
Der Schock ist groß, als die Leiche von Hark Petersen (Eren Yilmaz) im Hafen gefunden wird. Wer könnte den jungen Mann nur ins Wasser gestoßen haben, im Wissen, dass dieser nicht schwimmen kann? Und aus welchem Grund? Sein Ersatzvater Götz Fischer (Max Hopp) hat Sören Stippke (Tom Gronau) in Verdacht, da Hark in dessen Freundin Helena Winter (Pauline Pollmann) verliebt war. Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) folgen aber noch einer anderen Spur, die sie in ein Altersheim führt, wo die Oma des Toten bis vor Kurzem noch lebte. Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) ist zur gleichen Zeit auf privater Mission unterwegs, was Feldmann sauer aufstößt. Und das ist nicht der einzige Konfliktherd innerhalb des Teams …
Wieder viel Meer-Stimmung
Auch 15 Jahre nach ihrem Start gehört Nord Nord Mord zu den beliebteren Krimireihen im deutschen Fernsehen. Regelmäßig lockt die ZDF-Produktion um die 7,5 Millionen Menschen vor die heimischen Bildschirme. Das ist zwar weniger als noch vor einigen Jahren, aber doch genug, um weitere Teile zu rechtfertigen. War man 2025 noch sehr fleißig unterwegs, war 2026 bislang ein mageres Jahr. Mit dem im März ausgestrahlten Sievers und der letzte Tango, wo der heimtückische Mord an einem Privatdetektiv aufgeklärt werden musste, gab es bislang nur einen einzigen Film. Doch die Wartezeit ist vorbei, mit Sievers und der Gesang der Wale kommt nun ein zweiter heraus. Ein Grund zur Freude ist das aber nicht, da der 29. Teil der beliebten Reihe noch einmal schwächer ist als die vorangegangenen.
Dabei ist der Einstieg noch ganz okay. So will man natürlich schon wissen, wer denn den jungen Mann so heimtückisch getötet hat. Und warum. Außerdem kommt bei Nord Nord Mord: Sievers und der Gesang der Wale das Setting wieder gut zur Geltung. Mit den stimmungsvollen Aufnahmen vom Strand verzückt die Reihe traditionell. Diesmal gibt es noch etwas raues Meer dazu, wenn es zum Hafen geht oder auch an Bord eines Bootes. Später kommt dann noch das Gerücht eines Schatzes hinzu, der schon seit dem 19. Jahrhundert gesucht wird. Auch das trägt prinzipiell zur Atmosphäre bei, selbst wenn man sich gewünscht hätte, dass die Suche nach dem Schatz noch etwas mehr ausgebaut worden wäre. So ein bisschen Abenteuer hätte dem Film sicherlich ganz gutgetan.
Langweilig bis nervig
Denn dieser hat ein Problem: Er ist langweilig. So kommt die Geschichte kaum voran, über weite Strecken passiert da einfach nichts Interessantes. Da können die Bilder noch so reizvoll sein, mit irgendetwas sollten diese dann doch gefüllt werden. Dafür gibt es bei Nord Nord Mord: Sievers und der Gesang der Wale wieder ganz viele Streitereien innerhalb des Teams. Diese gab es zwar auf die eine oder andere Weise zwar schon immer, Reibungen gehören dazu. Doch schon seit einiger Zeit ist Feldmann unerträglich geworden, stänkert immer wieder herum, ohne dass dies irgendwie gerechtfertigt wäre. Dieses Mal stört er sich daran, dass im Klugscheißerwettbewerb der von ihm verachtete Kollege Schneider (Stephan A. Tölle) die Nase vorn hat – und dessen Verwandte auch. Dieser Neid soll vermutlich lustig sein. Ist es aber nicht. Stattdessen nervt das alles andauernd.
Ein Lichtblick ist hingegen der Parallelstrang um Sievers. Dieser darf hier einmal eine persönliche Seite von sich zeigen, als es zu einer unerwarteten Begegnung kommt. Sonst verkörpert er ja eher den mürrischen und wortkargen Typ, dem man nicht zu nahe kommen sollte – oder kann. Umso rührender ist es, wenn auf einmal im Rauschen des Meeres auch sein Herz zu hören ist. Das allein rechtfertigt aber nicht, sich den Film anzuschauen. Was früher wirklich amüsant war und hin und wieder durch einfallsreiche Geschichten gefiel, ist bei Nord Nord Mord: Sievers und der Gesang der Wale zu einer mal öden, mal anstrengenden Routinearbeit geworden, die wirklich nicht Lust auf mehr macht.
OT: „Nord Nord Mord: Sievers und der Gesang der Wale“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Berno Kürten
Drehbuch: Berno Kürten
Musik: Mario Grigorov
Kamera: Georgij Pestov
Besetzung: Peter Heinrich Brix, Julia Brendler, Oliver Wnuk, Victoria Trauttmansdorff, Stephan A. Tölle, Anne Weber, Max Hopp, Katrin Wichmann, Pauline Pollmann, Tom Gronau, Catrin Striebeck, Stephan Schad, Peter Franke
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