(„One Piece: Adventure of Nebulandia“ directed by Kōnosuke Uda, 2015)

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„One Piece: Abenteuer auf Nebulandia“ ist seit 28. Oktober auf DVD und Blu-ray erhältlich

Es war aber auch zu schön, um wahr zu sein! Eine abgelegene Insel mit einem Traumstrand, auf dem schon eine ganze Horde hübscher Mädels wartet: Das lassen sich Ruffy und die anderen Mitglieder der Strohhut-Bande nicht zweimal sagen. Ein zweiter Blick lässt jedoch Übles ahnen. Männer. Denn bei den vermeintlichen Schiffbrüchigen handelt es sich nämlich in Wahrheit um an die Zähne bewaffnete Piraten. Foxy und seine Crew sind es, die den anderen eine Falle gestellt haben, um sich für eine alte Schmach zu rächen: Im Rahmen eines Wettstreits will der einstige Verlierer seine Überlegenheit beweisen. Für Ruffy kein Problem, was soll schon schiefgehen? Eine Menge, wie sich herausstellt. Aber auch Foxy erwartet dabei eine unangenehme Überraschung.

Na bitte, geht doch! Während viele Filme und TV-Specials rund um One Piece aus Wiederholungen bestehen, entweder Folgen der Serie neu erzählen oder sich so sehr ähneln, dass man schon gar nicht mehr weiß, ob die Geschichte neu ist, geht Abenteuer auf Nebulandia hier tatsächlich mal unverbrauchte Wege. Das soll nicht heißen, dass alles anders ist: Die beliebten Figuren aus Eiichirō Odas sind mit von der Partie, es geht um Inseln, besondere Fähigkeiten und mächtige Bösewichte, gegen die sich Ruffy und seine Mannen zur Wehr setzen müssen. Doch trotz eines ähnlichen Szenarios wurde bei dem Ende 2015 ausgestrahlten Special zumindest versucht, das alte Schema etwas aufzubrechen.

Die schlechte Nachricht vorweg: Der Humor hat bei diesem Versuch stark leiden müssen. Es gibt den Running Gag mit Ruffys unbändigem Appetit, Foxy wird kontinuierlich mit falschen Namen angesprochen, was ihn jedes Mal in die Sinnkrise führt. Das war es aber mehr oder weniger schon, ansonsten konzentriert sich der Film tatsächlich auf seine Handlung und reichlich Action. Letztere leidet wie so oft unter dem nicht ganz so üppigen Geld- und Zeitbudget, nur selten sind da mal Hintergründe dabei, die man auch als solche bezeichnen wollte. Und bei den Animationen der Figuren zeigte sich das Traditionsstudio Toei Animation (Der gestiefelte Kater, Dragon Ball Z: Kampf der Götter) ja ohnehin immer etwas knauserig.

Dafür gibt es die üblichen Stärken: witzige Figurendesigns und eine Reihe kurioser Fähigkeiten, die hier auch ausgiebig angewandt werden – dank Foxy kommt sogar eine weitere hinzu, die denen der anderen nicht nachsteht. Schön dabei ist, wie hier fast jeder Gelegenheit bekommt, sich auch tatsächlich mal zu beweisen. Während One Piece bislang oft darauf hinauslief, dass Ruffy sich mit einem übermächtigen Bösewicht ein Duell lieferte, ist Abenteuer auf Nebulandia endlich einmal eine echte Teamarbeit, die besonderen Fertigkeiten der einzelnen kommen so zur Geltung. Schwierig hierbei ist lediglich, dass aufgrund der hohen Anzahl an Charakteren – allein die Strohhut-Bande umfasst schon neun – die einzelnen Auftritte eher knapp sind.

Einsteiger werden allein deshalb schon ihre Schwierigkeiten haben, das alles genau zu verstehen, zumal der Anime auch keine echte Einführung bereit hält. Warum die Figuren diese seltsamen Dinge können, wird einem nicht klar, auch eine für den weiteren Verlauf wichtige Schwäche wird nur knapp erläutert. Insgesamt ist Abenteuer auf Nebulandia aber weitestgehend in sich geschlossen, bietet eine spaßige bis spannende erste Begegnung für Neulinge. Aber auch für alte Hasen ist aufgrund des frischen Szenarios genügend Stoff dabei: So runden diverse Wendungen und der Verzicht auf die üblichen Nebenfiguren mit tragischen Vorgeschichten, die sich am Bösewicht rächen wollen, das Vergnügen ab.



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One Piece: Abenteuer auf Nebulandia
Wieder einmal begeben sich die beliebten Piraten mit ihren kuriosen Fähigkeiten auf ein Abenteuer. Das ist zwar erneut optisch eher schlicht, auch der Humor ist sparsam. Zum Ausgleich bietet das TV-Special aber ein frisches Szenario, welches mit Gewohnheiten bricht und auch dem Rest der Crew Raum zum Glänzen gibt.
7von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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