27 Dresses
© 20th Century Fox

27 Dresses

27 Dresses
„27 Dresses“ // Deutschland-Start: 14. Februar 2008 (Kino) // 5. September 2008 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Jane (Katherine Heigl) war schon 27-mal Brautjungfer und zugleich Organisatorin all dieser Hochzeiten. In ihrem Leben hingegen gibt es keinen Mann, obgleich sie seit ihrem ersten Arbeitstag Hals über Kopf in ihren Chef George (Edward Burns) verliebt ist. An einem Abend, an dem sie gleich zwei Hochzeiten beiwohnt, trifft sie auf den berühmten Hochzeits-Kolumnist Kevin (James Marsden), der sich zwar nur als kleiner Autor ausgibt, jedoch einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Als nicht viel später Janes kleine Schwester Tess (Malin Akerman) aus Europa wieder vor der Tür steht und sich direkt in George verliebt, sieht sich Jane fortan mit einem großen Problem konfrontiert. Zu einem Nein zu ihrer Schwester ist sie nicht fähig, geschweige davon, George ihre Gefühle zu offenbaren. Kevin steht ihr jedoch bei und so ergibt sich eine Liebesgeschichte für beide Frauen.

Typisch Heigl

Im Romcom-Genre ist Kathrine Heigl mittlerweile eine echte Koryphäe, denkt man nur einmal zurück an weitere Produktionen wie Beim ersten Mal, Die nackte Wahrheit, Kiss and Kill, So spielt das Leben, etc, etc. Liebes- und Hochzeitsfilme liegen ihr im Blut – könnte man meinen, da sie fast immer in derselben Rolle einer Frau steckt, die Beziehungsprobleme hat und sich auf der Suche nach dem Richtigen befindet. 27 Dresses von Anne Fletcher (Selbst ist die Braut) reiht sich so wunderbar in diese Liste ein, die meist nach demselben Schema ablaufen: Unglückliche Frau sucht Mr. Right und wird letzten Endes fündig. Dabei läuft (natürlich) alles andere als geradlinig ab, der Frau soll es immerhin nicht zu einfach gemacht werden. So bekommt Jane unzählige Stolpersteine in den Weg gelegt.

Fletchers Komödie ist in der Gesamtheit jedoch wenig fortschrittlich, gerade wenn es um die Emanzipation der Frau geht. Von einer „Power-Frau“, die auch einmal Dominanz ausstrahlen kann und sich von nichts unterkriegen lässt, ist Jane meilenweit entfernt. Nach einem Abend, an dem sich alles entlädt, sowie einem halb gebrochenen Herz später, ist der Übergang zum typischen Happy-End wunderbar geebnet. 27 Dresses fällt damit höchst konventionell aus, verzichtet, wie andere Produktionen, zumindest aber auf skurrilen Humor und Fremdschäm-Momente.

Von Frauen für Frauen

Als 2008, zum Release von 27 Dresses, gerade einmal 8% der Hollywood-Regisseure Frauen waren, hat sich einiges getan. Heute sind es doppelt so viele – immerhin. Nur noch seltener: ein Frauen-Duo, das Regie und Drehbuch übernahm. 27 Dresses gehört mit Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna (Der Teufel trägt Prada) und Regisseurin Fletcher jedoch zu dieser Kategorie, was man bei der filmischen Ausstattung und kreativen Umsetzung zwar absolut nicht wahrnimmt, dafür allerdings bei dem Fokus auf Authentizität. Statt unnötig viel Komik, fokussieren sich die Damen mehr auf Janes Rolle. An ulkigen Humor wird man in 27 Dresses daher nicht viel finden. Stattdessen kippt die Waage eher in Richtung Drama, mit all der Enttäuschung und dem Frust, die Jane erlebt. Kevin als Retter in der Not – der als Hochzeitskolumnist einen typischen Zyniker abgibt (wer hätte es gedacht) – ist jedoch zur Stelle, um nicht nur Jane, sondern auch allen anderen Frauen aufzufangen und ein gutes Gefühl zu bescheren. Mit einer FSK 0 Einstufung kommen aber sowohl kleine Mädchen als auch die erwachsenen Romantikerinnen hier voll auf ihre Kosten.

Wenige Schmetterlinge im Bauch

Die größte Schwäche von 27 Dresses liegt jedoch eindeutig bei der Chemie zwischen Mann und Frau – wenn nicht einer der wichtigsten Faktoren im Romcom-Genre. Heigl und Butler in Die nackte Wahrheit oder selbst Sandra Bullock und Ryan Reynolds in Selbst ist die Frau harmonieren hier besser, da es immer eine gewisse Hassliebe ist, die sich gegen Ende hin in Schmetterlinge im Bauch verwandelt. Was sich neckt, das liebt sich – wie es eben so schön heißt, was diesen Filmen einen unvergesslichen Charme beschert. Bei Jane und Kevin sieht es dagegen einfacher gestrickt aus. Ein wenig mehr romantisches Knistern hätte hier tatsächlich nicht geschadet. Alles in allem fällt 27 Dresses damit recht herkömmlich aus und hebt sich nur wenig von Vergleichsproduktionen ab. Allerdings gibt es auch hier Momente, die im Kopf bleiben, an erster Stelle eine witzige Gesangseinlage der Verliebten zu Elton Johns Bennie and the Jets.

Credits

OT: „27 Dresses“
Land: USA
Jahr: 2008
Regie: Anne Fletcher
Drehbuch: Aline Brosh McKenna
Musik: Randy Edelman
Kamera: Peter James
Besetzung: Katherine Heigl, Judy Greer, Malin Akerman, James Marsden, Melora Hardin, Edward Burns

Bilder

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27 Dresses
Fazit
Jane ist verrückt nach Hochzeiten, hat bisher jedoch nie das Glück gehabt, den Mr. Right zu finden. Als sie eines Tages Kevin kennenlernt, scheint sich dies zu ändern. "27 Dresses" ist eine konventionelle Romcom ohne viele Ideen und ohne nennenswerte Chemie.
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