Madame Kika
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Madame Kika

Madame Kika
„Madame Kika“ // Deutschland-Start: 15. Februar 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Im Leben von Kika (Manon Clavel) tut sich gerade sehr viel. Als sie den Fahrradmechaniker David (Makita Samba) kennenlernt, verliebt sie sich in ihn. Die Gefühle wachsen, bis sie sich sogar von ihrem langjährigen Partner Paul (Thomas Coumans) trennt. Doch das Glück hält nicht lange, als David überraschend an einem Herzinfarkt stirbt. Zum Trauern bleibt keine Zeit, denn die Sozialarbeiterin braucht dringend Geld für sich und Tochter Louison (Suzanne Elbaz). Zu allem Überfluss ist Kika auch noch schwanger von Paul. Wie soll sie das alles bezahlen? In ihrer Not entdeckt sie eine neue Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Los geht es mit dem Verkauf von getragener Unterwäsche, bevor sie sich als Domina versucht …

Porträt in den unterschiedlichsten Szenen

Eine Frau, die als Domina arbeitet, nachdem sie in eine Krise gerutscht ist? Das klingt je nach Ansicht entweder tragisch oder komisch. Madame Kika ist beides irgendwie. Tatsächlich ist bei dem Film vieles eher offen, werden Grenzen nicht klar ausformuliert. So meint man anfangs noch, dass es sich bei der belgisch-französischen Coproduktion um eine Liebeskomödie handelt, wenn wir zu Beginn sehen, wie die Titelfigur und Fahrradmechaniker David sich kennenlernen. Da ist das humorvoll-süße Aufeinandertreffen, sind die gemeinsamen Szenen, wenn sie ihre Affäre beginnen. Bis er plötzlich tot ist, gestorben abseits der Kamera. Auf gewisse Weise beginnt da erst die eigentliche Geschichte, da sich der Hauptteil des Films um die Versuche dreht, sich irgendwie zu finanzieren.

Theoretisch hätte man direkt mit dem Tod des Partners beginnen können, ohne die vorherige Affäre zu zeigen. Genau genommen wäre auch die Affäre gar nicht nötig gewesen, ein regulärer Partner hätte ebenfalls funktioniert. Doch Madame Kika will eben mehr sein als ein Film über BDSM oder eigenwillige Vorlieben. Der Film ist eben auch ein Porträt. Und so sehen wie Kika in den verschiedensten Situationen, die gar nicht unbedingt miteinander zusammenhängen, aber doch jeweils dazu beitragen, die Hauptfigur zu charakterisieren. Da sind Szenen mit der Tochter und solche, in denen wir sie als Sozialarbeiterin sehen, wo sie anderen Menschen zu helfen versucht. Wir lernen eine Frau kennen, die hilfsbereit ist, oft aber etwas überfordert und nach einem Weg suchen muss, durch dieses Leben zu kommen.

Zwischen universell und speziell

Teilweise erinnert das etwas an Julie – Eine Frau gibt nicht auf, auch dort jongliert eine Frau zwischen verschiedenen Jobs, um ihre Kinder versorgen zu können, nachdem sie in eine Krise gerutscht ist. Während es dort aber sehr rasant zuging und der enorme Druck im Fokus stand, da ist Madame Kika gemächlicher und stärker episodenhaft ausgelegt. Das betrifft nicht nur die besagten thematischen Wechsel. Auch innerhalb der Sexarbeit der Protagonistin wird rege hin und her gesprungen. Regisseurin und Co-Autorin Alexe Poukine ist dabei teilweise darum bemüht, Akzeptanz für die Klienten und ihre zum Teil sehr sonderbaren Bedürfnisse zu fördern. Hier wird niemand vorgeführt, selbst dann nicht, wenn die Szenen eigentlich peinlich sind. Tatsächlich erklären will sie diese Bedürfnisse aber nicht.

Auf der einen Seite geht das in Ordnung, mehr als plakative Küchenpsychologie wäre dabei vermutlich eh nicht herausgekommen, da die Zeit gar nicht reicht, um in die Tiefe zu gehen – zumindest innerhalb dieses Konzepts. Und doch ist es etwas schade, wie Madame Kika immer wieder Themen streift, nur um sie dann wieder fallenzulassen. Insgesamt ist die Tragikomödie, die in der Semaine de la Critique von Cannes 2025 Weltpremiere hatte, aber sehenswert. Der Film hält dabei die Balance aus universellen Themen, die viel Identifikationsfläche bieten, und recht speziellen, wenn wir eine Welt kennenlernen, die für die meisten fremd sein dürfte. Zusammengehalten wird das von Hauptdarstellerin Manon Clavel, die sich in all diesen Szenen behauptet, selbst dann, wenn ihre Figur völlig fehl am Platz wirkt.

Credits

OT: „Kika“
Land: Belgien, Frankreich
Jahr: 2025
Regie: Alexe Poukine
Drehbuch: Alexe Poukine, Thomas van Zuylen
Musik: Pierre Desprats
Kamera: Colin Lévèque
Besetzung: Manon Clavel, Suzanne Elbaz, Makita Samba, Thomas Coumans

Bilder

Trailer

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Madame Kika
fazit
In „Madame Kika“ versucht sich eine Frau in der Krise als Domina, um sich und ihr Kind zu finanzieren. Der Film wechselt dabei zwischen Drama und Komödie, schneidet auch die verschiedensten Themen an. Manches hätte man sicherlich vertiefen können. Aber auch so ist das hier ein sehenswertes Porträt einer Frau geworden, die ihren Weg durch die Welt sucht.
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