Wendland Stiller und der rote Faden TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Georges Pauly

Wendland: Stiller und der rote Faden

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„Wendland: Stiller und der rote Faden“ // Deutschland-Start: 18. Mai 2024 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Die Verwunderung ist groß, als ein toter Mann neben einer Landstraße gefunden wird. Zunächst sieht es danach aus, als handele es sich um einen Wildunfall, da in unmittelbarer Nähe ein totes Wildschwein liegt. Bei näherer Untersuchung stellt sich jedoch heraus, dass der Mann erstochen, der Keiler überfahren und dann erstochen wurde. Wer tut so etwas? Und aus welchem Grund? Jakob Stiller (Ulrich Noethen), Oliver Klasen (Malte Thomsen) und Kira Engelmann (Bettina Burchard) gehen der Sache nach und stoßen dabei auf Raik Kleinert (Sebastian Hülk), der eine lokale Jagdschule leitet und sich selbst sehr für den Fall interessiert. Schließlich handelt es sich dabei um sein Revier …

Krimi ohne literarische Ambition

Auch wenn es nicht gerade an Krimiserien und Krimireihen im deutschen Fernsehen mangelt, starten die diversen Sender jedes Jahr neue, in der Hoffnung, auf Jahre hinweg damit Erfolge feiern zu können. Ein solcher war Stiller und die Geister der Vergangenheit im Herbst 2022, der Auftakt von Wendland. Immerhin 6,3 Millionen Menschen schalteten damals ein. Für das ZDF war das genug, um gleich mehrere neue Teile in Auftrag zu geben, die in recht kurzem Abstand ausgestrahlt werden. Musste man nach dem ersten Film noch rund anderthalb Jahre warten, bis mit Stiller und das große Schweigen ein zweiter Film folgt, ging es im Anschluss deutlich schneller. Nach gerade einmal zweieinhalb Monaten folgt mit Stiller und der rote Faden ein dritter Film.

Dieses Mal hat sich nichts getan bei der Besetzung, ausgetauscht wurde niemand. Dafür ist der literarische Aspekt in den Hintergrund gerückt. Wurde in den ersten beiden Teilen noch betont, dass der Protagonist selbst Bücher schreibt und in diesen seine Erfahrungen bei der Polizei verarbeitet, spielt das dieses Mal keine Rolle mehr. Ein bisschen eigenartig ist das schon. Sicher, so richtig viel wurde aus diesem Motiv nie gemacht, weshalb es kein wirklich großer Verlust ist, in Zukunft darauf zu verzichten. Es macht die Filme aber noch austauchbarer, als sie ohnehin schon sind. Die Geschichte von Wendland: Stiller und der rote Faden hätte man nach Belieben in den meisten Krimireihen integrieren können, ohne dass es einen nennenswerten Unterschied gemacht hätte.

Guter Einstieg, schwaches Ende

Das Waldsetting ist natürlich schon reizvoll, nicht ohne Grund wird es in Krimis, aber auch Thrillern und Horrorfilmen immer wieder gern aufgegriffen. Wobei man hier darauf verzichtete, den Ort allzu düster oder mysteriös machen zu wollen. Außerdem ist die Ausgangssituation ungewöhnlich. Dass ein Mensch ermordet wird, ist sicher keine Seltenheit, zumindest das Krimigenre lebt maßgeblich von diesem Verbrechen. Aber warum sollte jemand ein Wildschwein töten wollen? Und was haben diese beiden Sachen miteinander zu tun? Wendland: Stiller und der rote Faden fängt daher durchaus vielversprechend an. Wer gern rätselt, wird hier von Anfang an gefordert und darf zahlreiche Hypothesen aufstellen bei der Suche nach Antworten.

Umso enttäuschender ist die Auflösung. Diese wird kaum vorbereitet, kommt recht unvermittelt. Richtig plausibel ist das alles auch nicht. Spannend ist der Film sowieso nicht, wie schon die Male davor ist der Krimi etwas öde geworden. Wer die ersten beiden Filme mochte, darf das anders sehen und erneut reinschauen. Wobei Wendland: Stiller und der rote Faden im Hinblick auf die Figuren den Kürzeren zieht. Während man zuvor zumindest noch versuchte, die Charaktere etwas stärker auszubauen, zeigt man sich dieses Mal genügsam. Auffällig ist allenfalls, dass Engelmann, die beim vorangegangenen Auftritt überflüssig war, jetzt stärker einbezogen wird und versucht wird, ihr noch eine eigene Geschichte zu geben. Viel erwarten sollte man davon aber nicht. Trotz eines an und für sich starken Ensembles bleibt der Film nur wenig in Erinnerung.

Credits

OT: „Wendland: Stiller und der rote Faden“
Land: Deutschland
Jahr: 2024
Regie: Bruno Grass
Drehbuch: Peer Klehmet, Klaus Wolfertstetter
Musik: Christoph Zirngibl
Kamera: Tobias Schmidt
Besetzung: Ulrich Noethen, Bettina Burchard, Malte Thomsen, Helene Grass, Katjana Gerz, Angelina Häntsch, Frida Lovisa Hamann, Sebastian Hülk, Ole Lagerpusch, Rosa Thormeyer, Neil Malik Abdullah

Bilder

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fazit
„Wendland: Stiller und der rote Faden“ beginnt vielversprechend, wenn der Doppelmord an einem Mann und einem Wildschwein Fragen aufwirft. Richtig spannend ist der dritte Teil der Krimireihe aber nicht, zumal die Auflösung recht plötzlich kommt und die Geschichte wenig plausibel ist.
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