Kritik

Mad Max 3 Jenseits der Donnerkuppel - Kopie

„Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ // Deutschland-Start: 26. September 1985 (Kino) // 7. Juni 2013 (Blu-ray)

Schon seit vielen Jahren zieht Max Rockatansky (Mel Gibson) durch die Wüste Australiens, dessen Städte nach der Apokalypse nur noch Ruinen sind und dessen Straßen von Gangs kontrolliert werden. Nachdem man ihm seinen Wagen geklaut hat, findet sich Max in Bartertown wieder, einer Gemeinde, die von der machtbesessenen Aunt Entity (Tina Turner) und ihren Männern kontrolliert wird. Da Max nichts zum Handeln hat außer seinen Diensten als Killer und Kopfgeldjäger, spannt Entity den Fremden in ihre Dienste ein und gibt ihm den Auftrag, in einem Kampf den gefürchteten Blaster (Paul Larsson) zu schlagen, den starken Leibwächter Masters (Angelo Rossitto), ein Techniker, der maßgeblich für die Energiegewinnung zuständig ist. Als es in der Donnerkuppel zum Kampf gegen Blaster kommt, fällt Max durch sein Handeln in Aunties Ungnade und wird ohne Wasser in die Wüste verstoßen. Jedoch ist die Wüste alles andere als menschenleer, denn als Max nach einem Sandsturm wieder erwacht, findet er sich in einer Oase wieder, die von einer großen Gruppe Halbwüchsiger bewohnt wird. Diese glauben, in ihm Captain Walker zu erkennen, eine mythische Gestalt, die sie endlich hinaus aus der Wüste führen soll. Allerdings ist Max wenig gewillt, ihnen zu helfen und rät ihnen in der Oase zu bleiben, aber als eine Gruppe sich auf den Weg aus der Wüste und damit Richtung Bartertown macht, entschließt sich Max, ihnen zu helfen.

Die neue Zivilisation
Für den dritten Teil der Geschichte rund um den von Mel Gibson verkörperten Max Rockatanksy stand Regisseur George Miller das bisher höchste Budget zu. Doch die Freude über diesen Umstand währte kurz, denn als sein Produzent Byron Kennedy auf der Suche nach Drehorten für den Film bei einem Helikopterabsturz ums Leben kam, hatte Miller nur noch wenig Lust, am Film weiterzuarbeiten, rang sich dann aber doch durch, alleine schon aus Respekt zu seinem langjährigen Freund. Unterstützt wurde er hierbei durch Geoge Ogilvie, der sich mit ihm die Regie teilte und bis zu dem Zeitpunkt vor allem durch seine Arbeiten im australischen Fernsehen aufgefallen war.

Man darf mutmaßen, ob sich vielleicht aufgrund dieser Tragödie zu Anfang des Films der bisweilen sehr viel optimistischere Ton des dritten Teils der Mad MaxReihe erklären lässt. Doch bereits das Ende von Mad Max II – Der Vollstrecker weist auf eine Zukunft der Menschheit jenseits der Gewalt und Barbarei der Straßen und der Wüste hin. Enklaven wie Bartertown im dritten Teil oder das Fort im zweiten Film deuten bereits die Möglichkeit einer Rückkehr zu gewissen gesellschaftlichen Strukturen hin, einer Ordnung und einer Hierarchie. Im ersten Fall entwerfen Miller und Ogilvie, zusammen mit Kameramann Dean Semler, die bislang ausführlichste und detailreichste Vision einer solchen „neuen“ Zivilisation, die sich nicht nur durch eine rigide Hierarchie, sondern auch über die Art des Tauschhandels definiert, einem Geschäft, welches Teil des Überlebens in Plätzen wie Bartertown geworden ist. Über diesen Tauchhandel und den Wert der Ware, die man anzubieten hat, zeigen sich nicht nur Machtstrukturen, sondern auch Machtkämpfe, wie der zwischen Aunt Entity und dem Master, bei dem es um das wertvolle Gut Elektrizität geht.

Mit großem Detailreichtum versehen, schweift die Kamera immer wieder mit einem faszinierten, aber auch distanzierten Blick über diese neue Gesellschaft, enthüllt aber gleichzeitig die Wahrheit dahinter, nämlich die Regression zu den Ausbeutermethoden vor der Apokalypse. Das Recht des Stärkeren findet in der titelgebenden Donnerkuppel seinen passenden Ausdruck, einer post-apokalyptischen Form des Brot-und-Spiele-Prinzips, welches gleichsam diese neue Machtordnung bestätigt wie auch der Unterhaltung des Volkes. Das mystische Raunen des „Zwei Mann geh’n rein, ein Mann geht raus“ betont die religiöse Dimension dieses Ereignisses und seines Werts innerhalb dieser neuen Welt, die einem so fremd und als Zuschauer doch immer wieder so bekannt vorkommt.

Von Heilsbringern und neue Mythen
War die Maschine und was sie antreibt noch das zentrale Motiv der beiden ersten Filme und Motiv für die meisten Handlungen der Figuren, ist das Zeitalter der Maschine im dritten Teil nun ein für alle Mal zu Ende. Die Bewohner Bartertowns sind nach wie vor dieser Technik ausgeliefert, doch dies ist, das machen bereits die gesellschaftlichen Strukturen klar sowie die Omnipräsenz der Wüste um die Gemeinschaft herum klar, nur ein Spiel auf Zeit, eine Zwischenstation auf einem Weg, der entweder die endgültige Auslöschung oder die Möglichkeit eines Neuanfangs beinhaltet.

In der wie immer mit stoischer Präsenz gespielten Figur des Max Rockatansky spiegelt sich dieser Neuanfang wider. Mit deutlichen Referenzen hin zum Western, wird er als der „Mann ohne Namen“ vorgestellt, als eine jener mythischen Heldenfiguren, die einfach erscheinen und letztlich wieder in den Sonnenaufgang verschwinden. Auch für ihn gibt es die Hoffnung auf einen Neustart abseits der Kämpfe, die sein Leben bislang bestimmten, denn wenn er an einer Stelle die Rolle des Captain Walker nicht annehmen will, die Kinder und Jugendlichen zum Verbleib in der Oase überreden will, zeigt sich hier die Sehnsucht eines Menschen, welcher den Kreislauf der Gewalt hinter sich lassen will.

Credits

OT: „Mad Max Beyond Thunderdome“
Land: Australien
Jahr: 1985
Regie: George Miller, George Ogilvie
Drehbuch: Terry Hayes, George Miller
Musik: Maurice Jarre
Kamera: Dean Semler
Besetzung: Mel Gibson, Tina Turner, Bruce Spence, Angelo Rossitto, Helen Bunday, Paul Larsson

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Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel
„Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ ist ein gelungener, ungewohnt versöhnlicher Abschluss der ersten drei Filme rund um Max Rockatansky. Neben der gewohnten Action überzeugt die Vision der Welt in der Endzeit, und wiederholt die darstellerische Leistung Mel Gibsons, der im dritten Teil seine beste Vorstellung als diese Figur abgibt.
8von 10

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