(„The House Of The Spirits“ directed by Bille August, 1993)

Ich bin auf den Film durch Zufall gestoßen und war anfangs recht optimistisch. Die Szenerie eines Chile nach dem zweiten Weltkrieg klang recht vielversprechend, doch wurde ich mit langatmigen und faden Szenen fast schon in den Schlaf gelangweilt. Die Laufzeit von ca. 140 Minuten ist nicht klug gewählt und meiner Meinung nach wurde hier der Streifen unnötig in die Länge gezogen. Dabei ist das eigentliche Thema der Rebellion der linken Partei gegenüber den Konservativen sehr interessant und im Mittelteil des Films auch gut und interessant dargestellt. Leider bleibt es bei diesen 30 Minuten langen Mittelteil, der Rest ist ein Familiendrama mit langweiligen Szenen einer kaum wiedererkennbaren Winona Ryder als Blanca Trueba und nebenbei als Geliebte eines total falsch eingesetzten Antonio Banderas als Pedro Tercero Garcìa der Revolutionär. Die Mutter von Blanca, Carla (Meryl Streep) besitzt eine hellseherische Fähigkeit, doch blieb es mir verwehrt den Zusammenhang bzw. den Sinn dieser Entscheidung zu erkennen. Was mir außerdem ein Rätsel ist, ist der Titel des Films bzw. der Buchvorlage auf dem der Film basiert und von Isabelle Allende geschrieben wurde.
Alles im allen ein merkwürdiger, fader Film mit einer zentralen, sehr interessanten Aussage, die man aber auch ohne dem ganzen Schnickschnack erzählen hätte können. Für Leute die auf Familiendramen mit langatmigen Szenen, einer Prise Kitsch und (für mich persönlich, nichts sagender, wertloser, kommerzieller) Musikuntermalung von Hans Zimmer stehen ist der Film jedoch sicherlich sehenswert.
Das Geisterhaus
4.16 (83.16%) 19 Artikel bewerten

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2 Responses

  1. Der kleine Candide

    Ich muss noch eines loswerden, was ich im Review nicht schreiben wollte: Ich hasse Hans Zimmer’s Musik. Ich verstehe nicht warum er so beliebt ist und so viele Themes komponieren darf.

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  2. siggi

    Ich habe den Film gestern zum ersten Mal gesehen und fand den Film einfach genial. Wenn man sich in die Lage der einzelnen Personen versetzt durchlebt man eine unglaubliche Vielfalt von Gefühlen. Der historische Kontext kommt genauso gut zur Geltung, wie das emotionale Familiendrama. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man sich bei dem Film langweilen kann ???
    Schaut euch den Film an und bildet Eure eigene Meinung!

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