Barbarians
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Barbarians

Barbarians
„Barbarians“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

Adam (Iwan Rheon) und Eva (Catalina Sandino Moreno) haben sich ein neues Eigenheim gekauft. Das wollen sie an Adams Geburtstag gemeinsam mit dem Makler und Freund des Paares Lucas (Tom Cullen) sowie dessen Freundin Chloe (Inès Spiridonov) feiern. Alles scheint perfekt, doch schon bald kippt die Stimmung der Feier und Komplexe, Geheimnisse und andere Überraschungen bahnen sich ihren Weg an die Oberfläche.

Die Barbaren von heute

Die Konflikte, die sich zwischen den Figuren entfalten, sind zahlreich, resultieren aber größtenteils aus deren Festhalten an einem toxischen, eindimensionalen Männlichkeitsideal. Immer wieder wird sich anhand martialischer Kriterien gemessen. Dabei offenbart der Film letztlich die Dysfunktionalität dieser und entwickelt einen teils recht nihilistischen Ton. Dennoch bedient sich Barbarians vieler Symbole und Metaphern, die von zahlreichen Phallussymbolen über die Namen der Figuren Adam und Eva reichen.

Letztere beziehen sich dabei weniger auf eine ursprüngliche Männlichkeit, sondern werden im Zusammenhang der Lebenssituation der beiden genutzt. Denn auch das Leben im abgelegenen, teuren Edeleigenheim sowie der rücksichtslose Handel mit diesen wird kritisiert. Dabei gibt es sowohl Verweise auf ökologische als auch soziale Folgen einer solchen Lebensweise. Auch hierbei wird sich einer starken Bildsprache bedient, die vereinzelt auf Horrorelemente setzt.

Schlechtes Pacing

Komplett landen kann dieses durchaus gelungene Setting trotzdem nicht. Insbesondere liegt das an einer furchtbar chaotischen zweiten Hälfte, durch die Barbarians nahezu sämtlichen Fluss verliert. Viele Aspekte, die in der ersten Hälfte aufgebaut werden, scheinen nicht weiter berücksichtigt oder gar weitergeführt zu werden. Zeitgleich werden immer mehr neue Themen in einem Halbsatz erwähnt und so zu Nebenschauplätzen des Films gemacht, sodass sich die Handlung völlig verliert. Dabei verwendet Barbarians auch hier zahlreiche Metaphern, ja wirft regelrecht mit diesen um sich, ohne aber sich auch nur ansatzweise mit deren Thematiken oder Hintergründen auseinanderzusetzen.

Auch das, was als Hauptfokuspunkt der zweiten Hälfte zu beschreiben ist, enttäuscht aber und wirkt unglaublich beliebig und wie halb gar aus verschiedenen Genrevertretern zusammengeklaut. Dazu kommt, dass nicht nur Elemente aus der ersten Filmhälfte nicht weiter berücksichtigt werden. Der Film schafft es ebenso wenig, die Überraschungen der zweiten Hälfte sinnvoll einzuleiten, sodass diese vollständig flachfallen.

Dass das misslingt, überrascht, da der völlig überladenen zweiten Hälfte eine konträre, sehr langatmige erste Hälfte gegenübersteht. An sich wäre der langsame Einstieg zu verkraften, da die erste Hälfte es zumindest bedingt schafft, Spannung aufzubauen und die Charakterdynamiken ganz unterhaltsam sind. Rückblickend ist er aber eine echte Zeitverschwendung, weil der Aufbau zu kaum etwas führt. So frustriert der Film von Minute zu Minute mehr. Auch das Ende verliert aufgrund der nicht zusammenpassenden Hälften und der sich dabei verlaufenden Spannung seine Wirkung, die es eigentlich mit seiner eindrucksvollen Konsequenz ausschöpfen können sollte.

Kaum Spannung

Das Problem der fehlenden Spannung rührt aber nicht nur von den Schwächen des Drehbuchs her. Auch die Inszenierung ist maximal mittelmäßig. Das zeigt sich in vielen uninspirierten Aufnahmen und willkürlichen Jump Scares. Doch auch die gelungenen Aspekte leiden darunter, dass der Film nicht weiß, was er will und sich somit seine komplette Atmosphäre ruiniert. Insgesamt gibt es wenig, dass das Mittelmaß übersteigt. Auch der Score und das Schauspiel schließen sich an. Zwar erfüllt alles ein gewisses Mindestmaß, es ragt jedoch nichts so heraus, dass es die sonstigen Schwächen kompensieren könnte.

Credits

OT: „Barbarians“
Land: UK
Jahr: 2021
Regie: Charles Dorfman
Drehbuch: Charles Dorfman
Kamera: Charlie Herranz
Musik: Marc Canham
Besetzung: Iwan Rheon, Tom Cullen, Catalina Sandino Moreno, Inès Spiridonov, Connor Swindells, Tommy McDonnell

Trailer

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Barbarians
Fazit
Auch wenn „Barbarians“ einen interessanten Ansatz hat, misslingt der Versuch, ein gelungenes Kammerspiel um Männlichkeit und Eigentumskapitalismus zu stricken, gewaltig. Viele Motive, die in der ersten Hälfte sehr langatmig eingeführt werden, sind in der zweiten, völlig überhasteten Hälfte praktisch egal. So entsteht ein Film, der nicht weiß, was er will und es deshalb nicht schafft, Spannung aufzubauen, geschweige denn zu halten.
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