Inhalt / Kritik

„Hellboy: Die goldene Armee“ // 16. Oktober 2008 (Kino) // 26. Februar 2009 (DVD/Blu-ray)

Lange habe ich darauf gewartet, dass er endlich in die hiesigen Kinos kommt. Und nun ist er da, der zweite Spielfilm um den höllischen Antihelden. Und wer ihn übersehen bzw. überhört hat, der muss sich wohl derzeit nicht auf Planet Erde aufhalten. Was hier wieder einmal Guillermo del Toro auftischt, ist wie von ihm gewohnt nur vom Feinsten. In 120 Minuten Laufzeit bleibt wohl niemand ruhig und gelassen im Kinosessel sitzen, denn dafür sorgt schon Hellboy aka Red (Ron Perlman) mit seiner unverbesserlichen Art. Der lustige Dämon, der einst von Professor Broom (John Hurt) großgezogen wurde, hat es auch im zweiten Teil wieder mit jeder Menge paranormalen und mysteriösen Kreaturen zu tun. Da die Charaktere dem breiten Publikum schon bekannt sein dürften, startet del Toro auch gleich mit der Action und verplempert keine Zeit mit Vorstellungen.

Ein kurzer Flashback lässt uns einen Blick auf Hellboys Kindheit werfen, wo er das erste Mal von der Legende der goldenen Armee hört. Die Geschichte, die ihm sein Ziehvater Dr. Broom erzählt, dient quasi als Intro, bevor das Feuerwerk beginnt. Zurück in der Gegenwart sieht Reds Leben derzeit allerdings nicht gerade rosig aus. Seine Freundin und B.P.R.D.-Partnerin Liz Sherman (Selma Blair) ist ohne sein Wissens von ihm schwanger und macht ständig Stress. Außerdem soll ein neuer Mann aus Washington das B.P.R.D.-Team nun leiten, da Hellboy & Co gegenüber der Öffentlichkeit offiziell bestätigt wurden und deshalb für Panik bei der Masse sorgen. Der neue Team-Leiter, ein roboterähnliche Mann, nennt sich Johann Krauss (John Alexander) und scheint einiges auf dem Kasten zu haben, aber Hellboy will nichts von ihm wissen, denn schließlich ist Krauss ein Deutscher. Da wundert es Hellboy auch kaum, dass man seinen Namen mit zwei „S“ wie SS schreibt, wie er erfährt, als er ihn „fälschlicherweise“ Dr. Kraut nennt. Grund genug, den schrägen Blech-Typen zu ächten.

Der blaue Freund von Red, Abe Sapien (Doug Jones), scheint hingegen Gefallen am neuen Arbeitskollegen zu haben und irgendwie scheint derzeit die ganze Welt etwas gegen den zigarrenrauchenden Teufel zu haben. Von daher ist es eigentlich mehr als passend, dass die Welt wieder einmal von einer außergewöhnlichen Kraft bedroht wird. Das eint das Team und bald muss auch Hellboy eingestehen, dass Krauss eine solide Verstärkung für ihr Team ist. Ein abtrünnig gewordener Elf, Prinz Nuada (Luke Goss), will nämlich die goldene Armee reaktivieren und sich damit die Erde zurückerobern, die einst ihnen gehörte. Dazu braucht er allerdings erst drei goldene Stücke, die vereint eine Krone ergeben, mit der es ihm möglich sein wird, die goldene Armee zu steuern. Die Bruchstücke der Krone findet er bei seinem Vater, dem Elfenkönig (Roy Dotrice), und seiner Zwillingsschwester Nuala (Anna Walton). Nun liegt es an der Gruppe von Hellboy, die goldene Armee aufzuhalten und die Menschheit wieder einmal vor dem sicheren Tod zu bewahren…

Der erste Teil aus dem Jahre 2004 hatte bereits einen hohen Unterhaltungswert, doch dieser übertrifft ihn bei weitem. Hellboy ist ein verdammt cooler und witziger Typ und nicht nur einmal musste ich laut auflachen, als würde ich gerade eine Komödie sehen. Einfach prächtiger, teilweise schwarzer Humor der da geboten wird. Filmtechnisch ist vor allem hervorzuheben, dass del Toro gerne mit Puppen arbeitet und sich wenig auf CGI verlassen will und das gibt seinen Filmen einen Extra-Touch finde ich. Übrigens nehme ich mir an dieser Stelle die Freiheit, auf ein Interview zu verweisen, das mir parker vor ein paar Tagen zukommen hat lassen, dankeschön.

Wie schon mal hier in einem Review erwähnt, habe ich bisher noch kein einziges Comic von Mike Mignola gelesen und kann daher auch keine Schlüsse ziehen, ob die Filme und Charaktere ihren Vorbildern treu sind. Ich kann aber garantieren, dass Hellboy II ein wahres Fest für Fans aller möglichen Genres sein wird. Da gibt es genauso etwas für die Science-Fiction-Freaks wie für die Actionhelden oder den Filmliebhaber, der sich einen guten Streifen nicht entgehen lassen möchte.

Noch zwei kleines Details am Rande: falls mich meine Augen nicht getäuscht haben, dann müsste am Anfang, wo Hellboy die Geschichte der goldenen Armee erzählt bekommt, kurz der Pan aus Pans Labyrinth zu sehen sein. Außerdem spielte Doug Jones, der Schauspieler, der Sapien verkörpert, auch den Pan im genannten Streifen.

Credits

OT: „Hellboy II: The Golden Army“
Land: USA
Jahr: 2008
Regie: Guillermo del Toro
Drehbuch: Guillermo del Toro
Vorlage: Mike Mignola
Musik: Danny Elfman
Kamera: Guillermo Navarro
Besetzung: Ron Perlman, Selma Blair, Doug Jones, Jeffrey Tambor, John Hurt

Trailer

Filmpreise

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