House Party Fake It Till You Make It
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House Party: Fake It Till You Make It

„House Party: Fake It Till You Make It“ // Deutschland-Start: 12. Januar 2023 (Kino)

Inhalt / Kritik

Kevin (Jacob Latimore) hat einen Traum: Er will als Rapper groß rauskommen! Doch die Realität sieht anders aus, mühsam hangelt er sich von einem Job zum nächsten, um sich und seine Tochter Destiny durchzubringen. Aktuell arbeitet er mit seinem ebenfalls beruflich gescheiterten Kumpel Damon (Tosin Cole) für einen Reinigungsdienst. Als sie auch noch diesen Job zu verlieren drohen, nutzen sie aus Verzweiflung die Gunst der Stunde und veranstalten in der Villa, die sie gerade putzen, eine House Party. Schließlich gehört die der Basketball-Legende LeBron James, da muss sich doch irgendwie Geld verdienen lassen. Tatsächlich ist der Andrang gigantisch – aber auch das Chaos, das sie damit verursachen …

Eine Neuauflage, die mehr wollte

Dass erfolgreiche Filme irgendwann einmal neu aufgelegt werden, ist keine Seltenheit. Dieses Jahr gab es mit Evil Dead Rise, Geistervilla, Maigret und Arielle die Meerjungfrau eine ganze Reihe von Neuverfilmungen im Kino, von den unzähligen Sequels ganz zu schweigen. Dennoch dürften sich nicht wenige gewundert haben, als Anfang des Jahres auch House Party: Fake It Till You Make It in den Lichtspielhäusern gezeigt wurde. Sicher, House Party war 1990 schon ein Achtungserfolg, die Komödie genießt auch einen gewissen Kultstatus. Die beiden direkten Nachfolger liefen noch einigermaßen. Doch danach ging nichts mehr, sowohl House Party 4: Down to the Last Minute (2001) wie auch House Party: Tonight’s the Night (2013), die Jahre später irgendwie anschließen wollten, fristeten ein trauriges Direct-to-Video-Dasein.

Dass House Party: Fake It Till You Make It ein solches Schicksal erspart geblieben ist, obwohl der Film für den Streamingdienst HBO Max gedreht wurde, dürfte an den bekannten Namen liegen. So hat Basketball-Star LeBron James nicht nur den Film produziert. Der Film spielt zudem in seiner Villa, er selbst hat einen kürzeren Auftritt. Hinzu kommen Gastauftritte von Leuten wie Kid Cudi, Mya, Snoop Dogg und Kid ’n Play, Letztere waren im Original die Hauptdarsteller. Dass so viele Stars hier mitmischen, verleiht der Komödie das Gefühl einer größeren Wertigkeit, zumindest in der Außenwahrnehmung. Tatsächlich ist das Schaulaufen aber auch mehr oder weniger der einzige Grund, warum man sich das hier überschaut anschauen kann. Und das auch nur, wenn man selbst Fan dieser Leute ist.

Kein Konzept, kaum Witze

Fällt das weg, sieht es auf einmal ziemlich mau aus. Tatsächlich sind diese Stars keine Lösung, sondern Ausdruck des Problems. Das Drehbuchduo Jamal Olori und Stephen Glover hatte offensichtlich kein wirkliches Konzept, was es mit dem Szenario anfangen soll. Da wird von Cameo zu Cameo gesprungen, ein Witz wird an den anderen gereiht, ohne dass daraus jeweils eine richtige Geschichte würde. House Party: Fake It Till You Make It gleicht mehr einer Sketchshow, die das mit der House Party nur als Rahmen nutzt, um alles Mögliche hineinzupacken. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Monty Pythons Komödienklassiker Die Ritter der Kokosnuss nutzen die Suche nach dem Heiligen Gral auch nur als Ausrede, um die unsinnigsten Szenen hineinzuquetschen.

Nur waren die Briten damals eben tatsächlich lustig, was man von dieser US-Produktion kaum behaupten kann. Gegen Ende kommen ein paar Einfälle, die so absurd sind, dass sie praktisch gar nichts mehr mit der Vorlage gemeinsam hat. Nicht einmal Langzeitfans werden also bedient. Andererseits ist das wenigstens so bescheuert, dass man für einen Moment aus seinem Dämmerschlaf hochschreckt und sich fragt: Ist das gerade wirklich geschehen? Die restliche Zeit über dürfte man sich hingegen fragen, warum man sich das eigentlich anschauen sollte. Die Witze sind zu schwach, die Geschichte nicht-existent, die Figuren animieren auch nicht unbedingt dazu, bis zum Schluss dranzubleiben. Dafür ist das Haus natürlich groß und luxuriös eingerichtet. Das muss bei House Party: Fake It Till You Make It dann offensichtlich reichen, das von Regisseur Calmatic ähnlich in den Sand gesetzt wurde wie sein anderes kürzliches Remake White Men Can’t Jump.

Credits

OT: „House Party“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Calmatic
Drehbuch: Jamal Olori, Stephen Glover
Musik: Oak Felder
Kamera: Andrew Huebscher
Besetzung: Tosin Cole, Jacob Latimore, Karen Obilom, DC Young Fly, Kid Cudi

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House Party: Fake It Till You Make It
fazit
„House Party: Fake It Till You Make It“ will an alte Erfolge anschließen, hat aber kein wirkliches Konzept, wie das funktionieren soll. Wäre da nicht der bekannte Name und die diversen Stars, die sich in der Luxusvilla von LeBron James tummeln, es fiele einem kein gutes Argument zum Anschauen ein. Und selbst dann machen die überwiegend schwachen Witze vieles zunichte.
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