Jeepers Creepers Reborn
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Jeepers Creepers: Reborn

Jeepers Creepers Reborn
„Jeepers Creepers: Reborn“ // Deutschland-Start: 15. September 2022 (Kino)

Inhalt / Kritik

Die Freude ist groß bei Horror-Nerd Chase (Imran Adams) und seiner Freundin Laine (Sydney Craven), als sie zum Horror Hound Festival in Louisiana fahren, wo sie auf zahlreiche Gleichgesinnte treffen werden. Nur eine Sache trübt das Vergnügen: Seit Kurzem leidet Laine unter eigenartigen, zum Teil erschreckenden Visionen, bei denen sie selbst nicht sagen kann, was es mit diesen auf sich hat. Und auch die Besitzerin eines Ladens, wo sie kurz Halt machen, irritiert mit komischen Anspielungen. Dafür entschädigt das Festival, welches ein gelungenes Wochenende verspricht – bis die beiden feststellen müssen, dass da etwas oder jemand unterwegs ist, der den Mordsspaß wörtlich nimmt. Ob tatsächlich der legendäre Creeper zurück ist?

Die Sehnsucht nach besseren Tagen

So ganz konnte man sich ja nicht sicher sein, ob die Ankündigung eines neuen Jeepers Creepers Films eine gute oder eine schlechte Nachricht war. Sicher, der erste Teil von 2001 war unterhaltsam. Doch der dritte Teil, der mit deutlicher Verspätung 2017 hinterhergeschoben wurde, war so katastrophal, dass eigentlich jede Vorfreude damit automatisch gestorben war. Außerdem wurde in dem Zusammenhang der Kindesmissbrauch, für den der Reihen-Schöpfer Victor Salva seinerzeit ins Gefängnis musste, wieder zum Thema, weshalb im Anschluss niemand mehr etwas mit dem Filmemacher zu tun haben wollte. Wohl auch deshalb wurde er bei Jeepers Creepers: Reborn außen vor gelassen. Ein kompletter Neustart der Reihe soll der Film sein, bei dem Versuch, an frühere, bessere Tage anzuknüpfen.

Dass die Wahl dabei ausgerechnet auf Timo Vuorensola gefallen ist, dürfte dabei schon manche überrascht haben. Schließlich ist der finnische Regisseur für Science-Fiction-Komödien bekannt. Erst drehte er mehrere Teile der Parodien-Reihe Star Wreck. Dem folgte 2012 Iron Sky – Wir kommen in Frieden sowie dessen Fortsetzung Iron Sky: The Coming Race. Letztere genießen zwar einen gewissen Kultstatus. Mit Horror haben diese aber nur wenig zu tun, vor allem einem freiwilligen Horror. Da durften dann doch Zweifel aufkommen, ob er der richtige Mann für Jeepers Creepers: Reborn ist. Dass er dem Genre zugetan ist, wird jedoch recht früh spürbar. Auch wenn zwischendurch vereinzelt etwas humorvollere Momente auftauchen, so steht doch eindeutig der Schrecken im Vordergrund.

Nicht wirklich spannend

Theoretisch zumindest. So richtig spannend ist der Film dann doch nicht. Der Einstieg, der eine klare Referenz an die Anfänge der Reihe ist, geht noch in Ordnung. Auch später gibt es ein paar brenzlige Momente. Es fehlt bei Jeepers Creepers: Reborn aber an den Ideen, sei es inhaltlich oder inszenatorisch, um den dingend benötigten Neustart wirklich Schwung zu verleihen. Vuorensola wollte sich am klassischen Horror orientieren und alte Fans zurückgewinnen. Offensichtlich setzt er das aber damit gleich, einfach nur Standardszenen abzuspulen, ohne etwas Eigenes einbringen zu wollen. Der Creeper selbst entwickelt auch nicht die unheimliche Präsenz, die er anfangs hatte, selbst dann nicht, als die Figuren zu seinen Gefangenen werden.

Dabei hätte das Setting der Horror-Convention eigentlich ganz gut genutzt werden können, um über das Genre als solches zu kommentieren. Diese spielt aber, anders als etwa bei Blood Fest vor einigen Jahren, überhaupt keine Rolle. Sie ist auch so klein und unbedeutend, als handele es sich um ein kleines Dorffest. Überhaupt wird vieles nicht so genutzt, wie es möglich gewesen wäre. Dass die Figuren nicht viel hergeben, wie so oft bei solchen Filmen, ist auch nicht hilfreich. Immerhin: Das Paar selbst ist sympathisch. Auch bei den Nebenfiguren sind einige Darstellungen dabei, die den Film aufwerten. Das reicht aber nicht aus, um den Neuanfang zu rechtfertigen. Auch wenn Jeepers Creepers: Reborn im Vergleich zum Vorgänger ein Fortschritt ist, so ist das hier doch maximal durchschnittlich. Nichts, worüber man sich unbedingt ärgern müsste. Aber eben auch nichts, das große Hoffnungen für die Zukunft der Reihe aufkommen lässt.

Credits

OT: „Jeepers Creepers: Reborn“
Land: Finnland, USA, UK
Jahr: 2022
Regie: Timo Vuorensola
Drehbuch: Sean-Michael Argo
Musik: Ian Livingstone
Kamera: Simon Rowling
Besetzung: Sydney Craven, Imran Adams, Jarreau Benjamin, Matt Barkley, Peter Brooke

Bilder

Trailer

Interview

Ihr wollt mehr über Jeepers Creepers: Reborn erfahren? Wir haben uns zum Kinostart des Horror-Reboots mit Regisseur Timo Vuorensola im Interview unterhalten.

Timo Vuorensola [Interview]

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Jeepers Creepers: Reborn
fazit
„Jeepers Creepers: Reborn“ war der Versuch, die strauchelnde Reihe noch einmal in die Spur zu kriegen. Das hat aber nur bedingt funktioniert. Trotz eines sympathischen Duos hinterlässt der Film kaum Eindruck. Auch wenn er besser ist als der katastrophale Vorgänger, richtig Spannung kommt nicht auf, das Setting einer Horror-Convention wird zudem zu wenig genutzt.
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