(„RoboCop: Prime Directives“ directed by Julian Grant, 1999-2001)

Ich muss zugeben ich war nie ein großer Fan von Robo, allerdings habe ich die meisten Filme von Paul Verhoeven (z.B. Starship Troopers oder Total Recall) erst bei nochmaliger Sichtung als Erwachsener zu schätzen gelernt, im Kindesalter waren seine düsteren Dystopien für mich wohl zu viel des Guten. Beim hier besprochenen RoboCop: Prime Directives handelt es sich allerdings um keinen Film des Holländers, sondern um eine vierteilige Mini-Serie die gut 15 Jahre nach Verhoevens Original für das Fernsehen gedreht wurde.

Anders als aktuelle TV-Produktionen hatte man hier wohl kein großes Budget zur Verfügung und so muss sich der Zuschauer leider mit grottenschlechten Schauspielern, billigen Spezialeffekten und der lästigen Frage nach dem Sinn des Ganzen herumschlagen. Während im ersten Teil, Dark Justice, noch Hoffnung einer halbwegs interessanten Story besteht und die eine oder andere Rückblende vor allem für eingefleischte Fans interessant sein dürfte, baut die Serie nach Meltdown – dem zweiten und mit Abstand besten Teil – extrem ab.

Alex Murhpy (Page Fletcher) schlägt sich immer noch als RoboCop, einem Cyborg-Polizisten der für den Megakonzern OCP (Omni Consumer Products) für Recht und Ordnung sorgt, durch Delta City, der einstigen Projektstadt die mittlerweile Detroit ersetzt hat und sozusagen „verbrecherfrei“ geworden ist. Old Detroit ist hingegen zum Ghetto verkommen wo sich allerlei Schurken und zwielichtige Gestalten herumtummeln, unter anderem auch David Kaydick (Geraint Wyn Davies), der noch eine Rechnung mit OCP offen hat und mit einem letalen Virus die gesamte Menschheit dafür büßen lassen will.

Sieht man mal von den wirklich schlecht „spielenden“ Darstellern und den billigen Sets ab, so wirft die Serie zu Beginn wie gesagt durchaus interessante Themen auf. Fragen nach Moral und Ethik finden ebenso ihren Platz wie sozialpolitische Elemente. Die Exekutive wurde privatisiert und OCP beherrscht quasi alle Lebensbereiche der Bevölkerung inklusive den Medien, dessen Shows und Nachrichten herrlich überspitzt natürlich unsere eigene Welt aufs Korn nehmen. Überzeugen kann die Satire am Ende aber trotzdem nicht. Zu sehr schweift man mit unnötigen und obendrein augenkrebserregenden Actionsequenzen ab, jeder der vier Teile wirkt nach 20 Minuten so als hätte man gezwungenermaßen eine Laufzeit von je eineinhalb Stunden erfüllen müssen.

Auf dem neuen DVD-Release, das alle vier Teile in einer einzigen Box versammelt, findet man keine Extras die diese Tortur in irgendeiner Form noch verlängern würden. Überflüssiger Speicherplatz wurde lediglich mit gleichgesinnten und herrlich trashigen Trailern gefüllt die einem höchstens die Zeit bereuen lassen die man mit diesem Titel verschwendet hat. Bild- sowie Tontechnisch betrachtet kann man nicht viel aussetzen, lediglich der letzte Teil wirkte übermäßig körnig, was vor allem bei dunklen Szenen mit einem unangenehmen Bildrauschen auffällt.

Wenn diese TV-Serie letztendlich etwas geschafft hat, dann war es die Lust in mir zu wecken das Original aus 1986 noch einmal anzusehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es mir dann ähnlich wie bei obengenannten Verhoeven-Filmen ergehen wird.

RoboCop Prime Directives – The Full Saga ist seit 21. April auf DVD erhältlich



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RoboCop Prime Directives – The Full Saga
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