Kritik

Adventure Time Ferne Länder BMO Distant Lands

„Adventure Time: Ferne Länder: BMO“ // Deutschland-Start: 12. Dezember 2020 (Cartoon Network)

Eigentlich war der kleine Roboter BMO ja auf dem Weg zum Mars, als er die Bekanntschaft eines freundlichen, aber irgendwie auch seltsamen Wesens macht, welches ihn mit zu einer Raumstation schleppt. Die Landung gestaltet sich ein wenig holprig, zumal BMO dabei auch noch mitten in einen Kampf platzt, was die Beteiligten so gar nicht gerne sehen. Doch das eigentliche Abenteuer beginnt erst noch, schließlich gilt es zusammen mit dem hilfsbereiten Kaninchen Y4 die Welt zu retten, die unter einer massiven Ressourcenarmut leidet …

Neue Solo-Abenteuer der alten bekannten
Die Enttäuschung war natürlich schon da, als 2016 bekannt gegeben wurde, dass die Serie Adventure Time: Abenteuerzeit mit Finn und Jake ein Ende finden würde. Schließlich erfreute sich der Animationstitel sowohl bei einem jüngeren wie auch älteren Publikum großer Beliebtheit, kombinierte Abenteuer, Albernheit, Absurdität und Apokalypse zu einem echten Dauerbrenner. Zehn Staffeln gab es insgesamt, mehrere Hundert Folgen umfasste die mehrfach preisgekrönte TV-Produktion. So ganz trennen konnte man sich von der Erfolgsgeschichte aber nicht, weshalb unter dem Titel Ferne Länder vier Specials folgen sollen, die im Vergleich zu den regulären 11 Minuten langen Folgen rund viermal so lang ist.

Das erste Special ist dabei keiner der Hauptfiguren gewidmet, sondern dem kleinen Roboter BMO, der in der Serie irgendwo zwischen Gebrauchsgegenstand und Freund angesiedelt ist. In Adventure Time: Ferne Länder darf er nun mal in den Mittelpunkt rücken und mit viel Enthusiasmus und Unbekümmertheit einen Planeten retten. Dass er dabei nicht immer den Ernst der Lage erkennt, beispielsweise bei seiner Notlandung, trägt zum Spaß bei. Selbst wenn drumherum alles vor die Hunde geht und die absolute Katastrophe naht, sollte man sich schließlich seine gute Laune nicht verderben lassen.

Zwischen Slapstick und Wortwitz
Es sind aber nicht nur die kuriosen Figuren, zu denen sich auch ein gestaltwandelndes grünes Objekt gesellt, welches BMO auf den Namen Olive tauft, die zum Unterhaltungsfaktor beitragen. Das Drehbuchteam nutzte die Möglichkeit, die 43 Minuten mit den unsinnigsten Ideen zu füllen. Eigentlich ergibt auf dieser Raumstation, die irgendwie auch Planet ist, so gut wie nichts Sinn. Soll es aber auch nicht. Hier darf man noch ungestört herumlaufen und sich alle paar Schritte über irgendwelche Sachen wundern oder eben schmunzeln, während der Humor aus einer Mischung aus Slapstick und Wortwitz besteht, aus visuellen Gags und komischen Dialogen.

Der Versuch, aus dem Ganzen mehr zu machen, ist hingegen ein bisschen halbherzig. So darf zwar das Kaninchen Y4 sich zu Y5 umbenennen, als Zeichen der Emanzipation. So richtig bewegend wird ihre Nebengeschichte aber nicht, da sie auch sehr abrupt abgeschlossen wird. Die tendenziell eher ökologisch ausgerichtete Nachricht des Films rund um die Ausbeute der Ressourcen und Solidarität hätte ebenfalls mehr hergegeben, als man hier draus gemacht hat. Alles in allem ist das Animationsspecial aber schon sehenswert. Neulinge können hiermit gut reinschnuppern, da keine echten Vorkenntnisse gefragt werden. Für Fans ist das Spin-off ohnehin ein willkommener Anlass, um mal wieder vorbeizuschauen.

Credits

OT: „Adventure Time: Distant Lands – BMO“
Land: USA
Jahr: 2020
Regie: Miki Brewster
Drehbuch: Hanna K. Nyström, Iggy Craig, Laura Knetzger, Anna Syvertsson, Adam Muto
Musik: Timothy Kiefer

Bilder



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Adventure Time: Ferne Länder: BMO
„Adventure Time: Ferne Länder: BMO“ ist das erste von vier Specials rund um die beliebte Animationsserie. Dieses Mal steht mehr Zeit zur Verfügung, was zum Ausbau der Geschichte genutzt wurde. Trotzdem bleiben einige Aspekte eher kurz, es geht hier dann doch um den Spaß als solchen, der aufgrund der Mischung aus Slapstick und Wortwitz, gekoppelt an kuriose Figuren und verrückte Einfälle gegeben ist.
7von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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