Kritik

Bad Boys

„Bad Boys“ // Deutschland-Start: 9. Oktober 2003 (Kino) // 28. Januar 2016 (DVD/Blu-ray)

Nachdem die beiden Cops Marcus Burnett (Martin Lawrence) und Mike Lowery (Will Smith) Miami schon einmal vor einem Drogenboss und seinen kriminellen Machenschaften bewahrt haben, stürzen sie sich in den nächsten großen Fall. Eine riesige Lieferung von Ecstasy droht in die Stadt zu gelangen. Schnell kommen Marcus und Mike aber dem kubanischen Drogenboss Jonny Tapia (Jordi Mollà) auf die Schliche. Als wäre das auch dieses mal nicht schon genug, begibt sich Marcus’ Schwester Syd (Gabrielle Union), die ganz nebenbei auch noch heimlich mit Mike eine Beziehung führt, zwischen die Fronten der kubanischen und russischen Mafia. Jetzt heißt es also nicht nur den Drogendeal zu vereiteln, sondern auch noch die eigene Schwester zu beschützen.

Sieben lange Jahre mussten sich Fans des Actionspektakels um Will Smith (Gemini Man, Aladdin) und Martin Lawrence (Big Mamas Haus, Beach Bum) gedulden, bis das Duo Jerry Bruckheimer (Fluch der Karibik) und Michael Bay (Transformers) die Fortsetzung ins Kino brachten. Nachdem der Bad Boys – Harte Jungs gemessen am geringen Budget ein ziemlicher Hit wurde und schnell eine Fangemeinde um sich scharen konnte, musste es natürlich mit dem coolen Chaos Cops einfach weitergehen. Bay allerdings widmete sich aber erst einmal unter anderem Armageddon und Pearl Harbor, um dann eben erst 2003 mit weitaus größerem Budget  von 130 Millionen Dollar die Cops nochmal auf das Publikum loszulassen.

Ein beeindruckendes Feuerwerk
Dass Michael Bay für seine Fortsetzung aus den vollen Schöpfen konnte, wird spätestens mit einer der wohl beeindruckendsten Verfolgungsjagden der Actionfilmgeschichte deutlich, die man zwar „erst“ nach gut 30 Minuten Laufzeit zu sehen bekommt, aber auch schon vorher darf man sich in gespannter Vorfreude auf das Bay’sche temporeiche Explosionsfeuerwerk wiegen. Und das natürlich auch, weil Bad Boys II genauso startet wie Bad Boys endet: schnell, laut, bunt und cool.

Obwohl alles ziemlich vertraut ist und sich im wesentlichen im Ton nicht groß vom Regiedebüt unterscheidet, so macht Teil 2 doch einen geordneteren wenngleich bombastischeren Eindruck. Natürlich alles im Rahmen dessen, was man von dem Actionregisseur trotzdem erwartet. Diese Auffassung rührt wohl insgesamt daher, dass sich Bay diesmal mit seinem sonst so geliebten Gelbfilter deutlich zurückhält und auch der Soundtrack weniger dominant die Szenen überlagert, als man es noch aus dem Vorgänger gewohnt war. Und trotzdem büßt der Film hinsichtlich Action und Popcorn-Kinounterhaltung nichts ein. Er hängt die Messlatte sogar nochmal höher. Und dann sind es nicht mehr nur noch Autos die da auf dem Highway geschrottet werden.

Ist das nicht ein bisschen viel?
Obwohl das alles durchaus seine Qualitäten hat, muss man dann aber doch anmerken, dass der Regisseur hier fast ein bisschen zu sehr übertreibt. Denn ob eine Verfolgungsjagd eines Leichenwagens und dementsprechender menschlicher Hinterlassenschaften, sowie diverse zerfetzte Gedärme wirklich jedermanns Gemüt erhellen wird, wage ich an dieser Stelle mal stark zu bezweifeln. Tatsächlich war und ist dies durchaus immer noch ein größerer Kritikpunkt, der dem Film anhaftet, unabhängig davon, dass die Story des zweieinhalb Stunden langen Actionfeuerwerks typischerweise dünn gesät ist. Das wird aber jedem ohnehin schon bewusst gewesen sein, der sich freiwillig auf den Film eingelassen hat.

Im Großen und Ganzen versucht man zwar, den beiden Hauptcharakteren mehr Spielraum in ihrer Darstellung zu gewähren, doch hat diese Entscheidung einen faden Beigeschmack und erweckt den Eindruck, als müsste man all das, was man hinsichtlich Charakterentwicklung im ersten Teil verpasst hat, hier nachholen. Dass Will Smith und Martin Lawrence an ihren Rollen Spaß haben, ist nach wie vor offensichtlich und sorgt sogar nochmal für mehr lustige Momente, als man es vielleicht erwartet hatte. Und dennoch reicht das nicht aus, um über gewisse fühlbare Längen hinwegzutäuschen. Dafür passiert in den Momenten ohne Explosionen und Schießereien im Grunde doch schlicht zu wenig.

Letztendlich aber vermag Bad Boys II doch ein klein wenig mehr zu überzeugen. Vielleicht weil es diesmal einfach eine rundere, sanftere Angelegenheit geworden ist. Fast ein bisschen so wie der Sitzdonut, den Marcus von Mike geschenkt bekommt.

Credits

OT: „Bad Boys II“
Land: USA
Jahr: 2003
Regie:  Michael Bay
Drehbuch: George Gallo, Marianne Wibberley, Cormac Wibberley, Ron Shelton, Jerry Stahl
Musik: Trevor Rabin
Kamera: Amir Mokri
Besetzung: Martin Lawrence, Will Smith, Jordi Mollà, Gabrielle Union, Peter Stormare, Theresa Randle, Joe Pantoliano, Michael Shannon, John Salley

Bilder

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Bad Boys II
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Bad Boys II
„Bad Boys II“ chauffiert sich mit altbekanntem und erwartetem Getöse und Krawall wieder einmal durch das sonnige Miami. Die Fortsetzung vom Erfolgshit geht dabei in die Vollen und legt als Actionkino nochmal deutlich einen Zahn zu und sprengt damit auch die Messlatte des Unterhaltungs- und Popcornkinos. Auch Jahre später macht man hiermit nichts falsch, wenn es um schnelle und einfache Unterhaltung gehen soll.
7von 10

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