A Tale of Two Guns
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A Tale of Two Guns

„A Tale of Two Guns“ // Deutschland-Start: 26. Januar 2024 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Mangelnden Einsatz kann man Marshall McTeague (Tom Berringer) kaum vorwerfen. Auch wenn er mittlerweile in die Jahre gekommen ist, stürzt er sich in jeden Kampf, der sich ihm berufsbedingt bietet. Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass er auch selbst erwischt wird – so etwa bei dem Schusswechsel mit einer Gangsterbande, durch die er eine Verletzung am Arm davongetragen hat. Das hält ihn aber nicht davon, auch noch den letzten Verbrecher zu jagen: Abel Cruz (Casper Van Dien). Gemeinsam mit Artemis Hollinger (Ed Morrone) macht er sich auf den Weg, ohne zu wissen, ob er lebend von seinem Auftrag zurückkommen wird …

Western mit halbwegs bekannten Namen

Casper Van Dien scheint inzwischen Gefallen daran gefunden zu haben, in Low-Budget-Titeln den Bösewicht zu spielen. So erschienen zuletzt innerhalb weniger Wochen mit The Most Dangerous Game – Die Jagd beginnt und Hunt Club gleich zwei Filme, in denen er einen Menschenjäger verkörperte. Nun kommt mit A Tale of Two Guns ein dritter Film in kurzer Zeit heraus, in denen er den Antagonisten mimte. Dieses Mal schießt seine Figur nicht aus purer Freude heraus auf andere Menschen wie bei den beiden obigen Titel. Cruz ist mehr aus wirtschaftlichen Gründen ein Gangster, soweit man das hier beurteilen kann. Er ist auch nicht ganz so over the top, wie es die anderen angelegt waren. Trotzdem hat man das Gefühl, dass sich da jemand in eine bestimmte Richtung manövriert hat.

Unterstützt wird er dabei von einem Ensemble, das als Synonym für B-Movies bzw. Direct-to-Video-Produktionen durchgehen würde. Neben Tom Berenger sind da unter anderem Judd Nelson und Danny Trejo vertreten, alles einst illustre Namen, mit denen man schon irgendwie Werbung machen kann, ohne dass sie wirkliche Publikumsmagneten wären. Viel erwarten sollte man von ihnen nicht, die meisten der bekannteren Leute sind nur kurz in dem Film zu sehen. Wie so oft in dem Segment ist das hier eine halbe Mogelpackung. Immerhin, dass Berenger groß auf dem Cover gebracht wird, ist hier mal angebracht. Schließlich spielt er in A Tale of Two Guns den Protagonisten und ist tatsächlich die meiste Zeit über zu sehen, wenn er auszieht, um böse Menschen abzuknallen.

Mehr Schwätzchen als Jagd

Das geschieht aber nicht so oft, wie manche das vermutlich gern hätten. Regisseur und Drehbuchautor Justin Lee (Hellblazers, Any Bullet Will Do – Um Gnade muss man flehen) mochte es hier lieber etwas ruhiger. Anstatt seinen Helden von einem Gefecht ins nächste zu schicken, lässt er ihn reden. Für die Produktionskosten ist das gut, es ist nun einmal deutlich billiger, wenn jemand irgendwo herumsitzt und etwas aufsagt, als wenn er etwas tun muss. Für das Publikum ist das jedoch weniger interessant. Nicht wenige werden sich bei dieser Jagd, die eher einer gemütlichen Kaffeefahrt ähnelt, langweilen. Zumal die gehaltenen Schwätzchen in A Tale of Two Guns nicht unbedingt interessant sind. Lee hat da eigentlich nichts zu sagen, was ihn aber nicht davon abhält, trotzdem seinen Figuren etwas in den Mund zu legen.

Das Ergebnis ist sicherlich keine Katastrophe, so weit muss man nicht gehen. Da hat Lee selbst schon deutlich Schlimmeres gedreht. Beispielsweise sind die Settings hier wieder nett. Man kann dem Film auch schauspielerisch nicht wirklich etwas vorwerfen, das Ensemble macht aus dem Stoff das, was man realistisch erwarten kann. Es wäre nur schön gewesen, wenn eben dieser Stoff interessanter wäre. So sehr man sich auch umschaut, es ist schwer, ein Argument zu finden, warum man denn nun ausgerechnet A Tale of Two Guns anschauen sollte, sofern man nicht gerade ein großer Fan der Schauspieler ist. Auch wenn das Westerngenre sicherlich nicht das am meisten bediente derzeit ist, erscheinen doch noch genug Vertreter, die lohnenswerter sind als diese Jagd.

Credits

OT: „A Tale of Two Guns“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Justin Lee
Drehbuch: Justin Lee
Musik: Robert Revell
Kamera: Eamon Long
Besetzung: Tom Berenger, Casper Van Dien, Ed Morrone, Judd Nelson, Randy Charach, Jeff Fahey, Danny Trejo

Bilder

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A Tale of Two Guns
fazit
„A Tale of Two Guns“ begleitet einen Marshall, der einen flüchtigen Gesetzlosen jagt. Wobei die Jagd eher einer gemütlichen Kaffeefahrt gleicht, wo ein bisschen geschwätzt werden kann. Die Settings sind nett. Gesehen haben muss man das alles dennoch nicht, richtig viel passiert da nicht.
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