(„Tao Tao Ehonkan“ directed by Shûichi Nakahara, Tatsuo Shimamura, 1983-1985)

Tao Tao Serie

„Tao Tao – Der kleine Pandabär“ ist seit 21. August auf DVD erhältlich

Der kleine Pandabär Tao Tao lebt mit seinen Freunden, dem Affen Kiki, Hase Puu und Eichhörnchen Puru, in einem abgelegenen Teil Chinas, das kein Mensch je betritt. Aber die Tiere haben auch so mehr als genug zu tun, immer wieder gerät man aneinander, streitet sich oder schlägt sich mit kleinen Problemen herum. Doch zum Glück gibt es Tao Taos Mutter, die zu jedem Thema die passende Geschichte kennt und für die anderen so immer einen guten Rat auf Lager hat.

Es war einmal eine Zeit, da dienten Märchenfilme nicht dazu, die neueste Tricktechnik Hollywoods zu demonstrieren und populären Schauspielern eine Fantasybühne zu geben, sondern dem Erzählen von Geschichten. Lustigen Geschichten, spannenden Geschichten, aber auch traurigen Geschichten. Geschichten, die dem Zuschauer etwas mit auf den Weg geben wollten. Tao Tao – Der kleine Pandabär entstammt noch dieser Zeit, wirkt nicht nur aufgrund der einfachen Zeichentrickoptik etwas altmodisch, sondern auch aufgrund des hohen moralischen Anspruchs.

Jeder der Geschichte, die Mama Panda erzählt, endet mit einer Lehre für die meist jungen Tiere, die ihnen auf dem weiteren Lebensweg helfen sollen. Ob es nun darum geht, das Äußere eines Wesens nicht so wichtig zu nehmen, sich selbst und andere zu akzeptieren, mit anderen zu teilen oder sich generell gegenseitig zu unterstützen, die Lehren von Tao Tao sind sehr grundlegender Natur. So grundlegend, dass sich die einzelnen Folgen teilweise sehr ähneln, das entsprechende Tier des Märchens zwar ausgetauscht wurde, die Folgerung aber doch dieselbe ist. Wer mehrere Episoden hintereinander schaut und nicht wie damals vorgesehen eine pro Woche wird deshalb bei der doch sehr formelhaften Serie manchmal etwas die Abwechslung vermissen.

Für sich genommen sind die 52 Folgen jedoch nach wie vor zauberhaft, oft unterhaltsam, pädagogisch wertvoll sowieso. Einige der Geschichten wird man vermutlich schon kennen, etwa die des hässlichen Entleins oder der Bremer Stadtmusikanten. Andere hingegen dürften neu sein, beschäftigen sich mit der Schöpfungsgeschichte oder auch woher wir eigentlich den Wetterhahn haben. Manche spielen in China, in der auch die Rahmenhandlung stattfindet, aber auch europäische und afrikanische Märchen sind dabei. Es ist diese Internationalität, gekoppelt mit den einfachen, von für alle verständlichen Botschaften, die Tao Tao dann auch zu einem weltweiten Erfolg werden ließen, sowohl im Produktionsland Japan, hierzulande, bei unseren Nachbarn und selbst in den arabischen Ländern.

Anders als der zwei Jahre zuvor entstandene Film gleichen Namens hält sich die von 1983 bis 1985 produzierte Serie mit traurigen Elementen zurück, trotz ernster Themen ist der Ausblick immer hoffnungsvoll – schließlich hat jeder hier etwas gelernt und wird es in Zukunft dann besser machen. Aus diesem Grund ist Tao Tao auch über 30 Jahre später nach wie vor für Kinder empfehlenswert, für die die Geschichten damals auch gedacht waren. Die dürften sich an der visuellen Gestaltung wenig stören, die altersbedingt relativ schlicht ausfällt: Die Animationen sind holprig, die Hintergründe detailarm, an manchen Stellen kam man auch auf die kuriose Idee, statt animiertem Wasser Realaufnahmen einzubauen. Insgesamt aber geht der Anime optisch in Ordnung für eine TV-Serie ihrer Zeit, ist durch die gemalten Naturbilder manchmal sogar richtig stimmungsvoll und eben märchenhaft. Eltern oder Nostalgiker dürfen sich daher darüber freuen, dass das zuvor vergriffene Tao Tao nun in einer kostengünstigen Komplettbox wieder erhältlich ist.



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Tao Tao – Der kleine Pandabär
Lasst mich euch eine Geschichte erzählen! Die Märchen von Mama Panda sind universell verständlich, geben den (jungen) Zuschauern wichtige Lebensweisheiten und moralische Lehren mit auf den Weg. Die Abwechslung hätte etwas höher sein dürfen, die Optik ist relativ schlicht, empfehlenswert ist die Zeichentrickserie aber noch immer.
7von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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