(„Lego Star Wars: The Freemaker Adventures“ directed by Michael Hegner, Martin Skov, Per Düring Risager, Jens Møller, Frederik Budolph, 2016)

„Lego Star Wars: Die Abenteuer der Freemaker – Die komplette erste Staffel“ ist seit 8. Dezember auf DVD erhältlich

Bislang war das Leben der drei Geschwister Rowan, Kordi und Zander eigentlich recht friedlich gewesen. Schön, hin und wieder mal gerieten sie ein bisschen nah an die Auseinandersetzungen zwischen dem Imperium und den Rebellen. Aber so etwas muss man manchmal in Kauf nehmen, wenn man mit alten Raumschiffteilen handelt und das Weltall nach Überresten absucht. Eben das taten sie auch eines Tages, als Rowan eine Stimme hört, die ihn geradezu magisch anzieht. Ein Kristall ist es, der seine Aufmerksamkeit einfordert. Aber kein gewöhnlicher Kristall: Wie ihm die alte Jedi-Ritterin Naare erklärt, handelt es sich dabei um ein Stück eines antiken Artefakts. Wer alle Kristalle zusammenbekommt, könnte das legendäre Kyberschwert rekonstruieren, was dem Träger unendliche Macht beschert. Kein schlechter Deal, denkt sich Rowan, und macht sich als Lehrling von Naare auf die Suche – ohne zu wissen, dass diese ein dunkles Geheimnis in sich trägt.

Derzeit sollten die Anhänger von Star Wars ein bisschen mehr Zeit mitbringen, und auch ein bisschen Geld: Gleich drei Produktionen, die inhaltlich um die alte Trilogie angesiedelt sind, buhlen innerhalb eines Monats um die galaktische Gunst der irdischen Fans. Während Rogue One: A Star Wars Story und die zweite Staffel von Star Wars Rebels im Vorfeld von Eine neue Hoffnung spielen und von den schwierigen Anfängen der Rebellion berichten, positioniert sich Die Abenteuer der Freemaker zeitlich zwischen Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Der größere Unterschied ist aber bereits im Titel verankert, denn statt realer oder pseudorealer Figuren, sind es hier die allseits beliebten Lego-Spielzeuge, die durch das Weltall rasen und von einer brenzligen Situation in die nächste geraten.

Wer die anderen Teile aus der Reihe gesehen hat – beispielsweise Die neuen Yoda Chroniken oder Die Droiden Saga –, weiß deshalb schon, dass das hier alles sehr viel weniger ernst gemeint ist. An Bedrohungen mangelt es nicht, das Imperium tut eigentlich alles dafür, damit jeder auch noch so kleine Widerstand in Stücke gerissen wird. Nur sieht das eben etwas harmloser aus, wenn es sich bei diesen Stücken um Spielzeugteile handelt, die man problemlos wieder zusammensetzen könnte. Und auch Imperator Palpatine und Darth Vader, die regelmäßig hier vorbeischauen, haben bei all dem düsteren Weltraumeroberungsgehabe doch recht komische Seiten an sich, nehmen sich gegenseitig durchaus auch auf den Arm.

Solche Cameos aus den Hauptfilmen und sogar dem Lego-Star-Wars-Universum gibt es zuhauf, schön ist jedoch, dass man sich bei Die Abenteuer der Freemaker nicht allein darauf verlässt, sondern die besagten drei Geschwister in den Vordergrund stellt. Anders als die übrigen Lego-Kollegen zeigte man sich allgemein ein bisschen ambitionierter, nutzte die 13 Folgen umfassende erste Staffel dazu, eine tatsächlich eigenständige Geschichte zu erzählen, welche zwar zahlreiche Anspielungen auf den Kanon der Filmsaga enthält, diesen aber nicht unbedingt braucht. Stattdessen ist es, dem Humor zum Trotz, ein sehr klassisches Abenteuer, das den bekannten Regeln folgt und die Welt in die recht eindeutigen Lager „gut“ und „böse“ einteilt – so inkompetent und verschroben diese Lager auch sein mögen.

Das ist zielgruppengerecht alles ein bisschen simpler, mehr noch als Star Wars Rebels wird hier auf ein junges Publikum geschielt, das anschließend zu Heiligabend das passende Spielzeug unter dem Weihnachtsbaum einfordert. Anspruchsvoll ist hier nichts, weder die Geschichte, noch der Humor, da waren die Klötzchenkrieger an einer anderen Stelle doch noch bissiger. Unterhaltsam ist das Ganze aber trotz des nicht allzu abwechslungsreichen Aufbaus – Crystal of the Week – schon, dank diverser Running Gags (Zanders Liebe für Raumschiffe), des hohen Tempos und auch aufgrund von R0-GR, dem letzten aller Kampfdroiden, der für sich deshalb auch einen speziellen Artenschutz einfordert. Und auch visuell ist diese Lego-Produktion diversen TV-Brüdern und -Schwestern überlegen, was nicht zuletzt auch der Vielzahl an Schauplätzen liegt: Die Macher von Die Abenteuer der Freemaker klappern im Laufe der ersten Staffel eine ganze Reihe von Orten ab, die man aus der Original-Trilogie oder den Prequels kennt, selbst ein kleiner Abstecher in die Welt von Das Erwachen der Macht ist da noch drin. Das macht die Serie auch für ältere Zuschauer interessant, hier gibt es so viele (ironische) Déjà-vus, dass man aus dem Grinsen gar nicht mehr rauskommt.

Lego Star Wars: Die Abenteuer der Freemaker – Die komplette erste Staffel
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Lego Star Wars: Die Abenteuer der Freemaker – Die komplette erste Staffel
Wo „Lego Star Wars“ draufsteht, da ist auch „Lego Star Wars“ drin. Wie die vorangegangenen Kollegen auch besteht der Reiz von „Die Abenteuer der Freemaker“ in einer Mischung aus harmlosem Humor und vielen Anspielungen. Dazu gibt es diesmal aber auch eine eigenständige, wenngleich sehr simple Abenteuergeschichte aus der weit, weit entfernten Galaxis.
6von 10

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