flucht aus dem Hotel merkt man allerdings, dass Rodriguez es versteht ein kleines Budget geschickt zu verschleiern. Der Film ist zuweilen sehr nihilistisch, was allerdings seinen besonderen Charme ausmacht.

El Mariachi wirkt optisch wie ein Italowestern und die Hauptfigur bleibt namenlos, ähnlich wie der Held in Sergio Leones Dollar-Trilogie. El Mariachi erinnert in so manchen Szene an Leones Erstlingswerk. So erscheint das Dorf in dem sich die Handlung abspielt verlassen und der Gegenspieler, ein Drogendealer und seine Bande, erinnert stark an Ramon Rojo, dem Bösewicht aus Für eine Handvoll Dollar.

El Mariachi hat aber auch eine melancholische Ader die im 1995 erschienenen Sequel Desperado durch den hohen Anteil an Action fast komplett verloren geht. Der Niedergang der mexikanischen Folklore, der durch einen der Anfangssätze des Mariachis eingeleitet wird, verliert im zweiten Teil zunehmend an Bedeutung. Dieser Niedergang wird vor allem dann deutlich, wenn am Ende dem Mariachi in die Hand geschossen wird und er somit nie wieder Gitarre spielen wird. Dieses Malheur passiert übrigens auch einem der beiden Bankräuber aus From Dusk Till Dawn. Die Dialoge wirken in diesem Frühwerk gelungener und tiefgründiger als etwa in neueren Filmen von Robert Rodriguez, (Irgendwann in MexikoMacheteSin City). Der relativ unbekannte El Mariachi konnte übrigens auch schon vor dem Durchbruch von Rodriguez auf sich aufmerksam machen: in einer der Folgen der bekannten Serie Eine schrecklich nette Familie sieht man im Kino ein Plakat des Films.

El Mariachi
4.19 (83.81%) 21 Artikel bewerten

El Mariachi
Wunderbares Frühwerk von Robert Rodriguez der sozusagen ohne Budget einen Meilenstein setzen konnte
9von 10

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2 Responses

  1. Der kleine Candide

    Auf jeden Fall. Hatte zuerst „Desperado“ gesehen und erst dann „El Mariachi“ aber wie Sam Spade richtig erwähnt muss man auch das minimale Budget im Hinterkopf behalten. Ähnlich wie damals Tarantino (der ja ein guter Freund von RR ist) mit „Reservoir Dogs“ auch ein Monument statuiert hat, schaffte hiermit Rodriguez auch einen Kult.

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