Dogville
© 2003 Concorde

Kritik

Bereits zum zweiten Mal sehe ich dieses fast drei Stunden lange Meisterwerk. Bisher leider immer noch mein einziger Film von Lars von Trier, ich hoffe aber, ich kann dem in nächster Zeit Abhilfe schaffen. Der Streifen erzählt die Geschichte von Dogville, einer amerikanischer Kleinstadt in den Rocky Mountains.

Die Bewohner sind laut eigenen Aussagen schwer arbeitende, gutgläubige Menschen, die ihr Bestes geben und keinen Ärger wollen. Als eines Tages die hübsche Grace (Nicole Kidman), die von Gangstern verfolgt wird, in das verschlafene Nest kommt, ist das der Anfang vom Ende. Tom Edison (Paul Bettany) ein junger Romancier, nimmt sich ihr sofort an. Als die restlichen Bewohner aber von der Auswärtigen erfahren, sind sie zuerst äußerst misstrauisch und würden den Vorfall am liebsten der Polizei melden. Da Dogville aber total abgeschottet vom Rest der Welt lebt, stellt es keine großen Schwierigkeiten dar, die Blondine vor den Mafiosi und den Cops zu verstecken. Als Gegenleistung erwarten die Ansässigen aber, dass Grace diverse Arbeiten erledigt. So soll sie bspw. die Kinder unterrichten, oder bei der Apfelernte helfen. Als zuerst die Gangster in die Stadt kommen und anschließend der Sheriff auftaucht und einen Steckbrief über Grace anschlägt, verlangen die Bewohner Dogvilles, dass sich die Verfolgte noch mehr ins Zeug legt, schließlich verstecke und beschütze man sie ja.

Ich muss sagen, beim wiederholten Ansehen wirkt der Streifen teilweise sogar etwas fad und schwerfällig. Man sollte aber auf keinen Fall den Fehler begehen und das Geschehen nur halbherzig folgen. Ich finde eigentlich keine Szene überflüssig, sondern ganz im Gegenteil braucht es jede Sekunde um für das bombastische Ende sensibilisiert zu werden. Nicole Kidmans Leistung ist phänomenal und der Auftritt von James Caan am Ende ist zwar kurz, dafür aber der Knackpunkt des Films. Das Setting, das bewusst minimalistisch gewählt wurde, überrascht zwar anfangs, aber später versteht man die Überlegung des Regisseurs.

Eindeutig ein Streifen, den man gesehen haben sollte. Die vielen Preise und Nominierungen sind vollkommen verständlich. Er stellt übrigens den ersten Teil der USA-Trilogie von Lars von Trier dar. Zum zweiten Teil, Manderlay, der 2005 erschienen ist, kann ich leider noch nichts sagen.

Credits

OT: „Dogville“
Land: Dänemark, Schweden, Frankreich, Norwegen, Niederlande, Finnland
Jahr: 2003
Regie: Lars von Trier
Drehbuch: Lars von Trier
Kamera: Anthony Dod Mantle
Besetzung: Nicole Kidman, Lauren Bacall, Paul Bettany, Chloë Sevigny, Stellan Skarsgård, Udo Kier, Ben Gazzara, Harriet Andersson, James Caan

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Cannes 2003 Goldene Palme Nominierung
César 2004 Bester europäischer Film Nominierung
Europäischer Filmpreis 2003 Bester Film Nominierung
Beste Regie Lars von Trier Sieg
Bestes Drehbuch Lars von Trier Nominierung
Beste Kamera Anthony Dod Mantle Sieg
Goya Awards 2004 Bester europäischer Film Nominierung

Filmfeste

Cannes 2003
Toronto International Film Festival 2003
Telluride Film Festival 2003
Filmfest Hamburg 2003
Sundance 2004

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