Sophie Cross - Gefährliche Dünen: Teuflischer Plan
© ARD Degeto/ndF international Productions/Les Gens/Gardner & Domm/France TV/Sofie Gheysens/Jo Voets

Sophie Cross – Gefährliche Dünen: Teuflischer Plan

nächste Folge »

Inhalt / Kritik

Sophie Cross Gefährliche Dünen
„Sophie Cross – Gefährliche Dünen: Teuflischer Plan“ // Deutschland-Start: 23. Mai 2021 (Das Erste)

Für die Anwältin Sophie Cross (Alexia Barlier) und den Polizisten Thomas Leclercq (Thomas Jouannet) bricht eine Welt zusammen, als ihr sechsjähriger Sohn Arthur (Martin Verset) eines Tages spurlos verschwindet. Für Sophie steht fest, dass ihn jemand entführt haben muss. Aber wer? Und weshalb? Es fehlt jede Spur, ebenso eine Lösegeldforderung. Da die Suche des leitenden Ermittlers Gabriel Deville (Cyril Lecomte) ohne Erfolg bleibt, beschließt sie, die Seiten zu wechseln und in den Polizeidienst einzutreten. Es dauert dann auch nicht lange, bis es rund geht. Bei ihrem ersten Fall wird ein Arzt ermordet, im Verdacht steht der kleinkriminelle Drogendealer Loïc Danvers (Michaël Erpelding). Doch auch ihre eigene Suche nach dem Verbleib von Arthur geht weiter …

Die Küste als Publikumsmagnet

An Krimireihen, die an Dünen spielen, mangelt es hierzulande eigentlich nicht. Nord bei Nordwest bringt es bislang auf 14 Teile, ebenso die Konkurrenz von Nord Nord Mord. Dann und wann macht auch der Tatort einen Abstecher an die nördlichen Gewässer, um die Verbrechensbekämpfung mit idyllisch-rauen Aufnahmen der Küstenlandschaft zu verbinden. Aber der Bedarf ist offensichtlich noch nicht gedeckt, weshalb mit Sophie Cross – Gefährliche Dünen nun eine weitere Reihe an den Start geht. Dieses Mal verschlägt es das Publikum jedoch an den belgischen Teil der Nordsee, schließlich handelt es sich um eine europäische Coproduktion mit belgischer, deutscher und französischer Beteiligung. An den Bildern ändert das recht wenig, die könnten aus jeder beliebigen Reihe stammen.

Überhaupt spielt beim Auftakt, des deutschen Titels zum Trotz, das Setting keine nennenswerte Rolle. Die meisten Szenen bei Sophie Cross – Gefährliche Dünen: Teuflischer Plan spielen dann doch im Inneren, die idyllischen Aufnahmen dienten nur der Einstimmung. Und noch ein weiterer Punkt wird leider sehr schnell fallen gelassen. Zu Beginn des Films arbeiten Sophie und Thomas an unterschiedlichen Punkten des Rechtssystems: sie als Anwältin, er als Polizist. Beide können damit gemeinsame Ziele verfolgen, müssen es aber nicht. Ein interessanter Konfliktherd wird gleich zu Beginn verraten, wenn sie Leute wieder freikämpft, die er eingefangen hat. Das ist nicht nur zwischenmenschlich spannend – wie geht man als Paar damit um? –, sondern wäre auch Anlass gewesen, allgemein über Gerechtigkeit nachzudenken.

Ich streit, also bin ich (nicht)

Bei Sophie Cross – Gefährliche Dünen: Teuflischer Plan wollte man das aber nicht so wirklich. Anstatt hier Ideen und Überzeugungen gegeneinander auszuspielen, kommt es nur zu Streitigkeiten, weil Sophie sich nicht ans Prozedere halten will und damit alle Kollegen und Kolleginnen bei der Polizei nervt. Und nicht nur die. Natürlich müssen Protagonisten und Protagonistinnen in Krimis nicht von Anfang an Heldenstatus haben. Eine gewisse Lernkurve kann die Geschichte deutlich spannender machen. Hier ist das aber alles schon recht umständlich. Oft kommt das Geschehen einfach nicht voran, weder auf den Episodenfall bezogen noch den Rahmenfall rund um das Verschwinden des Jungen. Dafür ist man viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Aufregend ist das nicht unbedingt, zumindest nicht im positiven Sinne. Vielmehr fällt das ständige Gezanke unter das Label „anstrengend“. Es ist nicht einmal so, dass die Figuren auf eine interessante Weise anstrengend wären. Natürlich ist es nie ganz einfach, zu Beginn einer neuen Krimireihe sowohl Charaktere einzuführen wie auch in sich geschlossene Fälle abzuarbeiten. Wenn dann auch noch eine sich über mehrere Filme hinwegziehende Geschichte hinzukommt, wird es besonders knifflig. Doch bei allem Verständnis für diese Schwierigkeiten: Da sollte am Ende schon etwas Fesselnderes als Sophie Cross – Gefährliche Dünen: Teuflischer Plan rauskommen. Gerade ein Krimi, der viel mit zwischenmenschlichen Konflikten arbeitet, sollte schon einen Grund liefern, warum man mit den Figuren Zeit verbringen sollte.

Wenig Lust auf mehr

Leider ist auch der Fall an sich wenig interessant. Während die Ausgangssituation zumindest noch neugierig macht – wieso hat der Verdächtige eine Leiche im Kofferraum? –, ist der weitere Verlauf wenig befriedigend. Vor allem aber die Auflösung sorgt für Ärger: Die Geschichte ist dermaßen unglaubwürdig konstruiert, dass man sich im Anschluss schon recht veralbert vorkommt. Zwar gelingt es Sophie Cross – Gefährliche Dünen: Teuflischer Plan, zum Schluss noch einmal neugierig zu machen im Hinblick auf das Verschwinden des Sohnes. Für sich genommen macht der Film aber nicht so wirklich Lust, dafür noch längere Zeit am Start zu sein und irgendwann auf eine Auflösung zu hoffen.

Credits

OT: „Sophie Cross – Gefährliche Dünen: Teuflischer Plan“
Land: Deutschland, Frankreich, Belgien
Jahr: 2021
Regie: Frank Van Mechelen
Drehbuch: Paul Piedfort, Marie-Anne Le Pezennec
Musik: Joseph Guigui, David Dahan
Kamera: Diego Dezuttere
Besetzung: Alexia Barlier, Thomas Jouannet, Cyril Lecomte, Mariama Gueye, Oussama Kheddam, Wanja Mues, Aurélien Recoing, Mark Grosy, Michaël Erpelding

Bilder

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Eine Anwältin wechselt nach dem Verschwinden ihres Sohnes zur Polizei, da ist Ärger vorprogrammiert. „Sophie Cross – Gefährliche Dünen: Teuflischer Plan“ gelingt es aber nicht, aus diesem Widerspruch etwas Interessantes zu machen. Am Ende überzeugen bei dem Krimi weder die Figuren noch der Fall. Man ist zu sehr mit Streitigkeiten beschäftigt, anstatt eine spannende Geschichte zu erzählen.
4
von 10