Bob Marley One Love
© Paramount Pictures

Bob Marley: One Love

Bob Marley One Love
„Bob Marley: One Love“ // Deutschland-Start: 15. Februar 2024 (Kino)

Inhalt / Kritik

Bob Marley – seine Musik und seine Botschaft von Liebe, Frieden und Gemeinschaft haben Millionen Menschen weltweit inspiriert. Dabei war sein Weg zum internationalen Erfolg alles andere als einfach. Geboren wurde er 1945 in einem kleinen Dorf, zog jedoch bereits als kleiner Junge mit seiner Mutter in einen ärmlichen Stadtteil der jamaikanischen Hauptstadt Kingston. Er brach die Schule ab und wurde Mechaniker, gab diesen Job jedoch schnell auf, um seine Leidenschaft zu verwirklichen und Musiker zu werden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten verhalf ihm die steigende Popularität von Reggae-Musik und sein Album Catch a Fire zum internationalen Durchbruch, insbesondere in Afrika und der Karibik. Kurze Zeit später folgte der weltweite Aufstieg zum Megastar, auch in Europa und den USA.

Seine Musik war immer von seiner Spiritualität inspiriert. Bereits ab Mitte der 1960er Jahre identifizierte sich Bob Marley zunehmend mit der Religion der Rastafari, einer afrikanischen Freiheitsbewegung. Seine Frau Rita Marley war ebenfalls eine Anhängerin der Rastafari und wurde als Mitglied der The Soulettes und der I-Threes ein fester Bestandteil von Marleys Bühnenshows. Obwohl Bob Marley nie öffentlich Partei ergriff und in seinen Liedern vor allem Frieden und Gemeinschaft predigte, wurde er während der politischen Unruhen im Jamaika der 1970er Jahre Ziel eines Mordanschlags, was ihn dazu bewegte, ins Exil nach London zu gehen.

Bob Marleys Botschaft verloren

Bob Marley: One Love von Regisseur Reinaldo Marcus Green (Joe Bell) setzt kurz vor diesem Mordanschlag und seiner „Flucht“ ins Exil ein und eröffnet mit starken 20 Minuten, in denen dem Zuschauer bildgewaltig die politische Unruhe des Jamaikas der 70er Jahre gezeigt wird. Inmitten von politischer Rivalität zwischen Rechts und Links, Polizeigewalt und Bandenkriegen setzte sich Bob Marley für Konfliktlösung und ein friedliches Miteinander ein, ohne dabei Partei zu ergreifen. Kurz vor einem geplanten Friedenskonzert kam es jedoch zu einem Anschlag auf sein Leben. Zwar betrat er kurz darauf die Bühne, beschloss aber dennoch, zum Schutz seiner Familie das Land zu verlassen.

Der Mittelteil des Films fokussiert sich dann vor allem auf seine Zeit in London, seinen endgültigen Durchbruch als internationaler Megastar und seine darauf folgende Europatournee. Bandinterne und familiäre Diskrepanzen wurden, wenn überhaupt, nur sehr kurz und oberflächlich thematisiert. Auch die behauptete, immerwährende Unruhe und der Kampf, der in Marleys Innerem tobte, werden zwar durch Exposition und Dialoge thematisiert, aber kaum visuell dargestellt und nicht vertieft. Die Botschaft, die der Film eigentlich vermitteln will – Bob Marley als Galionsfigur für Frieden, Glauben und vor allem für ein besseres Leben für die Menschen in Jamaika – kommt so vor allem im Hauptteil von One Love viel zu kurz. Erst in den letzten Minuten besinnt sich der Film zurück auf diese Kernaussage und endet damit zwar sehr abrupt, aber auf einem Höhepunkt.

Mehr Schein als Sein

Zusammenfassend besticht Bob Marley: One Love durch einen starken Soundtrack, tolle visuelle Eindrücke und eine sehr gute schauspielerische Leistung des Casts, allen voran Kingsley Ben-Adir (One Night in Miami) als Bob Marley und Lashana Lynch (The Woman King) als seine Frau Rita Marley. Allerdings wird die Handlung der Person Bob Marley nicht gerecht und schafft es nicht, ihn wirkungsvoll als die Friedensfigur zu inszenieren, die er war. Auch sein Charakter und seine Vielschichtigkeit als Mensch werden nur oberflächlich erforscht. Vor allem der Anfang und zu einem gewissen Grad auch die letzte Szene sind in dieser Hinsicht zwar vielversprechend, aber im Mittelteil schweift Bob Marley: One Love zu stark ab und verliert hier leicht die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Während die Handlung in Jamaika spielt, macht der Film fast alles richtig und gibt dem Zuschauer einen Einblick in genau das, was er hätte sein können und das Gefühl, welches die Trailer auch vermittelt haben. Davon sieht man aber während der fast zweistündigen Laufzeit viel zu wenig.

Credits

OT: „Bob Marley: One Love“
Land: USA
Jahr: 2024
Regie: Reinaldo Marcus Green
Drehbuch: Terence Winter, Frank E. Flowers, Zach Baylin, Reinaldo Marcus Green
Musik: Stephen Marley, Kristopher Bowers
Kamera: Robert Elswit
Besetzung: Kingsley Ben-Adir, James Norton, Lashana Lynch, Michael Gandolfini, Anthony Welsh, Tosin Cole, Michael Ward

Bilder

Trailer

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Bob Marley: One Love
fazit
„Bob Marley: One Love“ ist definitiv eine Empfehlung für Kinogänger, die ein spaßiges, akkurates, visuell und auditiv ansprechendes Biopic über Bob Marley sehen wollen. Jeder, der sich einen tieferen und intimeren Einblick in seine Person und auch sein Umfeld erhofft, wird allerdings enttäuscht.
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