Kritik

Ghost Rider Spirit of Vengeance Marvel

„Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ // Deutschland-Start: 23. Februar 2012 (Kino) // 10. August 2012 (DVD/Blu-ray)

Seit langem schon hat Johnny Blaze (Nicolas Cage) seinem Leben in den USA den Rücken gekehrt und damit auch seiner Karriere als Motorrad-Stuntfahrer, weil er versucht den Dämon in sich, den „Ghost Rider“, in Schach zu halten, ein unbändiger Dämon, der von den Sünden der Menschen angezogen fühlt und diese dann zur Rechenschaft zieht. Als ihn ein Geistlicher namens Moreau (Idris Elba) aufsucht mit der Bitte, einen Jungen und seine Mutter zu schützen und von einer Gruppe Kidnapper zu befreien, ist Blaze zunächst abgeneigt, willigt dann aber ein, als ihm Moreau im Gegenzug verspricht, er könne ihm einen Weg zeigen, den Fluch des Riders von ihm zu nehmen. In der Gestalt des Rider hat Blaze schon bald den Jungen gefunden und sich der Kidnapper entledigt, jedoch geht von dem Jungen namens Danny (Fergus Riordan) eine geheimnisvolle Macht aus, vor der selbst der mächtige Rider kapitulieren muss. Blaze findet heraus, dass hinter den Kidnapper ein Mann namens Roarke (Ciarán Hinds) steckt, niemand geringerer als der Teufel in menschlicher Gestalt, der ihn auch einst mit dem Fluch des Rider belegte. Der Junge soll Teil eines Rituals sein, bei dem der Teufel dessen Körper übernimmt und somit nicht nur eine neue menschliche Hülle, sondern auch seine sehr viel mächtigere, was Blaze um jeden Preis verhindern muss.

Ein neuer Rider
Nachdem bescheidenen kommerziellen Erfolg des ersten Ghost Rider-Film folgte fünf Jahre später diese Fortsetzung, die in vielerlei Hinsicht nur auf dem Papier eine solche ist. Für die Regie besetzte man das Duo Mark Neveldine und Brian Taylor, die bereits mit Arbeiten wie den Crank-Filmen oder Gamer bewiesen hatten, dass sie moderne Action-Filme inszenieren konnten. Herausgekommen ist ein Film, der sich rein formal dem Stil der vorherigen Titel des Duos anpasst, der aber, vor allem weil viele Aspekte des Vorgängerfilms gänzlich ignoriert werden, insgesamt eher unbefriedigend bleibt.

Auch wenn Nicolas Cage seine Rolle als Ghost Rider/Johnny Claze abermals verkörpert, merkt man schnell, dass dieser Film die Geschichte der Figur anders schreibt. Mittels eine cartoonhaften kurzen Sequenz wird eine andere Vorgeschichte erzählt, so wird beispielsweise das Schicksal von Blazes Vaters verändert und auch der von Peter Fonda im Vorfilm verkörperte Mephisto spielt keiner Rolle mehr. Dies ist nur eine von vielen Veränderungen, die sich die Fortsetzung und das Drehbuch, an dem ganze drei Autoren schrieben, erlauben und die klarstellen, inwiefern man sich von dem ersten Ghost Rider distanzieren will. Mag es auch legitim sein, eigene Wege zu gehen, so muss man leider attestieren, dass nun wirklich keine dieser Neuheiten funktioniert oder eine Verbesserung zum Vorfilm darstellt.

Besonders auffällig ist dies bei der Figur des Rider. Entsprach die Kreatur im ersten Film noch jener Mischung aus Westernheld und Comicfigur, hat man sich für die Fortsetzung entschieden, die dämonischen Züge stärker zu betonen. Insgesamt spiegeln sich im Kostüm wie auch im Bike des Riders ein gewisser Hang zum Realismus wider, wenn man es so nennen kann, was der Figur insgesamt wenig Wiedererkennungswert gibt. Generell wirkt vieles an diesem Film austauschbar und uninspiriert, so als ob die Macher nicht so recht wussten, was sie mit dem Charakter und seiner Welt anstellen sollten.

Chaos als Methode und der Gang in den Wahnsinn
Innerhalb der ästhetischen Herangehensweise der Regisseure wirkt die Darstellung Cages wie ein Spiegel dessen. Wie schon bei Crank oder Gamer ist die Handkamera auch der Standard in der Fortsetzung zu Ghost Rider, was auf die Dauer nicht nur chaotisch, sondern zudem billig wirkt. In diesem Sinne spielt auch Cage seine Figur als einen Mann, welcher das Chaos um ihn und in ihm kaum kontrollieren kann, sich in wilden Lachsalven und Grimassenschneiderei verliert, wenn er sich in den Rider verwandelt oder zwischen seiner menschlichen wie dämonischen Inkarnation hin und her wechselt. Cage sieht sich wohl abermals als Komplize seiner Regisseure an, verkörpert jenen Wahnsinn und Kontrollverlust, der aber ohne eine echte Vision dahinter planlos und leer wirkt.

Credits

OT: „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“
Land: USA
Jahr: 2011
Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor
Drehbuch: Scott M. Gimple, Seth Hoffman, David S. Goyer
Musik: David Sardy
Kamera: Brandon Trost
Besetzung: Nicolas Cage, Ciarán Hinds, Idris Elba, Violante Placido, Fergus Riordan, Johnny Whitworth, Christopher Lambert, Anthony Head

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Ghost Rider: Spirit of Vengeance
4.19 (83.81%) 21 Artikel bewerten

Ghost Rider: Spirit of Vengeance
"Ghost Rider: Spirit of Vengeance" ist die unausgegorene, visuell hässliche Fortsetzung des ersten Films von 2012. Durch seine wirre Ästhetik, schwache Dialoge und vergessenswerte Charaktere bleibt der Eindruck eines unnötigen, weil planlosen Films, der für den Zuschauer auf die Dauer zu einer vor allem ästhetischen Tortur wird.
3von 10

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