(„El labirinto del fauno“ directed by Guillermo del Toro, 2006)

Nach diversen Empfehlungen konnte ich mich nun selbst von diesem wunderbaren, ja faszinierenden Film überzeugen. Guillermo del Toro versteht es ausgezeichnet Stimmung zu schaffen und den Zuschauer in eine andere Welt zu versetzen, so wie es die Hauptdarstellerin des Streifens tut.

Die Story handelt zur Zeit des Franco-Regimes in Spanien. Der Hauptmann Vidal (Sergi López), kämpft in den Bergen gegen die noch wenigen aufständischen Partisanen. Er lässt seine schwangere Frau Carmen (Ariadna Gil) und dessen Tochter Ofelia (Ivana Baquero) anreisen, da er miterleben will wie sein Sohn geboren wird. Inmitten des kriegerischen Treibens und der Gehässigkeit ihres Stiefvaters, begibt sich Ofelia auf eine wundervolle Reise in das Reich ihrer Phantasie.

Sie trifft dort auf einen Pan (Doug Jones), der ihr erklärt sie sei eine Prinzessin und sie müsse drei Prüfungen bestehen um in ihr Königreich zurück zu gelangen. Phantastische Bilder begleiten nun den Zuschauer bei der Entdeckungstour des kleinen Mädchens. Ganz nebenbei verfolgt man zudem die Entwicklung der damaligen Rebellenbekämpfung und die Entwicklung Spaniens in dieser düsteren Zeit.

In ca. 120 Minuten Laufzeit will keine Langeweile aufkommen und der gute Mix aus Fantasy und geschichtlichen Ereignissen macht Pans Labyrinth zu einem tollen Erlebnis, wobei gesagt werden muss, dass es sich hier aufgrund der doch sehr düsteren Atmosphäre nicht um einen Film für Kinder handelt.
Musikalisch bietet der Film hingegen nichts Neues, aber das ist aber auch nicht störend, denn die Farbenpracht entschädigt dafür reichlich.

Pans Labyrinth
3.91 (78.26%) 23 Artikel bewerten

Pans Labyrinth
Del Toro gelingt der Spagat zwischen Fantasy und geschichtlichen Ereignissen vorzüglich und liefert somit einen wirklich sehenswerten Film ab.
9von 10

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5 Responses

  1. Breakout

    Ah, Danke für den Artikel!
    Hab nur einen Trailer gesehen aber der war schon ziemlich vielversprechend! Aber Du weißt ja wie das bei mir mit guten Filmen ist… sie stehen erstmal nur auf der Liste. Vielleicht hab ich mit 70 Jahren mal soviel Geld, dass ich mir dann bis zu meinem Lebensende alle Filme auf DVD holen kann, um sie in meinem Heimkino anzusehen. 😉

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  2. Lorenz Mutschlechner

    Hehe, das kenne ich. Geht mir bei Büchern, Filmen, Musik…bei fast allem so. Du kannst dir aber ja mal die Film zuerst in der Videothek leihen und dann erst kaufen, nur so als Tipp 😉

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  3. Breakout

    Nichtmal das schaff ich ja. Aber Montag geht das Semester wieder los, ein guter Vorsatz also: Filme ausleihen, Filme ausleihen, Filme ausleihen. 😉

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  4. Breakout

    Mittlerweile habe ich den Film bereits zweimal gesehen und beim letzten Mal fielen mir selbstverständlich mehr Aspekte auf als beim ersten Mal. Obwohl über diesen Film und seine Interpretationen schon sehr viel geschrieben wurde, muss ich eine Sache loswerden, die mir zu offensichtlich scheint, als dass sie Zufall sein könnte: Das Jesus-Pietà-Motiv am Ende des Films.

    Wir erinnern uns: Ofelia, die zusammen mit ihrer Mutter Carmen zu Hauptmann Vidal fährt, ist nach Aussagen des Pans eine Prinzessin auf Erden. Um zurück zu kommen muss sie Aufgaben bestehen und am Ende des Films soll sie ihren kleinen Bruder opfern, denn es braucht Blut eines Unschuldigen, um von der Erde zurück in das Reich ihres wirklichen Vaters, des Königs, zu kommen.

    Wenn wir bereits von Anfang an von der Entsprechung von Ofelia und Jesus ausgehen, wird klar, dass ihr Vater nie wirklich auftaucht. Lediglich ihre Mutter ist zu sehen.
    Dann gibt es natürlich auch die Verheißung des Pans, Ofelia sei die Prinzessin, welche auf Erden sei. In einer anderen Welt warte ihr Vater, der König, auf sie.
    Am eindrucksvollsten wird das Motiv aber am Ende des Films, denn sie entschließt sich dazu ihren Bruder nicht zu opfern und dafür auf eine Rückkehr zu verzichten. Schließlich jedoch wird sie von Hauptmann Vidal, der weltlichen Macht, erschossen. Ofelia, in einem weißen Kleid, fällt und mit ihr tropft Blut nach unten. Sie findet sich in einer großen Halle, die einer Kathetrale ähnelt, wieder, vor Ihr drei hohe Stühle, in der Mitte ihr Vater, der König. Dieser sagt: „You have spilled your own blood rather than that of an innocent.“ Ihre Mutter, die Königin, welche auf einem kleineren Stuhl neben dem König sitzt, fügt hinzu: „Come here with me and sit by your father’s side.“ Ein Stuhl neben dem König ist nämlich noch frei.
    Schließlich, zurück in der Welt der Lebenden, erreicht Mercedes die sterbende Ofelia und beweint sie in einer ohne Zweifel als Pietà zu bezeichnenden Art und Weise.
    Und zuletzt beschließt der Erzähler den Film damit, dass er von Ofelias weiterem Werdegang berichtet: dass sie mit Gerechtigkeit für viele Jahrhunderte regierte; dass sie von den Menschen geliebt wurde; und dass ihre Zeit auf Erden Spuren hinterlassen habe.

    Ich gehe einfach mal davon aus, dass ich dem im christlich geprägten Abendland die Parallelen mit dem biblischen Vorbild nicht weiter ausführen muss. Für mich ist der Zusammehang jedoch all zu ersichtlich.
    Selbst wenn es keine 1:1-Entsprechung ist, denn die Heilige Dreifaltigkeit besteht nicht wie im Film aus Vater, Tochter und Mutter Maria, sondern aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Zu Letzterem ist zu bemerken, dass auch der Pan in der Gruppe der drei Stühle auftaucht. Die Rolle des Pan lässt sich womöglich mit dem Heiligen Geist vergleichen, denn einige der sog. Gaben des Heiligen Geistes lassen sich bei ihm erkennen: Rat, Prophetisches Reden, Weisheit, Wunderkräfte, etc. Und so weit wäre das auch gar nicht hergeholt, denn der Pan oder besser der Faun – el fauno – ist ja bereits ein mythologisches Wesen und somit nur einen Sprung vom Göttlichen entfernt.
    Nagut, vielleicht fiel Euch das selbst schon auf und habt es keiner Erwähnung wert betrachtet, ich mag es jedoch in der Kunst aufgegriffene Motive zu erkennen. Und das wollte ich hiermit kund tun.

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  5. Lorenz Mutschlechner

    Ehrlich gesagt ist es mir damals nicht aufgefallen, nein.
    Danke für diesen wertvollen Beitrag, der mein spärliches Review um vieles bereichert. Wenn ich endlich wieder mal Zeit finde, wird der Film bestimmt nochmals geguckt.

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