Kritik

Der Wixxer

„Neues vom Wixxer“ // Deutschland-Start: 11. März 2007 (Kino) // 25. September 2020 (DVD/Blu-ray)

Nach seiner fulminanten Flucht vor ein paar Jahren sind die Scotland Yard-Ermittler Even Longer (Oliver Kalkofe) und Very Long (Bastian Pastewka) auf der Jagd nach dem Wixxer, dessen Identität ihnen nun bekannt ist. Als aber einer ihrer Informanten umgebracht wird, finden die beiden Polizisten in einem offenen Grab den vermeintlich echten Wixxer, durchbohrt von Pfeilen sowie einer Nachricht, dass dies nur der Anfang einer neuen Mordserie des neuen Wixxers sein wird, an dessen Ende nicht nur Victoria Dickham (Christiane Paul), die Erbin und geliebte Tochter Lord Dickhams (Joachim Fuchsberger), steht, sondern auch Very Long. Als wenig später noch ein Anschlag auf Scotland Yard verübt wird, ist jedem klar, dass es der neue Wixxer mehr als ernst meint, doch zunächst muss sich Very Long alleine auf die Spur des Wixxers begeben, denn seinem Partner ist Victoria Dickham, mit der er ein heimliches Verhältnis hat, anscheinend wichtiger. Auch Heiratspläne gibt es schon zwischen den beiden, allerdings hat Even noch nicht den Mut gefunden, ihrem Vater von seiner Beziehung zu Victoria zu erzählen. Während die Dickhams sich zu ihrem eigenen Schutz in das Kloster St. Vokuhila zurückziehen und ihrerseits einen Privatdetektiv engagieren – ausgerechnet Even Longers Bruder Much Longer (Christian Tramitz) –, arbeitet sich der Wixxer durch die Liste der Todeskandidaten derweil durch und auch die Spur zur Nervenheilanstalt Dr. Alfons Hatlers (Christoph Maria Herbst) bringt keine Ergebnisse. Schließlich müssen die beiden Ermittler wieder zusammenarbeiten, wenn sie gegen diesen neuen Wixxer, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint, eine Chance haben wolle.

Noch einmal im Wallace-London
Nachdem sich Der Wixxer als ein großer Erfolg sowohl bei Publikum als auch bei der Kritik erwiesen hatte, war es nur eine Frage der Zeit, bis Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Bastian Pastweka das Drehbuch zum Nachfolger fertig hatten. In Anlehnung an Alfred Vohrers Neues vom Hexer entstand ein neues Abenteuer der Ermittler Even Longer und Very Long, dieses Mal unter der Regie von Cyrill Boss und Philipp Stennert. Darüber hinaus konnte man eine ganze Reihe namhafter Nebendarsteller verpflichten, allen voran Joachim Fuchsberger, der nach Sichtung von Der Wixxer seine zunächst abfällige Meinung über das Projekt revidierte und mit großer Spielfreude die Rolle des Lord Dickham übernahm. Neben ihm spielten auch Chris Howland, Ingrid Van Bergen und Wolfgang Völzl mit, die ebenfalls schon einmal in einer Edgar Wallace-Verfilmung mitgespielt hatten.

War die erste Produktion noch gekennzeichnet von vielen Unsicherheiten, bemerkt man sogleich nach den ersten Minuten von Neues vom Wixxer eine gewisse Selbstsicherheit, die sich dann durch den ganzen Film zieht. Abermals spielt die Geschichte mit jener Edgar-Wallace-Version der britischen Hauptstadt, den dunklen Gassen, den schummrigen Absteigen oder der allseits bekannten, aber irgendwie immer gleichen Skyline, die im Kontrast zu den vorherigen Eindrücken jene Würde und Eleganz ausstrahlt. Diese Ideen finden sich auch in der Partnerschaft zwischen Very Long und Even Longer wieder, wenn auf der einen Seite der etwas biedere, immer leicht feminine Charme des tollpatschigen Long auf die rustikalen, ungehobelten Manieren Longers treffen, dessen leicht schmieriger Trenchcoat wie eine zweite Haut an ihm hängt.

Zwischen Parodie und Hommage
Immer wieder vermischen sich die Grenzen der Neuzeit mit jener des Wallace-Englands, nicht nur erzählerisch, sondern auch auf ästhetischer Ebene. Dabei trifft die Geschichte immer den richtigen Ton, zeigt sich erfrischend anders als so manch andere auf Kalauer getrimmte Komödie, indem sie auf gut getimte Gags setzt, die zwar auf die Albernheit der Vorlagen hinweisen, aber auch auf jene Aspekte, welche die Wallace-Filme bis heute zeitlos machen. Neben den Gags sind dies auch die Details wie die Kulissen, die Kostüme und sonst viele Kleinigkeiten innerhalb der Inszenierung, welche darauf hindeuten, wie ernst man es mit der Vorlage nahm.

Credits

OT: „Neues vom Wixxer“
Land: Deutschland
Jahr: 2007
Regie: Cyrill Boss, Philipp Stennert
Drehbuch: Oliver Kalkofe, Oliver Welke, Bastian Pastewka
Musik: Carl Carlton, Helmut Zerlett, Christoph Zirngibl
Kamera: Jochen Stäblein
Besetzung: Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka, Joachim Fuchsberger, Christiane Paul, Christoph Maria Herbst, Christian Tramitz, Oliver Welke

Trailer

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Neues vom Wixxer
„Neues vom Wixxer“ ist eine sehr gelungene Fortsetzung zu „Der Wixxer“. Abermals wird die richtige Balance zwischen Hommage und Parodie getroffen, welche schon beim ersten Film gut gelang, aber in vielerlei Hinsicht noch erweitert, was „Neues vom Wixxer“ zum besten Teil der Reihe macht. Man darf also gespannt sein, ob der Wixxer noch einen dritten Film spendiert bekommt, denn verdient hätte die Reihe es.
8von 10

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