Van Helsing
© Universal Pictures

Van Helsing

Van Helsing
„Van Helsing“ // Deutschland-Start: 5. Mai 2004 (Kino) // 30. Dezember 2004 (DVD)

Inhalt / Kritik

Monsterjäger Gabriel Van Helsing (Hugh Jackman) wird vom Vatikan beauftragt, Anna Valerious (Kate Beckinsale) und ihren Bruder (Will Kemp) zu beschützen. Die Geschwister sind die letzten Überlebenden ihrer Blutlinie, die sich mit Graf Dracula (Richard Roxburgh) im ewigen Kampf befindet. Van Helsing reist zu ihnen nach Transsylvanien und merkt bald, dass er sich dort seiner eigenen Vergangenheit stellen muss …

Toller Einstieg voller Referenzen

Die Eröffnungssequenz von Van Helsing ist großartig. Sicher gibt es einige kleinere narrative Probleme, aber das schöne Schwarzweiß gepaart mit den zahlreichen Anspielungen versetzt den mit entsprechenden Vorkenntnissen ausgestatteten Zuschauer sofort in eine angenehme Stimmung. Die Allusionen beschränken sich dabei nicht darauf, einfach nur Dr. Frankenstein (Samuel West), sein Monster (Stephen Fischer) oder eben Dracula vorkommen zu lassen, und sich damit auf die alte Horror-Ära von Universal zu berufen, was wahrscheinlich für den Großteil des Publikums offensichtlich ist. Aber auch die Kamera verwendet die Sprache einer scheinbar längst vergessenen Zeit, zollt mit manchen Einstellungen Tribut an die ein oder andere ikonische Szene jener Monster-Filme aus den 1930er-Jahren. Nach einem gelungenen Übergang (auch in die Farbwelt) behält Van Helsing das Referenzieren bei, wenn auch in geringerem Maße, aber die Großartigkeit verschwindet zusehends.

Irgendwas muss mit Regisseur Stephen Sommers um die Jahrtausendwende herum passiert sein. Seit Die Mumie kehrt zurück aus dem Jahre 2001 scheint er sich kaum noch für die Geschichten in seinen Filmen zu interessieren und mehr auf visuelle Effekte zu setzen. Die Handlung in Van Helsing ist ein heilloses Durcheinander. Sie wird nicht organisch aus sich heraus vorangetrieben, sondern lebt davon, von Setpiece zu Setpiece zu springen. Überspielt wird das oft mit Actionsequenzen, die tatsächlich nie langweilig sind, aber eben nur teilweise darüber hinwegtäuschen können, dass hier nichts passiert – obwohl auf dem Bildschirm eine Menge vor sich geht. Die CGI-Qualität ist ziemlich durchwachsen, manchmal auch heute noch schön anzusehen, manchmal schlecht gealtert und manchmal schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung veraltet.

Spaßiges Abenteuer mit inhaltlichen Schwächen

Vor allem das Design mancher Kreaturen überzeugt und ist interessant. Draculas Bräute (Elena Anaya, Silvia Colloca, Josie Maran) bekommen mehr zu tun als in den meisten sonstigen Filmen, in denen sie auftreten, und Frankensteins Monster ist ein intelligentes, zur Kommunikation fähiges Wesen, ist somit also näher an der literarischen Vorlage von Mary Shelley als in einigen anderen Adaptionen. Das Problem dabei ist leider nur, dass mit den Kreaturen und Charakteren nicht genug getan wird. Am Ende beispielsweise gibt es eine dramaturgisch kühne Entscheidung, für die Van Helsing gelobt werden muss. Aber sie hat nicht annähernd die Wirkung, die sie hätte haben können, wenn die Figuren bis dahin vernünftig etabliert worden wären, statt farblose Abziehbildchen zu sein, zu denen der Zuschauer kaum eine emotionale Bindung aufbauen kann.

Sommers scheint auch generell nicht so viel Wert auf die Darstellung zu legen. Der niederländische Van Helsing spricht wahlweise mit amerikanischem oder australischen Akzent, und gefühlt sprechen keine zwei Charaktere seinen Namen auf die gleiche Weise aus. Dracula nennt sich selbst einmal „Draculia“. Während hier vieles sehr viel besser hätte sein können, hat der Film doch einige Punkte, die sich für ihn ins Feld führen lassen. Als spaßiges Abenteuer weiß er durchaus zu unterhalten. Wenn die visuellen Effekt gut sind, sind sie auch wirklich gut; die Setpieces sind beeindruckend, die Action ist aufregend und mitreißend. Der Soundtrack von Alan Silvestri (Tödliche Weihnachten) ist einer der stärksten Aspekte des Films. Trotz der ganzen Schwächen hat Van Helsing eine riesige Fangemeinde, und es ist auch leicht zu verstehen, weshalb. Gerade ein jüngeres Publikum kommt hier voll auf seine Kosten. Wer den Kinderschuhen bereits entwachsen ist und keine nostalgischen Erinnerungen mit dem Streifen verbindet, mag seinen Anreiz jedoch nicht ganz verstehen können.

Credits

OT: „Van Helsing“
Land: USA
Jahr: 2004
Regie: Stephen Sommers
Drehbuch: Stephen Sommers
Musik: Alan Silvestri
Kamera: Allen Daviau
Besetzung: Hugh Jackman,  Kate Beckinsale, Richard Roxburgh, David Wenham, Shuler Hensley, Elena Anaya, Will Kemp, Kevon J. O’Connor, Alun Armstrong, Silvia Colloca, Josie Maran, Tom Fisher, Samuel West, Robbie Coltrane, Stephen Fisher

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Van Helsing
fazit
Ein rudimentäres Handlungsgerüst existiert in „Van Helsing“ nur, um CGI, Setpieces und Action zu präsentieren. Diese machen den Film trotz vieler Schwächen zu einem spaßigen Abenteuer.
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