Kritik

Bad Boys

„Bad Boys“ // Deutschland-Start: 1. Juni 1995 (Kino) // 28. Januar 2016 (DVD/Blu-ray)

Nachdem aus dem polizeilichen Beweislager eine ordentliche Menge Heroin gestohlen worden ist, werden die beiden Detectives des Drogendezernats Mike Lowery (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) auf den Fall angesetzt, um herauszufinden wer dahinter steckt. Als sich kurze Zeit aber später auch noch mehrere Morde ereignen und sich Julie (Téa Leoni) als Zeugin bei ihnen meldet, wird der Fall nicht nur noch undurchsichtiger und komplizierter, von nun an müssen sich die beiden auch um den Schutz der Person bemühen, die Licht ins Dunkel der Angelegenheit bringen könnte. Und das gestaltet sich aufgrund einer unbeabsichtigten Personenverwechslung dann sogar noch schwieriger als erwartet und stellt Mike und Marcus zusätzlich vor ungeahnten Herausforderungen.

1995 war das Jahr. Das Jahr, in dem Michael Bay sein Regiedebüt mit einen Langfilm feiern durfte und damit seinen Weg ins Filmgeschäft fand. Unter den beiden Produzenten Jerry Bruckheimer (Fluch der Karibik) und Don Simpson (The Rock – Fels der Entscheidung) fand das Drehbuch allerdings erst nach Jahren das geeignete Studio, um den Film dann mit Martin Lawrence (Big Mamas Haus, Beach Bum) und Will Smith (Gemini Man, Aladdin) in den Hauptrollen 1995 zu realisieren. Mit einem Budget von gerade mal 15 Millionen Dollar wurde Bad Boys zu einem Low-Budget-Action-Kracher, der es in sich hat und bis heute nichts von seinem Charme eingebüßt hat.

Seht mich an, ich bin cool!
Schon mit seinem ersten Film zeigt Bay welche stylistischen Vorlieben er hat und welche ihn bis heute begleiten. Zuletzt nicht nur mit Transformers, sondern auch mit 6 Underground ist wohl mehr als deutlich wer dort hinter der Kamera auf dem Regiestuhl sitzt. Gelb orange leuchtender Filter, furchtbar schnelle Schnitte mit Sequenzen, die zum Teil der Szene aber überhaupt nicht zuträglich sind und auch ein Soundtrack, der einem oftmals die Coolness nur so entgegen schreit. All das sollte einem mittlerweile wohl sehr vertraut vorkommen und wenig überraschen, wenn man sich Bad Boys möglicherweise doch erst jetzt zum ersten Mal anschaut. Allerdings hat Michael Bays Filmstil auch den ein oder anderen bekannten Knackpunkt. Schnell wirkt Bad Boys, ähnlich der aktuellen Netflix-Produktion 6 Underground, nämlich mit der aufgedrückten Coolness immens überfrachtet und forciert sich mit all dem einfach nur zu einem seichten Action Film, der sein Hauptdarstellerpärchen und die Story viel zu sehr für nichtssagende Bilder auf der Strecke lässt. Man denke dabei nur ein mal mehr an Bays augenscheinlicher Liebe für Flughafensets oder Autofahrten über einen beliebigen Highway.

Und links sehen wir … eine Explosion
Das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller Lawrence und Smith kommt deshalb im ersten Drittel auch gar nicht so zur Geltung, wie es wünschenswert gewesen wäre. Mal abgesehen von ein paar coolen Sprüchen, die sodann auch noch von der Chartplaylist übertönt werden, passiert da eigentlich recht wenig. Ok zugegeben, ganz so trivial ausdrücken kann man es dann auch wieder nicht, denn uns werden immerhin wilde Verfolgungsjagden durch Miami präsentiert, natürlich etliche Autos geschrottet und ganz nebenbei explodiert sowieso alles, was gerade so im Weg steht und nicht mehr gebraucht wird.

Erst als etwas Ruhe einkehrt, sofern man das als Ruhe in Bays Filmen bezeichnen kann, und sich die Story ein klein wenig mehr auf die Charaktere fokussiert, merkt man zum ersten Mal wirklich, wie gut Lawrence und Smith harmonieren und wie außerordentlich gut sich beider Humor ergänzt. Mit der Besetzung hatte man damals also erst einmal alles richtig gemacht, auch wenn das Drehbuch für die beiden Charaktere nicht unbedingt wirklich viele Facetten bereit hält und weder Lawrence noch Smith vor größere Herausforderungen stellt. Aber gut, auch das sollte einem bereits vor Beginn klar gewesen sein. Insofern kann man Bad Boys zwar dramaturgisch ein paar Vorwürfe machen, es dem Film und Bay aber nie richtig übel nehmen. Denn letzten Endes soll das Chartshow Krawallspektakel unterhalten. Und das tut es. Nicht mehr und nicht weniger.

Credits

OT: „Bad Boys“
Land: USA
Jahr: 1995
Regie: Michael Bay
Drehbuch: George Gallo, Michael Barrie, Jim Mullholland, Doug Richardson
Musik: Mark Mancina
Kamera: Howard Atherton
Besetzung: Will Smith, Martin Lawrence, Theresa Randle, Joe Pantoliano, Téa Leoni, Tchéky Karyo, Marc Macaulay, John Salley

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Bad Boys – Harte Jungs
3.57 (71.43%) 7 Artikel bewerten

Bad Boys – Harte Jungs
Michael Bays Spielfilmdebüt ist nach wie vor unterhaltsames Popcornkino, für die schnelle Action ohne jegliche Anstrengung. Mit Martin Lawrence, Will Smith und dem passenden Titelsong mit Ohrwurmpotezial avancierte sich Bad Boys tatsächlich irgendwie zu einem Unterhaltungsklassiker, an dem man einfach nicht vorbeikommt.
6von 10

4 Responses

  1. justin slammer

    haha wie geil….der film war so mit 13 oder 14 immer mein lieblingsfilm. wie du schon sagst ein plumper action film, aber will smith und martin lawrence sind einfach cool.

    Antworten
  2. Der kleine Candide

    🙂 Obwohl mir der zweite Teil fast besser gefällt. Ab und zu braucht man auch solche Filme um mal einfach aus der Realität flüchten zu können.

    Antworten
  3. Der kleine Candide

    Naja vielleicht liegt es auch nur daran dass ich Teil 2 vor Teil 1 gesehen habe. Aber egal: Die Typen haben Style und es ist ne nette Unterhaltung, auch wenn mich ansonsten Michael Bay ankackt mit seinen Remakes…

    Antworten

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