(„Tropic Thunder“ directed by Ben Stiller, 2008)

Etwas spät kommt das Review zu Ben Stillers aktuellen Film, aber wie man so schön sagt „besser spät als nie„.
Durch diverse, zuvor gelesene Berichte hatte ich nicht unbedingt hohe Erwartungen von den ca. 105 Minuten langen Streifen, allerdings verursacht oftmals genau diese Einstellung einen angenehmen Überraschungseffekt. So war es auch bei „Tropic Thunder“ den ich durchaus als brauchbar bezeichnen würde. Bestimmt kein Geniestreich, der sarkastische Unterton und ein wie immer brillanter Robert Downey Jr. bieten aber doch einen gewissen Grad an Unterhaltung.
Der Zuschauer darf sich bevor es losgeht noch ein paar Trailer ansehen die aber Bestandteil des Hauptfilmes sind und dazu dienen sich schon mal mit den vorkommenden Charakteren vertraut zu machen. Es handelt sich um fiktive Hollywoodstars die nun gemeinsam ein Kriegsepos verfilmen sollen. Der junge und unerfahrene Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan) soll mit „Tropic Thunder“ sein Regiedebüt geben, doch er hat sein Starensemble überhaupt nicht im Griff. Da ist zum einen der (ehemalige?) Actionstar Tugg Speedman (Ben Stiller) der alle Hände voll damit zu tun hat sich gegen den mit Preisen überschütteten Star aus Australien Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.) durchzusetzen. Das ständige rivalisieren der beiden bringt die Produktion des Blockbusters erheblich in Verzögerung, da hilft auch nicht dass die „The Fatties Fart“-Legende Jeff Portnoy (Jack Black) mit dabei ist und für ordentliche Action sorgt. Der Rest des Casts hat übrigens auch seine Problemchen. So sieht der Afroamerikaner Alpa Chino (Brandon T. Jackson) absolut nicht ein warum ausgerechnet der weiße Aussie Lazarus die Rolle des heroischen, schwarzen Kriegshelden übernehmen soll und der Newcomer Kevin Sandusky (Jay Baruchel) träumt davon durch das Showbiz endlich eine Frau ins Bett zu kriegen.
Als der Film über den Vietnam-Krieg kurz vor dem scheitern steht, beschließt der eiskalte und skrupellose Produzent Les Grossman (Tom Cruise) die Crew – ohne deren Wissen – in einen asiatischen Dschungel zu schicken wo sie in echter Lebensgefahr schweben, da die dortigen Drogenanbauer nicht unbedingt freundlich gegenüber bewaffneten, amerikanischen Soldaten gesinnt sind. Dies soll die Filmstars zusammenschweißen und für realistische Aufnahmen sorgen. Die Truppe hält allerdings den Kugelhagel der sofort auf sie einprasselt für eine gestellte Szene und markiert fleißig die zähen GIs. Die Miliz der Rauschgifthändler ist anfangs verwirrt und glaubt die DEA habe eine Spezialtruppe die vor nichts Angst hat nach Laos geschickt, doch als sie Tugg Speedman gefangen nehmen, beginnt der Vorhang zu fallen: den Schauspielern wird klar, dass tatsächlich scharf geschossen wird und den Rebellen wird klar dass sie es mit Möchtegern-Rambos zu tun haben…
Es handelt sich hier um eine Komödie mit nicht unbedingt wenig kritischen Elemente gegenüber der Filmindustrie, doch so richtig zündet das Ganze dann schlussendlich nicht. Die Idee ist gut, die Darsteller können sich sehen lassen, doch sobald die Jungs den vietnamesischen Dschungel erreichen beginnt für mich der Streifen nachzulassen.
Erwähnenswert finde ich noch die Rolle von Nick Nolte als (verlogenen) Kriegsveteranen der dem Filmteam mit Rat und Tat bei Seite stehen soll. Wirklich überrascht war ich von Tom Cruise, der auf Anhieb zwar nicht sofort von mir erkannt wurde aber seinen Charakter sehr gut und amüsant rüberbringt.
Der Soundtrack von Theodore Shapiro hat zwar nicht besonderes, bietet aber ein paar (rockige) Klassiker die sehr gut passen und ein klein wenig Seventies-Feeling aufkommen lässt.

Tropic Thunder
3.89 (77.89%) 19 Artikel bewerten

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2 Responses

  1. Max Schreiber

    Tropic Thunder hat bei mir gezündet. Ich finde die Kritik an der Filmindustrie gelungen und auch allgemein ist Tropic Thunder eine gute Komödie geworden. Es stimmt, dass die zweite Hälfte nicht mehr ganz so viele Gags beinhaltet, dafür kommen die Probleme der Schauspieler ans Licht, was an sich schon wieder lustig ist. Bei der Einschätzung von Tom Cruises Rolle schließe ich mich an, und allgemein ist der Film bis in die Nebenrollen toll besetzt.

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  2. Candide

    Habe jetzt den DC auf Blu Ray gesehen, der mit fast 20 Minuten mehr Laufzeit natürlich deutlich umfangreicher als die Kinoversion daherkommt.

    Die erweiterten bzw. zuvor entfernten Szenen ergeben zwar nicht ein völlig neues Bild lassen den Film aber bei mir nochmals deutlich besser abschneiden als noch vor zwei Jahren. Die enthaltenen Specials sind recht interessant und geben gute Hintergrundinformationen, bspw. wusste ich nicht dass Stiller bereits seit fast 10 Jahren an diesen Projekt arbeitete.
    Außerdem konnte ich das Ganze jetzt mal im O-Ton genießen was ebenfalls ein weiterer Pluspunkt für „Tropic Thunder“ ist.

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