Elliot das kleinste Rentier

„Elliot – Das kleinste Rentier“ // Deutschland-Start: 8. November 2018 (Kino)

Eigentlich ist Elliot ja nur ein Minipferd. Das hindert ihn aber nicht daran, in seinen Träumen an der Seite der Rentiere den Schlitten des Weihnachtsmannes zu ziehen! Eines Tages rückt dieser Traum tatsächlich in greifbare Nähe: Eines der Rentiere geht in den Ruhestand, im Rahmen eines Wettbewerbs soll der Nachfolger gefunden werden. Während Elliot und seine beste Freundin, die Ziege Hazel, sich auf zum Nordpol machen, droht daheim Ungemach. Bauer Walters Farm, das Zuhause der beiden tierischen Freude, steht vor dem Bankrott, weshalb der komplette Streichelzoo verkauft werden soll. Das bedeutet, dass sich Elliot von seinen Freunden verabschieden muss. Aber es kommt noch schlimmer, denn da spielt jemand ein falsches Spiel …

Jetzt aber hurtig: Sieben Wochen sind es noch bis zu Heiligabend. Das bedeutet nicht nur, dass die Suche nach passenden Geschenken und das Plätzchenbacken ansteht. Es bedeutet auch, dass die Filmverleihe begleitenden Stoff in die Kinos bringen, um von der kommenden Festtagsstimmung zu profitieren. Der Platzhirsch wird mit Sicherheit Der Grinch sein, das neueste Werk der Minions-Schöpfer. Drumherum platzieren sich die charmante Meta-Weihnachtsgeschichte Charles Dickens – Der Mann der Weihnachten erfand, ein neuer Auftritt der Augsburger Puppenkiste und das kuriose Splatter-Musical Anna und die Apokalypse, das bereits auf mehreren Festivals lief.

Wahre Inspirationen
Den Auftakt macht hingegen ein Film, der mit keinen großen Namen protzen kann, den die wenigsten bislang auch auf dem Schirm haben dürften. Regisseurin und Co-Autorin Jennifer Westcott, die hier erst ihren zweiten Spielfilm abliefert, ließ sich bei Elliot – Das kleinste Rentier von zwei privaten Erfahrungen inspirieren. Die eine war der Besuch einer Auktion, auf der Minipferde verkauft wurden – für Westcott Liebe auf den ersten Blick. Die zweite war eine Anzeige, in der ein Mann einen nicht richtig funktionierenden Bio-Rasenmäher loswerden wollte: eine Ziege, die ständig mit ihrem Kopf im Zaun steckenblieb.

Elliot – Das kleinste Rentier lebt dann auch in erster Linie von den beiden daraus entstandenen Figuren und ihren Interaktionen. Auf der einen Seite der naive Träumer, auf der anderen der bissige Sidekick. Ein tierischer Sidekick, so wie die meisten Protagonisten hier Tiere sind oder zum Umfeld des Weihnachtsmanns gehören. Die Menschen sind eher Randerscheinungen, die größtenteils überflüssig sind. Der Grund: Die beiden Handlungsstränge – Elliots Traum von Rentierdasein und der Verkauf der Farm –, berühren sich kaum. So als stammten sie eigentlich aus zwei Filmen und wurden nur zusammengeschnitten, um auf die benötigte Spielfilmlänge von 90 Minuten zu kommen.

Ein langweiliger Bauer
Das Schicksal der Zweibeiner ist zudem das weniger interessante. Während die Antagonistin so offensiv zwielichtig ist, dass es schon wieder irgendwo spaßig ist, weckt Walter vorwiegend den Gähnreflex. Witziger ist der zweite Handlungsstrang, der nicht nur die kurioseren Figuren hat. Westcott baute zudem ein paar absurdere Szenen ein, etwa wenn Hazel sich an fremden Technologien versucht. Denn auch im Weihnachtsdorf geht man mit der Zeit, der eine freiwillig, der andere weniger.

Das ist insgesamt eine nette, wenn auch unauffällige Bespaßung für ein jüngeres Publikum. Eltern werden weniger etwas für sich finden, dafür sind die Witze zu harmlos, die Optik auch zu schwach. Dem noch jungen kanadischen Animationsstudio Awesometown Entertainment stand offensichtlich nicht wirklich viel Geld zur Verfügung. Das braucht es bei den häufig nur aus Schnee und Eis bestehenden Hintergründen natürlich auch nicht. Dass aber selbst aus einem derart beschränkten Setting mehr herauszuholen ist, das beweist das visuell nicht nur eine Klasse bessere Der Grinch. Im Vergleich dazu ist das hier bestenfalls zweckmäßig, teilweise aufgrund grober Modellierungen auch einfach nicht mehr zeitgemäß.

Elliot – Das kleinste Rentier
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Elliot – Das kleinste Rentier
Ein Minipferd will Rentier werden, gleichzeitig gibt es mächtig Ärger auf der Farm: „Elliot – Das kleine Rentier“ erzählt mehrere Geschichten gleichzeitig, die irgendwie gar nicht zusammengehören. Zumindest teilweise ist das aber ganz nett, gerade die Interaktionen der tierischen Protagonisten, sofern man über die Low-Budget-Optik hinwegsehen kann.
5von 10

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